Beiträge von Chien_de_coeur

    Und vor Kurzem schrieb ich noch so schön, hier gäbe es keinen Stacheldraht, der unter Strom steht...

    Jetzt war ich im Nachbarort unterwegs, der Hofhund lief uns ein gutes Stück nach und kam beim Pinkeln mit dem Bein an den Stacheldraht - definitiv war da Strom drauf. Armes Vieh:( Und arme Kühe, die dahinter stehen...

    Jetzt müsste ich es mal angehen den Bauern darauf anzusprechen, der wirkt aber so schon nie freundlich und ich bin eher ein Hasenfuß in so Angelegenheiten:hilfe:

    Häng konsequent die Schleppleine dran, egal wie sehr es nervt - je häufiger der Hund damit durchkommt, desto schwerer wirds, das wieder in den Griff zu bekommen.

    Und dann: Üben, üben, üben. Mit freundlicher, positiver Grundeinstellung, Konsequenz und gutem Timing. Wenn du genervt oder ärgerlich bist, wird dein Hund erst recht flüchten. Ich würde mir sogar überlegen einen neuen Rückruf ganz sauber zu trainieren - und diesen dann aber auch wirklich nur zu verwenden, wenn du sicher bist, dass er funktioniert.

    Ansonsten wäre es sicher gut, wenn du einen Trainer findest der sich nicht nur situativ das Problem, sondern euer ganzes Zusammenleben anschauen kann.

    Ich muss ehrlich sagen, auch bei geöffneten Türen halte ich es bei 30°C nicht länger als 15min in einem Auto in der Sonne aus. Oft erprobt, da mein Partner und ich nach Tagesausflügen immer am Supermarkt halten und ich mit den Hunden im Auto bleibe. Nebenbei - es ist ein helles Auto, allerdings mit dunkler Innenausstattung.

    Nun bin ich furchtbar hitzeempfindlich (und kälteempfindlich, einfach ein Montagsmodell), aber da meine Seniorin die Hitze auch nicht verträgt, bin ich sehr vorsichtig und bei allem, was über 5min dauert, bleibt jemand mit im Auto.

    So, wir waren jetzt noch ne Stunde gemütlich unterwegs und sie ist besänftigt:D Meine Schwester meinte heute wieder beim Gassigehen "ich würde wahnsinnig werden, die ist so ein typischer Rentner". Jup, schrullig bis zum geht nicht mehr, läuft in die falsche Richtung, trödelt usw... Wir gehen nur noch Wege, wo sie nicht verlorengehen kann|)

    Aktuell bin ich körperlich so erschöpft, dass sie mich nachts oft nicht wach bekommt, als Konsequenz muss ich dann morgens wischen. Aber ich will auch keinem Hund, der sich nicht im Körbchen einnässt, eine Windel anziehen. Sie pinkelt dankbarerweise immer auf den hässlichen, alten Linoleumboden, da passiert nix. Außer man legt ne Inkontinenzmatte drauf, dann pinkelt sie woanders hin:schweig:

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    Nur ein nackter Bauch ist bei uns übrigens nicht halb so wirksam wie den ganzen Hund zu scheren. Aber natürlich lohnt es sich erstmal das zu testen, wenn man nicht den ganzen Hund verunstalten will|)

    Meine Seniorin ist sehr übellaunig heute... ich werde permanent angemault und angestupst, weil wir zu wenig Gassi waren. Heute Mittag war es indiskutabel zu heiß - was sie hier in der Kellerwohnung natürlich nicht merkt. Und während dem Gewitter, das bis eben anhielt, war natürlich auch kein Gassigehen drin:ka: Und in den Garten schicken besänftigt sie auch nicht...

    Typisch Rentner, als sie jünger war, konnte die wunderbar mit flexiblen Tagesabläufen. Jetzt im Alter hat bitte alles ihren Gewohnheiten zu folgen :D

    Ich kenne die verhaltensbedingte Euthanasie persönlich in mehreren Fällen und will das so nicht nochmal erleben. Nebenbei ausschließlich aus Fällen, die ich als wesentlich besser vermittelbar eingeschätzt hätte, als das, was da seit Jahren in deutschen Tierheimen sitzt. Das ist die Gefahr, die ich sehe, wenn man dem Thema verhaltensbedingte Euthanasie Tür und Hof öffnet. Es wird nicht bei den wirklich gefährlichen Hunden bleiben...

    Ja. Aber ist es wirklich besser das viele Hunde dann eben auf Lebenszeit im Tierheim versauern?

    Es ist kein nettes Thema, kein gutes Thema, das stimmt. Aber was ist wirklich besser? Den Hund am Leben lassen und hoffen das schon irgendwer irgendwann mal kommt? 5 Jahre, 8 Jahre, 10 Jahre....

    Wer will sich denn bewußt ein Problem ins Haus holen? Das tun doch eh schon sehr wenige Menschen, je "gravierender" das Problem desto weniger Leute gibts.

    Und je länger ein Platz besetzt bleibt desto mehr werden andere Plätze gebraucht. Darum stapeln sich dann ja bei den "Ich nehme alles!" TS Leuten die Hunde.

