Beiträge von Chien_de_coeur

    2 Jahre habe ich jetzt daran gearbeitet, dass mein Straßenhund sich für Spielzeug interessiert. Ultra kleinschrittig. Und seit ein paar Wochen ist der Knoten geplatzt.

    Er schleppt jetzt ALLES an:ugly:

    Warum nochmal wollte ich das?|)

    Wie hast du das geschafft? Ich suche noch Tips und Anleitungen :D

    Vorweg: Zu Beginn ist er wirklich nichts nachgelaufen, weder Ball noch Spielzeug am Seil, Spielis "nachjagen" war nicht, auch nicht mit den Tipps, wie man Spielis interessant und "belebt" macht. Null Interesse.

    Was von Anfang an ging: Gefüllte Kongs & Snackbälle.

    Ich hab dann einen Futterbeutel ultra kleinschrittig mit Clicker aufgebaut. Click fürs anschauen, click fürs drauf zugehen, click fürs zart anstupsen, click für mit offenem Maul anstubsen und so weiter. Mit vielen Wochen der Geduld konnte ich das so trainieren. Hab das immer sehr interessant gehalten, ganz kurze Einheiten drinnen. Dann langsam draußen. So mehr als 3-4mal draußen werfen fände ich auch heute noch nicht sinnvoll. Irgendwann sah man, dass es, obwohl es 100% konditioniert war, angefangen hat Spaß zu machen.

    Nächster Schritt waren Puppington Pods, das ging dann schon flotter.

    Jetzt arbeiten wir mit einem Bungee Zergel, in den man auch Leckerlis tun kann. Und hier belohne ich tatsächlich auch beißen & halten. Etwas, was er von sich aus wirklich null angeboten hat.

    Diese Spielsachen waren nie frei verfügbar. Parallel dazu habe ich dank Überraschungsboxen immer wieder ganz verschiedene frei verfügbare Spielsachen rumliegen gehabt. Irgendwann hat er dann langsam angefangen sich alleine mit denen zu beschäftigen. Da war eigentlich das Wichtigste, dass ich dann selbst kein Interesse gezeigt habe, sonst hat er es direkt gelassen.

    Ich würde den Hund nicht den ganzen Tag in einen Laufstall tun (langfristig soll Hund ja frei im Haus entspannt mit dabei sein können), nur aktuell würde ich es als Priorität sehen, dass erst mal ein paar Wochen der Stress rausgenommen wird, aus den Situationen, die sonst konfliktbehaftet waren. Deshalb auch der "Schnulli", nicht als Dauerlösung, aber meiner Erfahrung nach tut es gerade bei Ressourcenproblematiken ganz gut, vor dem eigentlichen Training das Thema ruhen zu lassen, da das Training selbst ja auch zwangsweise etwas Stress rund um Ressourcen schafft.

    Mit einem Training, das vom Timing her perfekt ist, könnte man sicher auch ohne Vorübungen anfangen, in der Realität sehe ich nur leider eher, dass es da doch zu einigen Ungenauigkeiten kommt, die das ganze Thema sogar schlimmer statt besser machen können. Deshalb erst mal reichlich positive Assoziationen schaffen und dann trainieren...

    Ich habe Interesse daran eine "Hundetrainerausbildung" zu machen, ohne das Interesse aktiv als Hundetrainerin tätig zu werden. Also reines Eigeninteresse zur Erweiterung/Fortbildung und Festigung des aktuellen Wissensstandes.

    Kennt jemand da Möglichkeiten die nicht zu kostenintensiv sind? Habe da jetzt bissl gegoogelt und Preise von 1.400€ - 5.000€ gefunden. Das ist mir ehrlich gesagt zuviel, da ich absolut nicht plane in gewerblicher Hinsicht tätig zu werden. Unterm Strich hätte ich gerne das theoretische (geprüfte) Wissen und die Umsetzung/Praxis passiert ausschliesslich in meinem privaten Umfeld (sprich beim eigenen Hund und (wenn überhaupt) oberflächliche Hilfestellung bei Hunden in der Familie und engsten Freundeskreis).

