Beiträge von Phonhaus

    ChiBande

    Natürlich hast Du recht, dass es so sein sollte. Die Welt sollte insgesamt ein ganz anderer Ort sein als sie ist und die Menschheit sollte sich anders verhalten.

    Nur kannst Du das, was Andere tun, wenig bis gar nicht beeinflussen. Was Du beeinflussen kannst, ist das, was Du tust und wie Du mit dem Handeln Anderer umgehst.

    Und wenn Dir das leichtfertige Handeln Anderer Schmerzen bereitet, dann wäre es doch gut, wenn das nicht mehr so ist. Und da Du an der Stellschraube „Anderer“ einfach wenig tun kannst, ist Deine Energie für Dich selbst sinnvoller eingesetzt, die Du an der Stellschraube „Du“ investierst. Darauf sollte es, glaube ich, hinauslaufen. Nicht darauf, dass Dein Empfinden „krank“ wäre.

    Und ja: Im Zweifelsfall juckts mich auch weniger, ob jemand meinen Hund witzig findet oder ob er sich abfällig über Religion, Gesundheitszustand oder ethnische Herkunft äußert. Ersteres ärgert „nur“ mich selbst (wenn ich es zulasse). Zweiteres schafft ein gesellschaftliches Klima, in dem ich dauerhaft leben muss.

    Ich hab zwei mittelgroße Hunde. Promenadenmischungen. Und auch das wird kommentiert. So a la : „Da ist ja Gott und die Welt über die Mutter drübergerutscht“. „Abgebrochener Riese“. „Senfhund“ ...

    Einer von beiden ist ein Angsthund und mag keinen Kontakt zu Fremden. Was ich mir da schon alles angehört habe. Gar nicht böse gemeint.

    Aber eben auch ganz viel positive Kommentare. Über Letztere freu ich mich. Und die Ersteren:

    Mei - ich werd das nicht mehr wettmachen können, was die Eltern bei dem Menschen an Erziehung und Humorbeigabe verpasst haben. Also versuche ich es gar nicht erst.

    Klar kann man doofe Kommentare zurückgeben. Ist halt die Frage, obs einem wirklich gut tut(mir nicht, sorgt ja nur dafür, dass ich mich länger damit befasse), und ob man Bock auf das Eskalationspotential hat (nö).

    Ab und an gönne ich mir ein Spässche, wenn jemand ersichtlich eine Reaktion von mir möchte und frage mit ernstem Gesicht zurück: „Was erwarten Sie jetzt von mir, das ich darauf antworte?“

    Da kann man nämlich sehr schön die grauen Zellen rattern sehen :p

    Schlau und weiß, was er will :lol:

    Will er da seine Wünsche durchsetzen und Bespaßung von Dir, auch wenn Du das nicht möchtest? Das z. B. würde ich mit einem guten Buch in der Hand aussitzen, Ohrstöpsel helfen dabei auch. Vielleicht noch ne schöne Duftkerze und ein Keks. Für Dich. Wenn er grundsätzlich weiß, wie und wo er sich entspannen kann - und ggf. nich ein Spielzeug oder ein Kauteil hat - dann hat er ja die Möglichkeit, sich mit sich selbst zu beschäftigen.

    Oder so lange wegschicken - wenn er das kennt - bis er weg bleibt. Und zwar ohne schlechtes Gewissen, sondern mit Konsequenz und ggf. auch mal Verärgerung in der Stimme.

    Ein Kindergitter wäre da auch ne Möglichkeit. Was für Dich funktioniert und wobei Du kein schlechtes Gefühl bzw. Gewissen „dem armen Hund“ gegenüber bekommst. Einschränkung:

    Wenn Du das Gefühl hast, dass er sich tatsächlich nicht anders zu helfen weiß, als bei Dir zu „nerven“, dann müsste das Thema Ruheplatz ganz neu aufgebaut werden.

    Ich rufe mal Oleniv , die kann bestimmt mehr zum Thema Spiel zwischen Hund und Jungmann sagen als ich :smile:

    Wenn Ronja früher mit unseren Catsittern im entsprechenden Alter gerangelt hat, hätte man von der Geräuschkulisse her meinen können, dass sich Kind und Hund zerfleischen. Das war aber größtenteils stressfrei und ließ sich abbrechen - der Abbruch hat aber auch mal etwas mehr Vehemenz erfordert.

