Beiträge von Phonhaus

    Zu Deiner Frage: Das kommt auf dem Welpen an. Hätte ich nochmal so einen, wie meine kleine Ratte, würde ich mir erstmal anständig Mühe geben, mir das Grinsen zu verkneifen, um mir dann mit einem schon freundlichen, aber bestimmten „ich glaub, Du hast den A... auf, Freundchen“ die Socke anzueignen - und ihm was geben, was er darf.


    Ich bin aber auch relativ unbeeindruckt von Welpenzähnchen. Da musst Du wahrscheinlich erst hinkommen. Du machst Dir, glaube ich, gerade mit Deiner „Der muss das alles jetzt lernen, sonst wird das nie was“-Haltung so viel Druck, dass Du gar nicht entspannt und souverän reagieren kannst. Und das merkt der Kleine natürlich.


    Und entgegen der allgemeinen Meinung sind viele Hunde in der Regel kleine Sch...opportunisten, die auch gerne mal mobben und stänkern, wenn sie damit durchkommen. Einfach weils Spaß macht.


    Zum Glück. Denn wären sie keine Opportunisten, hätten sie sich als Gattung weder so eng an uns geschlossen noch könnten sie so dermassen anpassungsfähig auf unsere Bedürfnisse eingehen.


    Mein Weg muss da übrigens gar nicht Deiner sein. Wenn Du Dich mit was nicht wohl fühlst, dann funktioniert das auch nicht. Aber was passt findest Du schon raus, wenn Du etwas Druck von Dir selbst wegnimmst und mehr auf Deinen Bauch hörst :smile:

    Also, nochmal mit etwas mehr Zeit:


    Richtig ist, dass ein Welpe optimalerweise in dieser Phase an neuen Alltagsreizen „mal erleben“ sollte, mit was er später zu tun haben und womit er souverän umgehen sollte. Also z. B. der Anblick eines Autos oder eine kurze Fahrt, Passanten, mal ne Fahradklingel hören... Der nimmt diese Reize auf und integriert sie in sein Wahrnehmungssystem. Im Gehirn bilden sich (Im Schlaf) dadurch neue neuronale Verknüpfungen aus.

    Das aber optimal, wenn es dosiert ist. Wenn so viele neue Reize kommen, dass die momentan noch knappen Verarbeitungsressourcen heillos überlaufen sind, dann passiert das genaue Gegenteil. Das Gehirn „macht dicht“, die Reize werden nur noch als undefinierte Masse wahrgenommen und können nicht mehr verarbeitet und einsortiert werden. Die Reaktion findet auf hormoneller Ebene statt und kann sich durchaus in situativen „Ausrastern“ niederschlagen, die vom eigentlichen Auslöser entfernt sind.

    Action und Toben, das freie Spiel mit Artgenossen und eine sichere Umgebung in allen Einzelheiten frei erkunden zu können, das ist wiederum sehr wichtig für die Entwicklung.


    Ja, es gibt eine Prägephase. Doch in der soll nur angelegt werden, was später wichtig ist, nicht alles „durchgehetzt“ werden.

    Wohl gemerkt - und das ist überhaupt nicht böse gemeint, auch wenn es wahrscheinlich erstmal nicht so schön zu hören ist: Der Trainer wird nicht deshalb empfohlen, weil der Welpe so schwierig ist. Sondern dafür, Euch etwas über Verhaltens- und Wahrnehmungswelt von Hunden zu erklären und darüber, wie man mit ihnen erfolgreich kommuniziert.


    Ich lese aus Deinem Beitrag schon heraus, dass Du Ratschläge bekommen oder Ratgeber gelesen hast. Auch nicht unbedingt Schlechte (wiewohl ich das mit der Handfütterung echt gruselig finde, aber das ist ein Thema für sich).


    Aber auch die besten Ratschläge setzen ein gewisses Verständnis füreinander voraus. Und das muss der Halter genauso lernen wie der Hund, da sind nur ganz wenige mit auf die Welt gekommen :smile: Hunde sind nun einmal ganz andere Lebewesen als wir.


    Und das bekommt man einfach am Besten vermittelt, wenn Jemand, der die Interaktion von Außen sieht, gut erklärt, was genau da gerade passiert. Das kann ein guter Trainer mit viel Erfahrung.


    Ein schlechter Trainer wird Dir pauschale Ratschläge geben ohne Dir das erforderliche Verständnis für das Wann und Warum zu vermitteln.

    Interessant...in vielen Pensionen findet man ja solch einen Passus

    "Der Aufnahme des Hundes in die Betreuung der Hundepension XYZ erfolgt auf eigene Gefahr des Hundehalters. Der Hundehalter haftet für die durch den zu betreuenden Hund verursachte Personen-, Sach- oder Vermögensschäden."

