Ich kenne die verhaltensbedingte Euthanasie persönlich in mehreren Fällen und will das so nicht nochmal erleben. Nebenbei ausschließlich aus Fällen, die ich als wesentlich besser vermittelbar eingeschätzt hätte, als das, was da seit Jahren in deutschen Tierheimen sitzt. Das ist die Gefahr, die ich sehe, wenn man dem Thema verhaltensbedingte Euthanasie Tür und Hof öffnet. Es wird nicht bei den wirklich gefährlichen Hunden bleiben...
Ja. Aber ist es wirklich besser das viele Hunde dann eben auf Lebenszeit im Tierheim versauern?
Es ist kein nettes Thema, kein gutes Thema, das stimmt. Aber was ist wirklich besser? Den Hund am Leben lassen und hoffen das schon irgendwer irgendwann mal kommt? 5 Jahre, 8 Jahre, 10 Jahre....
Wer will sich denn bewußt ein Problem ins Haus holen? Das tun doch eh schon sehr wenige Menschen, je "gravierender" das Problem desto weniger Leute gibts.
Und je länger ein Platz besetzt bleibt desto mehr werden andere Plätze gebraucht. Darum stapeln sich dann ja bei den "Ich nehme alles!" TS Leuten die Hunde.
Ich hatte es an anderer Stelle schon mal geschrieben, mir gehts nicht um die Rettung jedes einzelnen Extremfalles. Die sind verdammt selten. Aber das, was ich an verhaltensbedingten Euthanasien erlebt habe war ganz, ganz fern von Hunden, die nicht händelbar waren.
Was mit schwierigen Hunden passiert ist maßgeblich davon abhängig wo sie landen und nicht wie gravierend ihr Problem wirklich ist. Das macht es so traurig...
Ich sehe es an den 2 TH hier vor Ort, in beiden war ich früher Gassigänger:
1) Nimmt sogar bewusst Problemhunde auf, die in anderen Orgas keine Fortschritte machen, aber eben nur einen alle paar Monate. Das Tierheim hat eine eigene Hundeschule, deren Trainerinnen arbeiten intensiv und positiv mit den Hunden. Parallel dazu wird gesundheitlich viel abgeklärt und verbessert. Die Hunde werden vergesellschaftet. Sie erzielen gute Erfolge, die Hunde können vermittelt werden, natürlich nicht nach wenigen Wochen, aber auch ehem. Dauerinsassen anderer Tierheime gehen da in einer für mich sehr raisonablen Zeit weg.
2) Arbeitet leider nur mit ehrenamtlichen Trainern, hält Hunde vermehrt einzeln. Zudem hat man die Vorstellung auch die problematischsten Hunde wenn dann nur an Menschen zu vermitteln, die diese rund um die Uhr drinnen halten und mit denen normal Gassigehen (dort sitzen mehrere HSH die sicher besser vermittelt werden könnten, wenn man sie auch auf ein Gelände vermitteln würde, wo dennoch Anschluss zum Menschen gewährleistet wäre). Joa, dort stirbt halt einer nach dem anderen an Altersschwäche
Menschen, die sich sehenden Auges "ein Problem ins Haus holen" gibts übrigens immer wieder... Ich kenne mehrere, mich eingeschlossen. Gerade diese Woche hat eine Bekannte den Umbau ihres Hauses beendet, um einem besonderen Schützling, aus dem Tierheim, in dem sie hilft, gerecht werden zu können
Vor Jahren hat sie schon einen von dort aufgenommen, bei dem sogar ich gesagt hätte, die Euthanasie wäre gnädiger. Sie hat bewiesen, dass dieser Hund in der Lage ist ein erfülltes Leben zu führen...
Aber das sind die Geschichten, die keiner sieht, es waren beide Hunde unter 2 Jahren im Tierheim, was in Deutschland ja (leider) nicht mal als sonderlich lang angesehen werden kann.