Alles anzeigenDas ist doch quatsch wenn man sich so (hirnrissige) Fälle wie Chico anschaut.
Abgesehen davon gibts unzählige Fälle wo Hunde Menschen (auch Kinder) gebissen haben und null Konsequenzen folgen, weil es unter "dumm gelaufen" oder "selbst Schuld" verbucht wird. Und natürlich auch solche, wo keiner dieser beiden Punkte zutrifft und es trotzdem schöngeredet wird.
Klar, wenns blöd läuft wird ein Hund wegen anspringen als gefährlich eingestuft. Heute Morgen erst war ich bei einem Hund, der einem Kind in den Kopf gebissen hat, nähen und KKH Aufenthalt war notwendig - der hat NULL Auflagen, da wurde nichts gemacht, KKH hat es nicht gemeldet, Eltern meinten wäre halt Pech gewesen, Besitzer finden ihren Hund nett... Ich mag das nicht schönreden (der Hund gehört für mich lebenslang von Kindern ferngehalten), aber dass die Allgemeinheit jeden Biss gegen Menschen als furchtbar ansieht trifft zumindest auf meine persönliche Filterblase null zu.
Nö, das ist nicht Quatsch, das ist einfach die (meiner Meinung nach schon gestörte) Spannweite, die das Thema in den Köpfen der Gesellschaft einnimmt.
Die reicht nunmal von "jedes Leben ist kostbar und wenn der Hund eine ganze Kindergartengruppe zerfleischt hat, wird er schon einen Grund dafür gehabt haben" über "Hunde beißen manchmal, das macht sie nicht per se unberechenbar" bis hin zu "der 16 Wochen alte Hund hat mein Kind in die Hand gebissen, der muss sofort eingeschläfert werden, der ist bösartig".
Man muss da einfach unterscheiden zwischen Hundehaltern, nicht Hundehaltern und Tierschutzuschis. Da liegen in den Einschätzungen einfach Welten zwischen den Gruppen (teils auch innerhalb der Gruppe). Je nachdem, was im Umfeld überwiegt, zeigt sich da für den einzelnen einfach ein komplett anderes Bild.
So und ich oute mich mal, ich persönlich gehöre auch zu den Leuten, die der Meinung sind, dass manche Hunde eingeschläfert gehören weil sie eine Gefahr für die Gesellschaft darstellen. Da braucht man kein rosa Schleifchen drum binden und auch nicht fünf Jahre lang abwarten ob es doch noch besser wird und ob der Bodycount mit den Jahren vielleicht schrumpft.
Wer das entscheiden soll? Die Person, die die Verantwortung über den Hund hat. Die- oder derjenige, die im Ernstfall nicht nur den Kopf sondern auch die eigenen Knochen hinhalten müssen.
Problem ist an der Stelle halt nur, dass dieser Prozess ein riesiger Aufwand ist und in der Regel mit einem Shitstorm sondergleichen einhergeht. Wer einmal die Ethikkommission einberufen hat, weil er einen Hund auf Grund seiner Gefährlichkeit euthanasieren will, wird in der Regel erstmal seines Lebens nicht mehr froh.
Und muss mit einem Shitstorm rechnen, wenns bekannt wird. Und damit, dass in Folge finanzielle Unterstützung ausbleibt bzw. es handfesten Knatsch im Trägerverein gibt.
Denn auch da gehen die Köpfe auseinander.