Dem Ratschlag der Anderen habe ich nichts hinzuzufügen. Ergänzend von der anderen Seite beschrieben, wie die Eingewöhnung eines ängstlichen Auslandhunds mindestens für die ersten Wochen, realistisch betrachtet für einige Monate oder sogar Jahre - wenn generalisierte Ängste Aund/oder ein Deprivationsschaden da sind - aussehen kann:
- Verlässliche Tagesstrukturen mit festen Abläufen. Je nach Vorerfahrung lernen und generalisieren ängstliche Hunde viel langsamer und schwerer, als umgebungsangepasst sozialisierte Hunde. Kleine stabile Gassirunden, die weiter ausgedehnt werden.
- Den Hund in der Wohnung Rückzugsräume ermöglichen. Dort nicht bedrängen, nicht fixieren, nicht locken. Leckerchen über beiläufiges „Fallenlassen“, wenn man vorbeigeht.
- Ggf. Hausleine, ggf. Maulkorb. Alle vom Hund nicht erwünschten, aber erforderlichen Tätigkeiten ruhig und souverän, geduldig und ohne großes Gewese durchsetzen. Mit einer quasi selbstverständlichen, freundlich/neutralen Führung. Mit Schnappern rechnen.
- Prüfen und gucken, womit der Hund Stress abbauen kann und ihm das ermöglichen, das kann eine ganz andere Beschäftigung sein, als man sich vorgestellt hat.
- Und aufpassen und sichern wie ein Schießhund. Keine offenstehenden Türen - niemals. Draußen Doppelsicherung an Halsband und Sicherheitsgeschirr. Freilauf nur im absolut ausbruchssicheren Gelände.
Idealerweise also ein stinklangweiliger Alltag, der mit der Gelassenheit und Souveränität Buddhas gelebt wird
. Es geht auch anders, aber dafür braucht man dann ganz viel Fingerspitzengefühl, das Wenigen von Haus aus in die Wiege gelegt ist - und Erfahrung mit Hunden, ihrem Verhalten und ihrer Körpersprache.
- Rechnet damit, dass der Hund nicht spielt und es ggf. nur sehr spät oder auch gar nicht lernt.
- Rechnet damit, dass innerfamiliärer Zank, Stress, Unruhe oder sonstige doofe Erlebnisse dazu führen können, dass der Hund einknickt und viele Wochen Training erstmal wieder nachgeholt werden müssen.
- Rechnet damit, dass sich im Verlauf Abneigung gegen Menschen oder Tiere offenbaren können, die der Hund anfangs noch nicht zeigt.
- Rechnet damit, dass der Hund nicht dankbar ist und es auch nie sein wird.
Es ist wundervoll, dabei zuzusehen, wie so ein Kandidat bei guter Eingewöhnung und liebevoller Führung aufblüht
Aber die Einschränkungen sind nicht wegzuleugnen. Hier sagt mein Mann ganz klar, dass er von seiner Seite aus nie mehr einen Angsthund übernehmen würde. Und die Angstmaus sagt ganz klar, dass der Poltermann zwar doch ganz ok ist, aber eindeutig nicht die Bezugsperson. Obwohl beide seit mittlerweile fast 4 Jahren zusammenleben und sehr aneinander hängen.
Dieser Hund ist erstmal überhaupt kein unkomplizierter Kumpel für Eure Kinder und wirds vielleicht nie werden. Und andererseits haben Hunde ganz feine Antennen und merken es und leiden darunter, wenn sie Erwartungen enttäuschen und Menschen unzufrieden mit Ihnen sind. Und das macht Stress. Der wiederum Ängste verschlimmert.
Überlegt Euch, ob Ihr und Eure Kinder das wirklich und aus ganzem Herzen wollen.