Beiträge von Chien_de_coeur

    Aktuell ist die Lage echt schwierig, durch die Blasenentzündung kann sie jetzt wirklich nur noch 30-60min einhalten, ihr Urin ist blutig & eitrig und das dicke Bein ist noch nicht abgeheilt und schränkt ihre Bewegungsfreudigkeit ein. Eigentlich würde ich mich jetzt fragen, ob ihr Leben noch lebenswert ist. Eigentlich. Aber sie fragt sich das anscheinend nicht. Obwohl die Einschränkungen, die in den letzten 2 Wochen entstanden sind, erheblich sind, ihr Leben sich auf kleine Runden, Fressen, Schlafen, betteln & den Garten beschränkt, wirkt sie nicht unzufrieden. Sie zeigt keine Schmerzen an, sie frisst mit Begeisterung, fordert Leckerlis und Aufmerksamkeit ein, nimmt an ihrer Umwelt teil...

    Jeder normale Hund müsste damit doch leiden... Aber sie scheint nicht zu leiden. Ich kenne sie so viele Jahre, weiß wie sie Schmerzen oder Unwohlsein anzeigt, aber sie scheint einfach recht zufrieden zu sein. Ihre Welt ist klein geworden, aber sie scheint das weniger zu kümmern als mich.

    Trotzdem ist sie da, diese Angst, dass man den Zeitpunkt verpasst. Aber auch ihr Onkologe meinte, es spricht nichts dafür sie jetzt einschläfern zu lassen. Der Zustand kann sich ja wieder verbessern, also sowohl das Bein als auch die Blasenentzündung und ihr Allgemeinbefinden ist gut.

    Starke Blasenentzündung. Wäre alles halb so schlimm wenn es nicht ein riesen Problem wäre ordentliche Antibiotika sofort zu bekommen ohne ein Antibiogramm abzuwarten. Denn ABs bekam sie wegen der anderen Entzündung ja schon vorher - unter denen konnten sich die resistenten Keime schön in der Blase vermehren:(Trotzdem wurden wir von Tierärztin 1 weggeschickt und mussten einen Ausflug in die 150km entfernte Klinik machen:lepra:

    Die Leukos waren schon super hoch und der Urin voller Eiter, abwarten wäre also echt nicht gut gewesen.

    Naja, wir hatten mit dem Krebs eine Prognose von 6-12 Monaten und sind bei 16... Und vor 3-4 Monaten als das letzte Mal drauf geschaut wurde sah es zappenduster aus. Hab direkt ABs gegeben, so lange das Allgemeinbefinden gut ist sehe ich jetzt keinen Grund heute Nacht zum TA zu gehen. Sie frisst und tapst durch die Gegend, fordert Streicheleinheiten ein. Trotzdem ist da dieses dumpfe Gefühl, dass es Zeit wird. Und dass sie einfach niemals aufgeben wird, auch wenn ihr Körper es tut.

    Dennoch werde ich abwarten so lange ihr Allgemeinbefinden gut ist, es stand schon so oft so schlecht um sie und sie hat x-mal Todesvorhersagen überlebt nachdem wir uns fürs Kämpfen und gegens Einschläfern entschieden hatten. Aber es liegt mir fern Leiden zu verlängern und ich weiß einfach, dass ich jetzt nichts mehr unternehmen würde, was über eine palliative Behandlung hinaus geht.