Beiträge von Phonhaus

    Hunde sind Hunde. Ich hab bisher nur sehr wenige Hunde erlebt, die keinen Spaß an so ein wenig Mobbing haben - wenn es möglich ist und sie es sich erlauben können. Das ist schmerzhaft, wenn man einen Hund hat, der da tendenziell „Opfer“ ist.

    Unterbinden kann das der Besitzer, indem er ein paar Verhaltensregeln klarmacht und auch durchsetzt. Klar kannst Du versuchen, als Besitzer des „Opfers“ Deinen Hund zu schützen. Aber Du hast ja selbst schon gemerkt: Die Situation wird dadurch nicht entspannter. Und was an sich Freide machen soll wird zum Stress für alle Beteiligten.

    Dass Du das Dir Mögliche unternimmst, um das Selbstbewusstsein Deines Hunds zu stärken, davon gehe ich aus. Und bei den gemeinsamen Gassigängen sehe ich zwei Möglichkeiten: Rede mal feundluch, aber klar mit Deiner Nachbarin, was Du Dir für Dich und Bongo vorstellst.

    Oder verzichtet auf die gemeinsamen Freilauf-Spaziergänge und geht stattdessen vielleicht gelegentluch mal einen Kaffee zusammen trinken.

    Kann schon ein Stück von einem kaputten Rinderhalfter/Führstrick sein, ich hab auch so ein geflochtenes.

    Aber ich stelle grad fest, wie wolfsgeschädigt ich schon bin: das erste, was ich beim Anblick des Zauns gedacht hab, war nämlich "wolfsabweisend ist der aber nicht"........

    Hier sind wir noch verhältnismäßig unbeleckt von Wolfsbegegnungen, die Stölzinger Wölfin ist noch etliche Kilometer von uns entfernt. Aber ja, es rückt näher. Die kleinen Weiden hier sind mobil und über eine größere Fläche verteilt, ich würde behaupten, größtenteils wäre das feste Einzäunen auch unzulässig. Da der Halter das als Hobby nebenberuflich macht, wären die Galloways vermutlich dann eher weg oder fest im Stall :( :

    Aber das Teil im Baum war eindeutig ein blonder Zopf. Zu kurz zum Führen :lol:

    Zu Deiner Frage: Ich verlinke Dir hier mal zum Stöbern den

    Körpersprache-Thread

    Den Hund verstehen lernen und lernen, sich ihm verständlich zu machen ist für mich das Wesentliche. Und wenn Ihr bei einem Schäferhund bleibt, schadet es auch nicht, einen örtlichen Verein aufzusuchen. Oder wenn es eine gute Hundeschule gibt: Da einfach mal Zaungast sein und beobachten.

    Buchempfehlungen gibt es hier zuhauf. Ich persönlich konnte viel mit Günther Bloch und Udo Gansloßer anfangen, da gehts aber mehr uns Verhalten allgemein als um konkrete Tipps. Hier könntest Du vielleicht auch fündig werden:

    Hundeliteratur - was muss man haben

    Die Frage nach „verdient oder nicht“ stellt sich m. E. nicht. Das sind ganz einfach Interessenskonflikte. Hundebesitzer haben ein Interesse an der Hundehaltung, und daran, dass man es ihnen nachsieht, wenn der Hund sich benimmt wie ein Lebewesen und nicht wie ein Steiff-Tier. Völlig berechtigt. Andere Menschen haben - in einer eh schon immer lauteren Umwelt - ein Interesse an einem ruhigen Feierabend und ungestörter Nachtruhe. Auch völlig berechtigt.

    Und manchmal geht das nicht komplett unter einen Hut. Platt gesagt: Thats life. Die Frage ist, was man daraus macht. Im besten Fall löst man das, indem man aufeinander zugeht, miteinander redet, das ein oder andere Ärgernis toleriert und wiederum bei dem ein oder anderem Ärgernis erwartet, dass es abgestellt wird. Vielleicht mal versüßt mit einem Stückchen Kuchen oder einem netten Kaffee zusammen.

