Beiträge von Phonhaus

    Ich gab hier im friedlichen Dörfchen keine Angst vor Menschen. Im Dunkeln bin ich öfter unterwegs, Augen auf habe ich eher am Waldrand bzw. im Feld. Wildschweinbegegnungen hatte ich schon öfter, die sind aber so, dass die einfach ihr Ding weitermachen, wenn ich mich mit den Hunden entferne. Wirklich Respekt habe ich vor Dachsen, da hat mich auch mal einer 10 Minuten lang fast bis zur Haustür flankiert. Ob meine Hunde da im Zweifelsfall was ausrichten würden? :ka: Keine Ahnung, wills aber auch nicht probieren.

    Hi,

    zum Lecken: Ja, das macht meine Angsthundine auch so, dass sie nachsetzt. Auch wenn das Lecken eher den Gehalt von Beschwichtigung hat.

    Neben der Signalwirkung hats ja auch einen selbstberuhigenden Effekt, ähnlich wie beim Mensch das Nuckeln. Daher kann beharrliches Lecken schlecht unterbrochen werden. Ich hab gelernt zu unterscheiden, wann das Lecken bei der Dame hier eine Kontaktaufnahme ist (da eher beiläufig, nicht so lange), ein „Du hast da was, das riecht - ich mach das mal weg“-Putzen ist (etwas dringlicher, offen zugewandt, ruhig-konzentriert) oder aber ein Beschwichtigungslecken bzw. Lecken zur Stressreduktion ist (sehr nachdrücklich und gleichmäßig, Mimik eher unbeweglich, Blick eher innengekehrt, nicht mir zugewandt, auch wenn sie mich anschaut). Hat aber ne ziemliche Weile gedauert.

    Wenn sie der perfekte Stadthund für den Vorbesitzer war, warum hat er sie abgegeben?

    Hi,

    schön, dass Ihr die Kleine zu Euch genommen habt. Wie es jetzt am Besten anzugehen wäre: ich würde erstmal Erwartungen daran, wie ein Hund zu sein hat, auf 0 setzen und den Neuankömmling durch vorsichtige Beobachtung kennenlernen. Wisst Ihr etwas mehr zur Herkunft, zur Vorgeschichte und was sie so verängstigt hat? Abgesehen davon, dass Wanderpokal zu sein Vertrauen schon erheblich erschüttert. Und wo und wie wohnt ihr?

    So ein paar Faustregeln bei ängstlichen/verunsicherten Hunden: Viel Ruhe. Ein strukturierter und lange erstmal gähnend langweiliger Tagesablauf. Dem Hund die Möglichkeit zu geschützten Ruhe- und Fressplätzen geben. Futter pünktlich und verlässlich - bitte aus dem Napf und nicht aus der Hand und den Hund in Ruhe fressen lassen. Erstmal nicht streicheln - das Lecken ist im Moment höchstwahrscheinlich keine soziale Pflege, sondern eine höflich-dringliche Bitte, dass Ihr aufhört, sie zu bedrängen. Da kann sie durchaus auch bei nachlegen.

    Notwendiges wie den Gassigang würde ich neutral/freundlich und bestimmt angehen. Wenn sie aufs angeleint werden mit Abschnappen reagiert, würde ich Geschirr und eine Hausleine einfach dranlassen. Freundlich, aber ohne viel Locken, Beruhigen oder Zusprechen zur Tür führen, ordentlich sichern (Sicherheitsgeschirr, ggf. Doppelsicherung an Leine und Halsband). Die Runden möglichst kurz und erstmal gleich, dass sie eine Umgebung erstmal kennenlernen kann.

    Ansonsten würde ich den gewohnten Alltag weiter leben - vielleicht etwas ruhiger und etwas eingeschränkten ausladenden Bewegungen :smile: - und der Kleinen Zeit geben, anzukommen und Euch aus der Sicherheit raus zu beobachten. Macht Euch die Zeit zu Hause schön und gemütlich, habt sie gut im Blick, ohne sie allzu eindringlich zu beobachten und lasst sie - mit viel Geduld - zu Euch kommen. Ihr könnt immer mal was Superleckeres fallen lassen, wenn Ihr in der Nähe seid - aber nicht dabei stehen bleiben, sondern zur Seite gehen und sie entscheiden lassen, ob sie es sich holt (falls das mit der Katze klappt und keine Futterstreitigkeiten heraufbeschwört).

    Richtig :smile: Hier hat der Kater dem Mann mal mit einem Kamikazesprung den Gänseflügel geklaut. Mann rief aus vollster Seele und Not: „Des is mei Flitsch“, raste dem Kater hinterher und jagte ihm den Flügel wieder ab. Der Flitsch hat sich seitdem bei mir unauslöschlich eingeprägt

    Bei unseren Gästen auch, glaube ich :lol: