Bisherige Erfahrungen: 6 Hunde - 4 Spanier, 1 Türkin, 1 Rumänin.
Die Türkin war jene mit mutmaßlichem HSH-Anteil. Mein erster Hund. Sie hatte durchaus Wachtrieb und konnte sehr ernsthaft werden, wenn sie Gefahr für mich wahrnahm. Sonst war sie fremden Menschen gegenüber stets etwas skeptisch, aber durchaus freundlich. Jagdtrieb stark vorhanden. Optisch war sie im Prinzip ein sehr schlanker, hochbeiniger Labbi. Von mir meist als Labbi-Windhund-Mix deklariert, aber wir vermuten dass da doch ne Ecke HSH mitgespielt hat. Sie kam mit etwa 6 Monaten zu uns und ging mit 16,5 Jahren. Hat mich so viele Jahre lang begleitet und war ein wunderbarer Hund. Will to please war da schon auch, wobei sie auch arg verfressen war und für Futter leicht zu motivieren. So hat sie als junger Hund mit Begeisterung Agility gemacht, später Turnierhundsport bis zur Turnierreife, noch später Mantrailing, Futterbeuteltraining und natürlich Unterordnung. Sie hatte Freude dran. Mit anderen Hunden prinzipiell sozial, sie konnte aber grad mit Hündinnen auch recht zickig sein.
Die Rumänin kam schon als etwas ältere Dame unbekannten Alters zu uns und war einfach herrlich unkompliziert. Sehr sozial gegenüber Hunden. Menschen gegenüber bei Fremden zunächst abwartend und ignorierend, aber prinzipiell sehr freundlich. Keinerlei Wachtrieb. Jagdtrieb aber sehr ausgeprägt. Eher vom Typ her sehr ruhig und gemütlich, äußerst souverän. Außer es war Silvester, das war immer der Endgegner. Dann Stress und Panik. Aber außerhalb von Silvesterknallern ein wirklich angenehmer Hund. War auch überallhin mitnehmbar. Optisch war sie das ideale Abbild eines zu klein geratenen grauen Schäferhundes, sie hatte 53 cm und war sehr kompakt gebaut, hatte einen ziemlich breiten Rücken und Brustkorb. Wir nannten sie unseren Bonsaiwolf.
Die Spanier sind und waren allesamt Galgos bzw. drei davon auf jeden Fall, einer ist eher Podenco-Mix. Alle natürlich mit Jagdtrieb ausgestattet, zwei davon eher reine Sichtjäger, zwei davon die auch frischen Spuren nicht abgeneigt sind. Ängstlichkeit nur bei einer Galga, unsere Pepper. Für sie sind fremde Menschen einfach Stress. Es ist aber okay wenn sie ausweichen kann, lange Leine oder Bögen laufen. Zuhause waren und sind allesamt recht entspannt, die jetzt beiden jüngeren Galgos spielen halt manchmal zuhause auch miteinander und rocken dann das Bett. Zwei der Galgos melden wenn es klingelt und haben so eine Andeutung von Wachtrieb. Die zwei anderen hingegen überhaupt nicht. Von der Angst-Galga abgesehen sind sie Menschen gegenüber freundlich, wenn auch anfangs distanziert, was ich aber eher als rassetypisch empfinden würde. Will to please hat nur einer so richtig, und das ist der Podenco. Der hat als junger Hund auch viel gemacht: Hundeschule mit Unterordnung, Mantrailing, bisschen Agility, ZOS, Futterbeuteltraining, usw. Mit anderen Hunden sind die Windhunde zwar an sich nett, aber sehr rassistisch. Also unter ihresgleichen kommen sie am besten klar, egal ob nun Galgo, Podenco oder Greyhound. Whippet geht auch ganz gut. Alles andere wird entweder ignoriert oder hat es im gemeinsamen Spiel eher schwer.
Was mir selbst jetzt fehlt: Vergleichswerte zu Hunden die in D aufgewachsen sind bzw. Rassen die wirklich richtigen will to please haben. Da kann ich nix zu sagen, ich hatte immer nur die "Ausländer" und dabei wirds vermutlich auch bleiben, außer es läuft mir mal zu passender Zeit ein erwachsener, zu uns passender Abgabehund aus Deutschland in die Arme.