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Nur weil es den Hunden in den Sheltern nicht gut geht, ist das ja kein zwingendes Argument, die Hunde zu exportieren und in eine unpassende Lebenssituationen zu stecken.
Es gäbe ja durchaus andere Möglichkeiten, zb, die Situation in den Sheltern zu verbessern.
Aber es kann doch nicht die Lösung sein, die Hunde auf Gedeih und Verderb in Familien zu zwingen, auch wenn das für sie mit enormer Todesangst verbunden ist.
Mia hatte nach einem blöden Vorfall Panik an Silvester. Wenn ich mir vorstelle, sie hätte über Wochen und Monate in dieser Panik leben müssen macht mich das sehr traurig.
Das ist doch für den Hund kein schönes Leben, wenn er in ständiger Todesangst lebt.
Natürlich gibt es manche Menschen, die sich bei solchen Aktionen auf die Schultern klopfen, was sie doch tolles gemacht haben, um den Hund zu retten. Nur dass es für den Hund kein bisschen besser ist. Nur anders.Hat für mich mit Tierschutz im Interesse der Hunde nix zu tun.
Der Verein, in dem ich aktiv war, hat vor einigen Jahren in einem sehr hartem Winter mal nach einem verzweifeltem Hilferuf direkt einen supereilig auf die Beine gestellten Hilfstransport mit Decken und Kissen, Wärmeplatten, Futter und anderen dringend benötigten Sachen nach Rumänien zu einem kleinen Verein gekarrt. Unterstützung vorort gibt es nämlich durchaus auch.
Was sie dort vorgefunden haben, waren verzweifelte, überforderte Menschen, die nach eigenen Angaben staatlicherseits eher Steine in den Weg als Hilfe bekommen und unterernährte, schlecht versorgte und durchfrorene Hunde. Durchfroren heißt, dass sie in ein paar Fällen den Leuten vorort geholfen haben, Langhaarhunde mit warmen Wasser von dem Boden zu lösen, an dem sie festgefroren waren und erstmal das Eis im Zwinger wegzubrechen, um die Wärmeplatten aufstellen zu können.
So viel mal zur Einordnung dazu, was „nicht so schön“ konkret heißt.
Und natürlich ist es nicht in allen Sheltern so. Aber hart ist es in fast allen. Und kastrieren und aussetzen ist immer noch verboten. Wenn es gemacht wird, dann mit wohlwollenden Behördenvertretern vorort (wohlwollend warum auch immer) und unter der Hand. Es ist keine Massenlösung.
Viele, viele Tiere finden über Direktimport ein schönes Zuhause. Teils mit Anlaufschwierigkeiten, die auch erheblich sein können, teils ohne. Ja, teils mit längerer Angst. Auch Leben mit Angst kann übrigens lebenswert sein und schön gestaltet werden. Und Angst hält nicht für immer. Geht rein biologisch nicht.
Die Hunde, die ich life aus meiner Umgebung und aus meiner Tierschutzzeit kenne, haben sich mal schneller, mal mit mehr Arbeit eingewöhnt und haben glückliche Menschen. Die sich in manchen Fällen den Einstieg ins Hundehalterdasein auch anders vorgestellt haben.
Ja, es gibt auch die Fälle, die richtig schief gegangen sind. Die gibts aber auch bei der Übernahme durch Hunde vom Züchter. Und über die liest man viel und ausgiebig. Einen Problemthread eröffnet man ja nicht, weil alles so schön und easy ist. Und Problemthreads haben wegen der erzeugten sekundären Emotionen nunmal um ein Vielfaches mehr Aufmerksamkeit als Threads, in denen alle happy sind. Ist menschlich. Verzerrt aber das Bild.
Und hier kann man jetzt wirklich nicht behaupten, dass es einen Mangel an Informationen gibt. Wenn die TE als erwachsene Person sich trotzdem dafür entscheidet, dann ist das ihr recht und ich wünsche ihr und dem Hund, um den es geht, von Herzen das Allerbeste.
Persönlich bin ich übrigens auch kein Freund von Vermittlung von Direktimporten an Hundeanfänger und unterstütze auch keine Vereine finanziell, die vorwiegend mit Direktimporten arbeiten. Es ist nicht das Konzept, das ich ideal finde. Allerdings arbeiten die größeren Tierheime hier alle mit Vereinen im Ausland zusammen und importieren zur Vermittlung geeignete Hunde, wenn sie leere Plätze haben. Was bei. Größten Tierheim hier vorort Dauerzustand ist, nachdem die örtlichen Kommunen zum Teil ihren Vertrag mit diesem Tierheim nicht verlängert haben, sondern auf einen privaten Anbieter geswitcht sind. Der gar keine Abgabetiere nimmt und die Tierarztpraxis gleich dabei hat, also billig arbeiten kann. Soviel zum Tierschutz in Deutschland, danke auch allen beteiligten Kommunen hier dafür
Und manchmal sind auch bei den vermittelnden Vereinen Situationen, bei denen ein halbverhungertes Pärchen völlig verängstigter Hunde, die vorort ziemlich sicher binnen weniger Wochen sterben würde, irgendwie ans Herz der Menschen rührt, die das Heim besuchen. Die diese Hunde dann mitnehmen in der vagen Hoffnung, sie doch irgendwie zu vermitteln. Und wenns nicht möglich ist, ihnen (mit Spendengeld!, also finanziert von Leuten, die das freiwillig tun) einen warmen Platz und sichere Nahrung zu bieten. Und das tun diese Menschen nicht, um sich auf die Schulter klopfen zu können. Warum diese moralische Abqualifizierung? Auch wenn man das Konzept nicht gut findet, man braucht doch nicht den Menschen dahinter gleich zweifelhafte Motive unterstellen?
So geschehen ist es hier vor 10 Jahren. Ich bin diesen Menschen heute noch dankbar dafür. Und jetzt schicke ich mal einen fröhlichen Weihnachtsgruß n alle. Von mir Momo und auch Lilly. Die hierher kam, um nicht zu verhungern, mehrere Monate Panik hatte und gottseidank nicht weiß, dass das ihr Leben hier für immer unlebenswert gemacht hat ![]()