    Es wird dann erwartet, dass z.B. ein angekauter Fensterrahmen vom Hundehalter oder dessen Versicherung erstattet wird.

    Das ist bei einer gewerblichen Pension, die dann der "Hüter" ist, im Zweifelsfall hinfällig wenn ich das richtig verstehe?

    Hinfällig nicht, denke ich. Wenn man den Vertrag so unterschreibt, dann ist der auch so zu erfüllen, sittenwidrig würde ich ihn nicht einschätzen.


    Aber wie dagmarjung sagt: Der Nachweis dürfte schwierig sein.

    Ich glaube ich habe verstanden wie Mikkki das meint. Unter dem Aspekt könnte ich das auch verstehen. Es gibt bestimmt Leute die wirklich nur von ihrer Katze Nachkommen haben möchte ohne sie zu verhöckern, auszusetzten usw. und sie gut versorgt, den Platz, das Geld hat und behält. Ich kenne zwar keinen aber vielleicht gibt es so jemanden.

    Es gibt ja auch genug Leute die sich mit Zucht nicht auskennen und trotzdem unbedingt z.B. ein Fohlen aus der eigenen Stute haben möchten oder von anderen eigenen Tieren.

    Ich kann aber die Wut und Reaktion von Sunti völlig verstehen. Mir wäre es auch nicht anders gegangen und ich hätten denen einiges nicht so nettes gesagt.

    LG
    Sacco

    Das kann ich auch irgendwo verstehen. Und umso besser, je weiter Ronja auf ihren letzten Kilometern voranschreitet. Da gibts schon so eine unvernünftige kleine Stimme in mir, die sagt: „Warum hast Du nicht ...“


    Aber auch, wenns mit dem Hintergrund gewesen wäre: Damit geh ich doch nicht ins Tierheim :emoticons_look: Mein Mann ist ja auch Pragmatiker vorm Herrn und hält Taktgefühl für etwas, das nur in der Musik zu Hause ist. Aber auf die Idee wäre er, glaube ich, nicht gekommen :smile:

    Ja, aber der Passus bezieht sich auf durch den „Sittinghund“ verursachten Schäden bei Dritten. Dieses Risiko muss versichert sein.


    Hier gehts scheinbar um Sachen wie angekaute Türen, umgekippte Vasen oder Ähnliches in der Pension selbst. Da würde ich einfach mal gucken, was im Vertrag steht.


    Wenn es sich um eine professionell erbrachte Dienstleistung mit entsprechender vetraglicher Ausgestaltung handelt, dann sollte das mit dieser Tätigkeit typischerweise einhergehende Risiko m. E. beim Dienstleister liegen. Der hat für die Zeit die Verpflichtung zur Aufsicht über das Tier und weiß ja, dass er mit Lebewesen zu tun hat, die von Haus aus ein gewisses Gefährdungsrisiko haben. Das ist dann aber eben auch eine Dienstleistung, für die man anständig bezahlen sollte.


    Wenn etwas unter der Hand oder mit nicht so ganz klarem Vertrag läuft, dann wird es halt spannend.

    Das ist ein kleiner Hund. Ein Babypredator mit Hummeln im Hintern, keiner Ahnung von der Welt und Gehirn und Hormonhaushalt im täglichen Umbruch. Der ist gerade scheinbar - warum auch immer - völlig drüber und flegelt prächtig vor sich hin, weil er keine gescheiten Grenzen gesetzt bekommt. Aber das heißt überhaupt nicht, dass er „jetzt schon schwierig zu Händeln“ oder gar „aggressiv“ ist. „Nein“ kennt der nicht, genauso könntest Du „Butterbrot“ zu ihm sagen.

    Der Frage nach dem Tagesablauf schließe ich mich mal an, bitte beschreib das mal. Hat er Kontakt zu Artgenossen? Und gleich Eins: Bitte haltet Katze und Hund voneinander fern, so lange das nicht gesittet verläuft und der kleine ein Schnappidil ist, hat der Eine am Andern nichts verloren und umgekehrt. Denn wenn sich da ein Zwist entwickelt, habt Ihr damit echt Spaß.


    Und stöbere hier mal durch den Welpen- und Junghundebereich oder suche mal nach „Beißhemmung“, „Welpe dreht durch“ etc. Das, was Du schilderst, ist hier recht oft Thema, Ihr seid da nicht alleine :smile: In aller Regel wird das und es kommt das Schöne an der Welpenzeit raus.

    Und ergänzend: Im Tierschutz sucht man ja für genau diese „Unerwünschten“ ein nettes Plätzchen und kümmert sich nicht um die „Neuproduktion“.

    Das ist etwa so, als würdest Du bei einem Blind Date zu einer Frau sagen: „Also mit uns, das steht überhaupt nicht zur Debatte. Aber Sie können mir gerne Ihre Tochter vorstellen.“