    Zu viel ist ja auch subjektiv. Wenn der Hund richtig ausklinkt und man den Augen ansieht, dass er gerade auf einem völlig anderen Planeten ist, bzw. er auch nicht mehr ansprechbar ist, bzw. das Spiel nicht mehr ohne Weiteres abgebrochen werden kann, dann ist es ganz objektiv definitiv zu viel und droht zu kippen.

    Wenn der Hund Schwierigkeiten hat, nach einer Spielsequenz wieder „herunterzufahren“, dann war es für ihn zu viel.

    Wenn es Deinem Sohn unangenehm ist oder Beklemmungen macht, dann ist es zu viel.

    Wenn Dein Hund auch anderweitig versucht, Deinen Sohn einzugrenzen oder körperlich zu bedrängen, Wege abzuschneiden, sich reindrängelt, wenn Du Dich mit Deinem Sohn beschäftigst, ihn überwacht, ihn bedrängt, wenn er isst oder sich mit etwas Interessantem beschäftigt, Plätze blockiert, die Dein Sohn einnehmen möchte, an sich bekannte Kommandos von ihm völlig ignoriert (was allerdings situativ immer mal passieren kann) ... Dann sollte man unbedingt hingucken, ob es ein generelles Thema zwischen den Beiden gibt.

    Wenn das alles so nicht zutrifft und der Umgang zwischen Kind und Hund insgesamt entspannt ist, dann hast Du trotzdem das Recht zu sagen, dass es Dir zu viel ist und Du gerne jetzt sofort wieder mehr Ruhe in der Situation hättest :smile: Das wäre dann Dein Thema.

    Bei mir kam in solchen Momenten ein nicht ganz leise geäußertes „Ruhe im Karton“. Hat Kind und Hund gleichermaßen „abgebrochen“. Aber es waren halt nicht meine Eigenen, ich hatte es vermutlich leichter.

    Zum „Bewegungsbedürfnis“: Ja, ist da. Aber wichtiger ist das Suchen und Erkunden, über die Nase ist der Hund besser auszulasten als über die Pfoten.

    Mit gleichmäßigen „trabenden“ Bewegungen kann der Hund eine gute körperliche hormonelle Balance halten (Radfahren, Longieren etc.). Kurze Rennsequenzen mit Beuteerfolg pushen hoch. Mit „scheinbar„ ziellosen etwas längeren „Rennattacken“ kann Hund kurzfristig Stresshormone abbauen. Mit wildem Spiel auch, allerdings werden auch kräftig Hornone ausgeschüttet.

    Hat alles seine Berechtigung. Die Frage ist, was Du in der jeweiligen Situation erreichen willst. Und wenn Du gerne mehr Ruhe hättest, ist Dummywerfen eher nicht sinnvoll.

    Also - mit den augenblicklichen unterschiedlichen „Schulrichtungen“ kenne ich mich nicht so dolle aus, meine Hundeschulzeiten sind lange her :smile: Da kriege ich mehr die Diskussionen darüber mit als die Inhalte selbst.

    So rein aus dem Gefühl heraus würde ich bei einem überkandidelten aufmüpfigen und nicht ganz gesundem Stresskeks - so würde ich das verstehen - nicht so wie beschrieben vorgehen. Aber das hängt vielleicht auch daran, dass mir das auch überhaupt nicht liegt, ich mag keine künstlichen Grenzen und Regeln.

    Wichtig wäre mir, dass ich dort Grenzen setzte und reguliere, wo sie mir wichtig sind und wo ich das Gefühl habe, dass der Hund sich was „herausnimmt“, was ihm, mir oder unserer Beziehung nicht gut tut. Das ist halt sehr individuell und erfordert nicht nur, dass man dem Hund gut zuhört, sondern auch sich selbst (was ich ungleich schwieriger finde).