    Puh, eine volle Ausbildung wird nicht günstiger werden. Ich kann dir the canine school of science empfehlen, falls dich die einzelnen Bereiche dort interessieren, die sind echt toll.

    Maßregeln mit Schnauzengriff, Futter abnehmen, diese ständigen Konkurrenzsituationen -> damit fördert und festigt ihr Futteraggression.

    Es kommt durchaus vor, dass schon Welpen Futteraggression zeigen, dann sollte aber der Hauptaugenmerk auf "Schau, dir nimmt niemand dein Essen weg" liegen, um diese in den Griff zu bekommen.

    Ich würde ihn komplett aus der Situation nehmen um ihm den Stress zu nehmen. Play pen am anderen Ende des Raumes, nur er allein, mit einem schönen Kausnack, gefüllten Kong, was auch immer. Ohne andere Hunde, die seinem Futter zu nahe kommen können. Und dann langsam wieder Vertrauen aufbauen, leeren Napf hinstellen und trainieren, dass Mensch am Napf bedeutet, dass Futter hinzugefügt wird, nie weg genommen.


    Erst wenn das entspannt ist würde ich überhaupt lohnenswerte Tauschgeschäfte trainieren und das mit Trainer. Sprich ich würde die Coronazeit wirklich nur nutzen, um gar keinen Stress entstehen zu lassen. Wenn man Hund doch mal was "abnehmen" muss, würde ich mal testen, ob es nicht ein freudiger Rückruf & ein fettes Leckerli in der Hand tun, viele lassen dann ja schon ihre aktuelle "Beute" fallen.

    Ich bin Single, habe einen Vollzeitjob und zur Zeit einen Hund, davor immer lange 2 Hunde und hoffentlich in Zukunft auch wieder.

    Wie ich das mache? Zum einen erfordert es mein Job nur ca 6h pro Tag außer Haus zu sein, das ist für viele erwachsene Hunde gerade noch vertretbar. Trotzdem wären auch 6h pro Tag wirklich viel und vor allem für mich stressig, weil ich dann nicht mal eben noch nach der Arbeit einkaufen könnte oder abends ohne Hund mal ins Kino/Restaurant/zu Freunden könnte.


    Deshalb habe ich meine Eltern mit im Boot, die sich toll mit kümmern. Aber egal ob Familie, Nachbarn, Freunde, Hobby-Hundesitter, Hunde-Tagesstätte etc... Fast immer sind da nur "nette" Hunde gerne gesehen. Viele professionelle Hunde-Tagesstätten nehmen sogar nur artgenossenverträgliche Hunde. Das sind erwachsene Schäferhunde einfach fast nie mit Fremdhunden.

    Mit einem netteren, weniger reizoffenen Typ Hund ist es auch wesentlich leichter, den Hund nach der Arbeit zu Freizeitaktivitäten mitzunehmen, entspannt Besuch zu empfangen etc... So kann man dann auch Vollzeitjob, Hund und ein Leben mit sozialen Kontakten und (hundekompatiblen) Hobbies haben:sweet:

    Wir bekommen aktuell die Wufwuf Box. So richtig lohnen ... nein. Richtig lohnen tun meiner Meinung nach nur diese unregelmäßigen, super schnell vergriffenen Boxen von Zooroyal & Zooplus. Schecker fand ich schon nicht lohnenswert.

    Es ist nett, es macht Spaß, mein kleiner Ex-Straßenhund entdeckt nach 2 Jahren hier endlich seine Begeisterung für Spielzeug und ständig was Neues tut da echt gut. Aber das Gefühl, dass man da riesig viel Geld spart kommt natürlich nicht auf.


    Du kannst auf der Homepage frühere Boxen einsehen.