    Nur leider klappt das nicht immer - und dann wirds doof. Und es geht eine Eskalationsspirale in Gang. Die dann durch Aufrechnerei, Aggressivität, sich „völlig im Recht fühlen“ und dem Anderen sein Recht absprechen, lästern etc. in Gang gehalten wird. Und dann gibts mehrere Lösungsmöglichkeiten:

    1. Doch noch versuchen, miteinander ins Gespräch zu kommen (notfalls mit Moderator). Wenn das noch geht.

    2. Die Situation aussitzen und aushalten, bis eine Lösung von Außen kommt (das braucht aber wohl ein dickeres Fell, als Rafile gerade hat).

    3. Die Situation weiter eskalieren lassen in der Hoffnung, es geht zu eigenen Gunsten aus (und mit dem Risiko, dass nicht). Dafür brauchts langen Atem, Selbstbewusstsein und eine gute Taktik - und Risikobereitschaft.

    4. Dem Anderen so weit wie es nur irgend geht entgegen kommen (mit der Gefahr, dass das nahtlos ins eigene Unrechtsempfinden und Selbstbewusstsein haut).

    5. Den Kontext ändern - sprich ausziehen.

    Was in der Regel nicht funktioniert: Dass der Andere sein „Unrecht“ einsieht und sich ändert. Darauf kann man zwar hoffen, aber erreichen kann man es nicht.

    RafiLe1985 Ich würde mur an Deiner Stelle erstmal klarmachen, welcher Weg bzw. welche Kombination mir in der aktuellen Situation am passendsten erscheint - und dann darauf meine Energien konzentrieren. Und mir halt klarmachen, dass da alles „seinen Preis“ hat.

    Hi,

    erstmal: Geduld, Geduld, Geduld. Je nach dem, was sie bisher mitbekommen hat, braucht die einfach etwas länger zum Lernen. Da werden Fortschritte und Entwicklungen kommen, aber es kann etwas dauern, und die Zeit muss man dem Hund einfach geben - und sie so lange akzeptieren und schätzen, wie sieist. Wie heißt es so schön: Das. Gras wächst nicht schneller davon, dass man daran zieht.

    Bei allem, was sein muss, würde ich die Führung übernehmen und nicht frei machen lassen. Sondern durch die doofen Situationen an Geschirr und Halsband mit Doppelsicherung (souverän und locker durchführen). Je nachdem, ob sie Belohnungen nimmt, mit Belohnungen. Aber ohne sie allzu viel zuzutexten.

    Ungesichert würde ich sie nur in doppelt und dreifach gesicherten Ausläufen lassen. Über die Wiese würde ich sie an der Leine mal kurz drüberführen. Bewegung hilft, Stress abzubauen. Und kritische Situationen/Begegnungen von ihr wegblocken. Aber für den Anfang sind kurze, gewohnte Wege bei den meisten ängstlichen Hunden die bessere Wahl.

    Ansonsten daheim ein sicheres Umfeld, stabile verlässliche Zeiten bieten. Den Hund kommen lassen und nicht bedrängen, beim Vorbeigehen schöne hochwertige Leckerchen fallen, aber nicht locken, den Hund nicht körperlich oder mit Blicken bedrängen. Körperkontakt ist vielen Hunden erstmal eher unangenehm, sobald sie nicht (oder nicht mehr) in der „Klebephase“ stecken. Die kann natürlich auch noch kommen, bitte verwechselt das nicht mit Bindung, wenn sie Euch aus Unsicherheit auf Schritt und Tritt verfolgt.

    Wenn es Zeit fürs Anleinen oder irgend etwas wie Medikamentengabe etc. ist: Souverän und freundlich/bestimmt. Ohne großes Brimborium.

    Beim Tierarzt könnt Ihr mal ansprechen, ob medikamentös was gemacht werden kann und das auch angeraten ist.

    Sobald sie ein bisschen was mit Euch macht: Viel Lob und Bestätigung, um das Selbstvertrauen aufzubauen.

    Wisst Ihr, wo sie herkommt? Habt Ihr schon Vorerfahrung mit ängstlichen Hunden, oder Lektüre dazu?