Ich würde ihm zu den Ruhezeiten Räume schaffen, in denen er entspannt schlafen kann, weil er sich vor nichts fürchten muss.
Also vor allem nachts, aber auch tagsüber eine feste Zeit und einen Ort etablieren, wo Dein Mann niemals auftaucht.
Stell Dir Mal vor, Du müsstest irgendwo schlafen, wo ständig jemand auftaucht, bei dem Du um Dein Leben fürchtest. Du wärst nach wenigen Nächten ein psychisches Wrack und würdest krank werden vor Erschöpfung.
Naja, das ist schwierig umsetzbar. Soll der Welpe alleine schlafen? Da würde er sicher auch fiepsen. Gerade haben wir aber wieder ein kleines Erfolgserlebnis. Wir sitzen alle zusammen auf der Couch während die kleinen Hunde spielen und durch das Spiel ist er abgelenkt. Meine Männer müssen aber gaaaanz ruhig reden und sich gaaaanz langsam bewegen, sonst hüpft er gleich. Aber das Spiel ist zu verlockend um so viel Angst zu haben.
Der Hund ist aber immer noch erst seit Sonntag bei Dir, oder?
Bei unsicheren Tierschutzhunden nehme ich mir immer erst einige Tagen bis Wochen Zeit, um das, was da eingezogen ist, erstmal kennen zu lernen. Also zu beobachten, was das so für ein Typ ist und wie er auf was reagiert. Womit man ihn motivieren kann und was ihn stresst. In dieser Zeit schiebe ich den Fokus bewusst weg davon, was ich ändern möchte. A kann ich ja noch keine Ahnung haben, wie ich am Erfolgreichstem mit dem entsprechenden Hund arbeite und b. verstellen meine Wertungen mir den Blick auf den Hund. Ich muss ja mit dem arbeiten, was da ist, nicht mit dem, was ich gerne hätte.
Viel Ruhe und bedingungslose Erfüllung der Grundbedürfnisse, damit der Metabolismus auch die Chance hat, zur Ruhe zu kommen: Das ist das, was mir in den ersten Tagen wichtig ist.
Und wo der Hund zur Ruhe kommt, das entscheidet er. Diesen Raum versuche ich zu geben.
Wenn er satt, ausgeschlafen und soweit gesund ist, dann gucke ich, was an Trainingsbedarf da ist. Hat den Vorteil, dass sich manche Probleme mit satt und ausgeschlafen schon von alleine lösen. Und ich bin trainingsfaul 
Gib dem Kerlchen erstmal Zeit, Euch kennenzulernen und Ruheräume, ohne schon zu tief in Deine Erwartungen einzusteigen. Wenn Ihr einen gut strukturierten Alltag habt und innerhalb dieser Struktur ein leicht einzunehmender Platz für Hunde ist, dann ist das oft schon die halbe Miete. Nur muss er Euch und seinen Platz im Gefüge ja erstmal kennenlernen.
Zur konkreten Frage: Mein Mann hat die Maßgabe bekommen, sich sowohl an Lautstärke und an Raum, den er einnimmt, etwas zurückzunehmen. Er ist eher ein Urrumbel und das ist mit Angsthund nicht einfach
Und er sollte sie in Ruhe lassen. Sich aber nicht komplett verbiegen, sondern sich einfach etwas zurückfahren und ihr ihre Ruheräume lassen - und sein Leben ohne Fokus auf den Hund ansonsten weiterleben.