Beiträge von Phonhaus

    Entscheidungen und Vorlieben werden - nicht immer, aber oft - auch in vielen Minischritten gebildet, bevor da etwas manifest wird. Und es mag bei dem Ein oder Anderen tatsächlich genau das Schräubchen sein, dass sich für die Entscheidung dafür nicht mitdreht. Aber darum gehts mir selbst nicht mal so.

    Ich finds erfreulich, dass ein Anbieter (warum auch immer und wie lange auch) aus der Gemeinschaft der „Einverstandenen“ austritt. Denn diese Gemeinschaft hilft dabei, das tatsächliche Elend und Leid zu verdrängen.

    Will man, dass sich an bequemen Gewohnheiten irgendwann etwas tut, dann muss man es ihnen unbehaglich machen. Und dabei hilft auch ein kleiner Schubs. Hoffe ich zumindest.

    Mich nimmts halt gerade ein bisschen wunder. Ich verfolge den Qualzuchtthread ja nur sporadisch. Aber wenn ich mich recht erinnere, war einer der letzten „Konsense“ der, dass es als Hoffnung gesehen wird, wenn Qualzucht quasi nirgendwo mehr „salonfähig“ ist. Um den entsprechenden Druck auf Liebhaber und Züchter aufzubauen.

    Jetzt sagt ein Salon zumindest zu einem Teilbereich „Hier bitte nicht mehr“. Und es ist auch nicht recht. Weils nicht alle Salons auf einmal sind? Weils nicht der „richtige“ Salon ist? Weil die Regelungen nicht genau so ausgefallen sind, wie verschiedene Einzelne sich das wünschen würden? Weil die Motive nicht „lauter“ sind? Oder doch eher, weil die Nase nicht passt, mit der man dafür zusammengearbeitet hat? :ka:

    Keine Ahnung. Jedenfalls denke ich, dass für das Ergebnis „nicht salonfähig“ eine Menge kleiner Schritte zusammenkommen müssen. Wie eben dieser jetzt.

    Und wenn man da auf den großen Wurf wartet, mit dem alle Schlupflöcher, Umgehungsmaßnahmen und Ausnahmeregelungen gestopft und alle Problemfelder getroffen sind - nun ja. Brauch man Geduld. Und hat am Ende ggf. nicht nur im Theater die Erkenntnis, das Gott oder Godot nunmal nicht eben so vorbeikommen.

    Wobei ich mich riesig freuen würde, wenn ich beim letzten Satz voll daneben liege :smile:.

    Ist zwar ein bisschen her, aber ich erinnere mich noch an das Katalogverbot. Und ja: Das hat damals schon etwas gebracht. Nicht die Menge. Und natürlich konnte man immer noch an Welpen kommen, wenn man das gewollt hat. Aber es wurde drüber nachgedacht, was es heißen soll, dass Lebewesen keine Katalogware sind, es haben Leute drüber gesprochen. Und wenns nur 2 von Tausend derer waren, die sich vorher überhaupt keine Gedanken gemacht haben.

    Und natürlich gibts Leute, die eBay Kleinanzeigen ähnlich wie einen Katalog durchstöbern und an etwas hängenbleiben. Auch ohne Kaufinteresse (sieht man ja hier am Richback-Thread). Und darunter mags welche geben, bei denen durch solche Anzeigen dann eben auch Begehrlichkeiten geweckt werden. Oder Mitleid.

    Aber darum gehts mir an sich gar nicht so. Sondern wirklich darum, dass mal - wie wenig zu Ende gedacht auch immer - mal die Aussage „hier unerwünscht“ getroffen wird. Aus sowas kann mit etwas Glück auch ein Trend entstehen. Der möglicherweise mit noch viel mehr Glück sogar zu einem guten Ergebnis führt.

    Ich hab Bucheckern als Kind geliebt :herzen1:. Meine Oma hat mir noch beigebracht, wie man daraus Mehl macht (viel einfacher als aus Eicheln). Und es gibt ganz tolles Öl daraus. Früher haben die Kinder für die Öhlmühlen gesammelt.

    Ich sammel sie ab und an noch an und gebe sie an Salate oder verbacke sie in Brot. Bringt mich gerade auf die Idee, mal ein Pesto damit zu versuchen :denker:

    Ich hab heute für mich allein und 2 Tage gekocht. Mit Käse und Ei überbackene Nudeln und gemischten Salat.

    Mann hatte heute Einstand in der Firma (Foto im Backthread) und noch übrige Spaghetti mit grüner Bolognese.

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    Leicht unfreiwillig komisch finde ich gerade, dass mich das - so ein wenig - an die Diskussion erinnert, die ich als „Zumeist-Vegetarier“ mit - nun ja - z. B. extremeren Anhängern von PETA führe: „Wie, Du isst kein Fleisch? Aber Du trinkst Milch, isst Eier (was ist mit den Hähnchenküken)? Nutzt Leder? Kaufst bei Unternehmen ein, die sich an ökologischer Zerstörung beteiligen? Ernährst Deine Hunde fleischlastig? Kochst Fleisch für Deinen Mann? ... Dann bist Du ja gar kein richtiger Tierschützer, machst das nur, weil es Image, Mode, Augenwischerei ist ...“ Ja - sieht mans vom Standpunkt des (individuellen) Optimums aus, kann man fast alles völlig entwerten.

    Oder z. B. mein Arbeitgeber. Weiß Gott alles Andere als ein altruistisches Unternehmen. Der hat immer wieder mal Aktionen, bei der Mitarbeiterspenden an bestimmte Organisationen verdoppelt werden. Macht ihn das zu einem Heilsbringer? Nö. Rettet es die Welt? Ganz bestimmt nicht. Ist das eine blanke Marketingmaßnahme? Fast (nebenher ist es auch eine identitätsstiftende Maßnahme, die einen zufriedenen Arbeitnehmer schafft. Und das günstiger als mit reellen Lohnerhöhungen). Ist es eine gute Sache, bei der ich mitmache? Ja, auf jeden Fall. Und es werden immer mehr, die mitmachen. Auch so schafft man Wirkung, ohne gleich das große Ganze zu verändern.

    Wie durchdacht das auch immer war, welche Motive dahinter stecken und wie lange es geht: Leute werden damit konfrontiert, dass etwas, das vorher völlig easy war, jetzt nicht mehr von allen geduldet wird. Ja, so etwas ist für mich ein Hoffnungsschimmer. Ohne dass ich eBay oder PETA deswegen abfeiern wollte.

    @Das Rosilein

    Ich verstehe nicht, was Du mir damit sagen willst. Aber Du musst es mir auch nicht erklären :smile:

    Wenns um kapitalistische Wirtschaft geht, krieg ich fast gar nix mit meinen Prinzipien oder meinem Ehrbegriff vereinbart:ka:. Nichtsdestotrotz lebe ich in einer so organisierten Gesellschaft und trage einen Teil dazu bei.

    Wenns aber unterm Strick in einer riesigen Verkaufsplattform - wer redet hier von einem Ethikunternehmen? - fünf Anzeigen von Bullies in Merle mit blauen Augen weniger gibt, dann halte ich das insgesamt für eine kleine gute Sache.