Beiträge von Phonhaus

    Hi,


    erstmal: Nein. Bisher hört sich das nicht nach einem starken Fall von Angst an. Allerdings muss man einschränkend sagen, dass sich ein Sozialisationsdefizit - falls vorhanden - oft erst später komplett bemerkbar macht.

    Bis dahin würde ich einfach jeden Tag so nehmen, wie er ist. Den Aufbau von Selbstbewusstsein fördern (wozu auch gehört, Herausforderungen langsam und dosiert anzugehen. Wenn er meidet, dann war es zu viel, dann muss man im Training einen Schritt zurück und Auszeiten einbauen). Feste Abläufe, Gewohnheiten und Routine liefern Sicherheit, einzelne Angstauslöser, die Du erkennst, kannst Du schönfüttern. Aber keine Unsicherheit.


    Das Training mit fremden Menschen verstehe ich im Aufbau nicht. Ich kenne sowas von früher aus der Hundeschule, aber da wurde es auch nur dort, mit einem festen „Aufbau“ und vom Trainer beobachtet gemacht. Mit der Möglichkeit für den Hund, sich jederzeit zurück zu ziehen.


    Ansonsten würde ich beim Spazierengehen nicht nach Gruselsituationen Ausschau halten, sondern selbst locker und entspannt bleiben, egal was da komme. Fremde Menschen vom Hund weghalten und versuchen, die Wege selbst erstmal von vorneherein so zu wählen, dass sie nicht allzu viele Herausforderungen haben.


    Gibt es auch Orte oder Wege, wo Dein Hund entspannen, schnuffeln und im geschützen Raum mit anderen Hunden spielen kann?


    Sich zu wünschen, dass ein Lebewesen anders ist, als es nunmal isr, ist ein zweischneidiges Schwert. Einerseits total verständlich, man hatte ja Erwartungen an die Hundehaltung. Andererseits teilt es sich dem Hund mit, verunsichert damit ggf. zusätzlich und kann dafür sorgen, dass man das Training zu herausfordernd gestaltet. Weil man den Blick nicht darauf hat, was gerade möglich und machbar ist, sondern darauf, was man in Zukunft gerne mal als möglich und machbar hätte. Und irgendwo möchte doch jeder so gemocht werden, wie er ist.

    Also würde ich das „Was ist in ... Wochen/Monaten/Jahren oder irgendwann“ erstmal größtenteils beiseite schieben und im Hier und Jetzt an Ruhe, Geborgenheit und Sicherheit für den Kleinen arbeiten. Was zuviel war war zu viel. Punkt. Ohne Wertung, ohne ein Urteil, ob das jetzt „banal“ oder übertrieben war (der Hund sieht ja nicht durch Deine Augen :smile:). Einfach bei dem bleiben, was ist.


    Da wird sich schon noch Einiges bewegen :nicken:

    Nun ja - aber der TE hat einen erwachsenen Hund aus dem Tierschutz für sich bereits kategorisch ausgeschlossen. Daher sehe ich wenig Nutzen darin, das weiter zu empfehlen. Zumal aus der Sicht Tierschutz die besten Interessenten in der Regel die sind, die sich im vollen Bewusstsein um Für und Wider (und ohne das Dankbarkeitsgedöns) für einen Hund aus dem Tierschutz entschieden haben.

    CattyDoggy


    Aber da Ihr eh noch Zeit habt: Den Tipp, Euch als Gassigänger zu engagieren, finde ich ziemlich gut. Ihr habt dabei die Chance, unterschiedliche Hundecharaktere kennenzulernen und zu gucken, was Euch tatsächlich liegt und womit Ihr gut in einem Haushalt Leben könnt. Ich für meinen Teil habe da ziemlich viel gelernt und auch einige frühere „Wunschvorstellungen“ geradegerückt.

    Ich habe mich die letzten 2 Wochen an Fantastischem und Unterhaltsamen festgehalten. Erst die Grischa-Trilogie von Leigh Bardugo. Nett und süffig zu lesen, aber nichts Weltbewegendes (die Krähen-Bücher sind besser).


    Dann die ersten 3 Bände der Hexer-Reihe von Sapkowski. Ich glaube, ich mag den osteuropäischen Humor einfach, Fantasy aus diesen Landen gefällt mir üblicherweise immer.


    Und begeistert bin ich von „Zerbrochene Sterne“. Ein Sammelband mit chinesischen Science Fiction-Kurzgeschichten. In einer Vielfalt und teils einer Qualität, wie ich es von früher her noch von den Sammelbänden kenne, die Wolfgang Jeschke jährlich im Heyne Verlag herausgegeben hat. Faszinierende Einblicke in Zukunftsperspektiven aus der Perspektive einer anderen Kultur. Mit ein paar Essays zur chinesischen SF zum Abschluss, die zwar qualitativ deutlich hinter den Erzählungen zurückbleiben, aber auch interessante Einblicke liefern. Für Freunde des Genres oder der Form eine klare Leseempfehlung.


    Zwischendrin noch - ausgeliehen - die Krimis von Georgette Heyer. Seichte harmlose Unterhaltung, die leider den angestaubten und niedlichen Charme ihrer Regency-Romane vermissen lässt. Aber nett im Bett zum Wegdämmern.


    Und ich habe wieder mal angefangen, in Walter Benjamins gesammelten Werken zu stöbern und ein paar liebevoll erinnerte Texte zu lesen. Zeiten wie diese rufen in mir Sehnsucht nach diesem unendlich klugen, zugleich zärtlichen und bissigen Denker hervor, den keine Kategorie fassen kann und der auch blendend ohne klarkommt. Die gesammelten Werke sind als Ebook für einen symbolischen Euro zu haben. Aktuell empfehle ich den Text: Über Sprache überhaupt und die Sprache des Menschen.