    Ich hatte es an anderer Stelle schon mal geschrieben, mir gehts nicht um die Rettung jedes einzelnen Extremfalles. Die sind verdammt selten. Aber das, was ich an verhaltensbedingten Euthanasien erlebt habe war ganz, ganz fern von Hunden, die nicht händelbar waren.

    Was mit schwierigen Hunden passiert ist maßgeblich davon abhängig wo sie landen und nicht wie gravierend ihr Problem wirklich ist. Das macht es so traurig...

    Ich sehe es an den 2 TH hier vor Ort, in beiden war ich früher Gassigänger:

    1) Nimmt sogar bewusst Problemhunde auf, die in anderen Orgas keine Fortschritte machen, aber eben nur einen alle paar Monate. Das Tierheim hat eine eigene Hundeschule, deren Trainerinnen arbeiten intensiv und positiv mit den Hunden. Parallel dazu wird gesundheitlich viel abgeklärt und verbessert. Die Hunde werden vergesellschaftet. Sie erzielen gute Erfolge, die Hunde können vermittelt werden, natürlich nicht nach wenigen Wochen, aber auch ehem. Dauerinsassen anderer Tierheime gehen da in einer für mich sehr raisonablen Zeit weg.

    2) Arbeitet leider nur mit ehrenamtlichen Trainern, hält Hunde vermehrt einzeln. Zudem hat man die Vorstellung auch die problematischsten Hunde wenn dann nur an Menschen zu vermitteln, die diese rund um die Uhr drinnen halten und mit denen normal Gassigehen (dort sitzen mehrere HSH die sicher besser vermittelt werden könnten, wenn man sie auch auf ein Gelände vermitteln würde, wo dennoch Anschluss zum Menschen gewährleistet wäre). Joa, dort stirbt halt einer nach dem anderen an Altersschwäche:ka:

    Menschen, die sich sehenden Auges "ein Problem ins Haus holen" gibts übrigens immer wieder... Ich kenne mehrere, mich eingeschlossen. Gerade diese Woche hat eine Bekannte den Umbau ihres Hauses beendet, um einem besonderen Schützling, aus dem Tierheim, in dem sie hilft, gerecht werden zu können:respekt: Vor Jahren hat sie schon einen von dort aufgenommen, bei dem sogar ich gesagt hätte, die Euthanasie wäre gnädiger. Sie hat bewiesen, dass dieser Hund in der Lage ist ein erfülltes Leben zu führen...
    Aber das sind die Geschichten, die keiner sieht, es waren beide Hunde unter 2 Jahren im Tierheim, was in Deutschland ja (leider) nicht mal als sonderlich lang angesehen werden kann.

    Ich habe ja weiter oben geschrieben, dass ich durchaus dafür bin, dass auch Tierheime eine bessere staatliche Förderung bekommen, auch für Abgabetiere. Und insbesondere um mehr qualifiziertes Personal zu haben, das sich der Hunde auch wirklich annehmen kann.


    Aber ehrlich gesagt sehe ich einfach keine realistische Lösung Plätze für alle versauten Hunde dieser Welt oder auch nur dieses Landes aufzutun. Man braucht qualifizierte Trainer, verdammt viel Zeit und verdammt viel Geld, wenn man das ordentlich machen will. Das geht nicht von heute auf morgen, auch nicht mit staatlicher Förderung, sowas tut sich nicht einfach auf.

    Und den dahinterstehenden Menschen per se alle Verantwortung abzunehmen finde ich nicht sinnvoll.

    Versteht mich nicht falsch, ich kenne auch ganz arme Schicksale die Hilfe vom Tierschutz dringend brauchten, aber das was ich aus Abgabegesprächen kenne ist halt zu 95% kein armes Schicksal sondern die Suche nach einer schnellen, bequemen Lösung. Zum Glück hatten wir dort wirklich viele, viele Hunde, die nicht halb so problematisch waren wie beschrieben, Euthanasien waren also eher etwas, was nur alle paar Wochen vorkam, nicht täglich. Aber wir reden halt auch von einem Land indem die Euthanasie des eigenen Tieres viel leichter zugänglich ist, also keine Ahnung, wie viele gar nicht erst dem Tierheim vorgestellt wurden.

    Ich habe in einem Tierheim gearbeitet, das immer nett und freundlich jeden Hund aufgenommen hat (als ich im Ausland gelebt habe). Wer diese Praxis betreibt, dem bleibt nur die Euthanasie um das aufrecht zu erhalten:ka:


    Langfristig gibt es nur entweder oder. Entweder, ich kümmere mich vollumfänglich um alle Fälle, die ich mit gutem Gewissen versorgen kann und lehne die anderen ab. Oder ich nehme alle und euthanasiere. Klar wärs super, wenn wir Plätze für jeden ungewollten Hund der Welt schaffen könnten, aber wie oben schon geschrieben: Das ist realitätsfern.

    Viele hier sind pro Euthanasie. Ich kenne die verhaltensbedingte Euthanasie persönlich in mehreren Fällen und will das so nicht nochmal erleben. Nebenbei ausschließlich aus Fällen, die ich als wesentlich besser vermittelbar eingeschätzt hätte, als das, was da seit Jahren in deutschen Tierheimen sitzt. Das ist die Gefahr, die ich sehe, wenn man dem Thema verhaltensbedingte Euthanasie Tür und Hof öffnet. Es wird nicht bei den wirklich gefährlichen Hunden bleiben...