    Heißt: Wenn Onno z. B. um Punkt Uhrzeit xyz auf der Matte steht und sein Futter haben will und zwar gleich, hier, jetzt und sofort, sonst ... und mich das ansickt oder ihn stresst, - dann würde ich am Thema Futtergabe regulieren. Andernfalls sähe ich da keinen Sinn drinnen, da wären mir die Vorteile aus routinehafter und verlässlicher Bedürfnisbefriedigung bei Weitem wichtiger.

    Bei einem „kleinen Prinzen“ hilft ja oft ganz einfach schon, sich ein bisschen weniger einen Kopf um ihn zu machen :smile: Wann nervt er denn, was gibts da an Beispielen?

    Hmhm, ich denke nicht, dass der Sohn sich ganz zurückziehen muss. Wichtig wäre, dass Dein Sohn aufdringliche Rangeleiversuche des Hunds mental und körperlich abblockt, anstatt sich darauf einzulassen. Was schwierig ist, wenn er die selbst ggf. auch mal ganz schick findet. Wie gesagt: Wenn es Euch wichtig ist. Wildes Spiel zwischen Kind und Hund ist ja erstmal nicht ungewöhnlich, es sollte nur nicht zum Überdrehen führen.

    Ich würde erstmal Beuteobjekte streichen. Mit dem Futterdummy könnte man Dummytraining so aufbauen, bei dem der Dummy ruhig und konzentriert gesucht werden muss. Da gibts hier ganz sicher Threads zu. Das ist eine ganz andere Arbeit für den Hund, als der andauernde Reiz durch das „fliegende Objekt“, dem er hinterherrennt und der anschließenden Belohnung. Letzteres pusht tatsächlich hoch.

    Ok, verstanden, glaube ich. Euer Ziel ist, dass er sich deutlich mehr auf Euch verlässt und sich anpasst, darüber zu mehr Ausgeglichenheit und innerer Ruhe kommt und weniger stressanfällig ist.

    Wie alt ist er denn?

    Ich hab jetzt mal ein klein wenig durch Deine früheren Beiträge gestöbert. Erstmal eine Frage:

    Ist Onno wieder ganz gesund? Und wie sieht es mit der Kastration aus, habt Ihr das machen lassen und wenn ja, ist er schon wieder ganz erholt?

    Wenn da in den letzten Monaten einerseits viel Programm Outdoor war, andererseits viel Aufmerksamkeit und Umsorgung Drinnen, ggf. noch eine hormonelle Umstellung, dann kann das einem jungen Hund schon mal die Murmeln im Schädel Durcheinander rütteln.

    Was sind denn die „Baustellen“, an denen Ihr arbeiten müsst/wollt?

    Ich denke, der Sinn ist einerseits, den Hund ein Stückchen zu verunsichern (wie sie schon schrieb „Routinen aufbrechen“, damit er sich mehr am Besi orientiert und andererseits zu vermeiden, dass Hund es „verlernt“ , Sachen einzufordern ? :???::ka: Also gezielte Verunsicherung und Deckeln eigenen Entscheidungen. Gleichzeitig ein „in die Distanz verweisen“. Und deutlich auf die Abhängigkeit hinweisen. Grmpf.

    Wäre kein Trainingskonzept, das mir behagt.

    Wenn ein Hund mich nervt, mach ich das körpersprachlich deutlich und schick ihn auch mal weg, aber meine Hunde können das schon. Wenn Du sowas willst: Mach es angepasst an das, was er schon kennt - wenn er das noch nicht kennt, wäre der Effekt recht wahrscheinlich erstmal, dass er nicht Abstand hält sondern gut Wetter machen will.

    Kindergitter, Hund in seinen Ruheraum, sich davor in Sichtweite des Hunds mit einem Buch oder so hinfläzen und ganz einfach nichts tun, beiderseitig. Beim Gang uns Bad Tür zu. Auf Spielaufforderung eingehen, wenn Du auch Lust dazu hast. Nicht auf jeden Rülpser reagieren. Wenn man selbst gerade beschäftigt ist, bei sich und dem bleiben, was man tut - und mal nicht beim Hund sein. So kann man ganz nebenbei ein bisschen Distanzierung aufbauen.

    Ups - doppelte Verneinung, sollte in dem Kontext „lernt“ heißen :ops: