Beiträge von Phonhaus

    Ich möchte - neben meinem Kompliment zu Deinem Umgang :smile: - nochmal die Anregung hierlassen, dass Du das Thema „Zwinger bzw. gut gesicherter Auslauf“ bei Deinem Vermieter ansprichst. Zum Einen kann es wirklich sein, dass ihr ein zeitweiliger kompletter Rückzug aus menschlicher Nähe gut tut (muss nicht sein, kann natürlich sein, dass sie ihn ablehnt. Aber einen Versuch fände ich es wert). Zum Anderen wird sich mit ihr sein etwaiges späteres Familienleben ohne Zwinger schlecht gestalten lassen. Und da wäre es schon sehr gut, wenn sie das gleich kennenlernt und Du ihre Reaktion siehst - und nicht erst, wenn der „Akutfall“ eintritt und Du da dann logischerweise auch ganz andere Dinge im Kopf hast :smile:

    Ich vermute, die sind schlicht und einfach noch bei der „Reduktionsarbeit“, es standen ja - meine ich mich zu erinnern - roundabout 80 Hunde auf der „müssen zeitnah unterkommen-Liste“. Die Reduktion auf 40 war das erste Ziel. Was darüber hinaus angedacht war, dazu habe ich damals nichts gelesen.

    Ich vermute aber auch, dass der unvermittelbare Rest in irgendeiner Form in ihrer Obhut bleibt, kein Amt wird sich für die Unterbringung dieser Hunde (oder deren Tötung) gerne die Verantwortung aufhalsen wollen. Wie das dann aussieht - keine Ahnung :ka:.

    Hier gings vermutlich nicht ohne Drückjagden. Unser Wald hat (auch schon in relativer Ortsnähe) dichtes Unterholz, geht teils sehr hoch und runter und es gab sehr lange zu viele Wildschweine. Ich bin nun echt totaler Laie, aber ich denke, nur mit Ansitzjagd kann man da nicht wirklich viel machen, oder?

    Den Bauern wurden vor ein paar Jahren mit schönster Regelmäßigkeit die Felder und Gemüsegärten verwüstet. Und da die paar, die wir noch haben, das alle nebenberuflich machen, hätten die beinah das Handtuch geschmissen. Und die Jäger haben gewaltig Druck und Schelte bekommen, weil sie zu wenig geschossen haben. Das gibts also auch.

    AnjaNeleTeam

    An Dich ein Dankeschön, dass Du hier so geduldig erklärst. Sachen, die Du gar nicht zu verantworten hast. Ich wüsste nicht, ob ich so viel Nerv für „Erklärbär“ hätte.

    Ja, so ein Guide, was denn nun Jägeraufgaben sind, ist mit Sicherheit eine gute Idee.

    AnjaNeleTeam

    Danke :smile:

    Wir sind hier halt im Dorf. In den letzten Jahren hat sich da sehr viel geändert - das erlebe ich auch - aber das mit dem Alkohol ist früher hier nicht so ernst gesehen worden. Eigentlich egal bei was. Waren noch sehr, sehr klüngelige und patriarchale Strukturen. Da sind auch mal ein paar vom Vereinsfest aus in den Wald gefahren und einer hat vorher mit dem Gewehr im Anschlag im Festzelt für „Ordnung“ bei einem Krawallmacher gesorgt. Aber das war ja Dorf, ne - und da hängt man sich nicht an - gab daher keine Konsequenzen (müsste jetzt so 25 Jahre her sein, aber der Herr ist immer noch aktiv. Und ein richtig guter Hundeausbilder nebenbei vermerkt).

    Ich vermute mal, dass es für die darauf folgende Generation auch nicht einfach war, sich in diesen Strukturen dirchzusetzen.

    Ich muss dazu aber auch schon sagen, dass es auch für mich nicht schön bzw. amtlich stressig ist, einem bewaffneten Menschen zu begegnen. Ohne wenn und aber und egal, wo die gerade hängt. Ich mag und mochte als Kind der 80er Friedensbewegung Waffen noch nie. Und seitdem ich während meines Studiums öfter in die Bibliothek des Amerikahauses musste und dort - waren Konfliktzeiten - von MPs mit Waffen im Anschlag gefilzt wurde, geht mein Puls beim Anblick von bewaffneten Menschen hoch. Und noch dreimal mehr, seitdem ich das Erlebnis mit der vorbeizischenden Kugel hatte.

    Das wäre für mich mal eine Frage an die Jäger hier: Ich weiß nicht, ob das Bestandteil der Ausbildung ist - gibts da Infos zu, wie man bewaffnet mit „Menschkontakten“ umgeht?

    Viele Menschen haben damit halt keine Erfahrung und es mag außer mir noch einige geben, die alleine den Anblick schon als bedrohlich empfinden. Es gehört bei der Mehrheit zumindest meiner Generation nicht zur Normalität. Wenn da dann noch das entsprechende Blockwart-Auftreten (oder schlimmer noch ne Fahne) dazukommen, dann kann das schon auch ganz schnell dazu führen, dass ich hochfahre. Und ich bin normal ein sehr ruhiger und geduldiger Mensch, der Wut eher nach innen als nach außen richtet. Und auch kein verbissener Jagdgegner.

    Es gibt Hunde, die sind einfach durchgeknallt. Warum auch immer. Die sind brandgefährlich, die bleiben es und da macht man nix. Die gehen mit allem an Wumms ins Gefecht, was sie haben. Oder sie haben eine ganze Reihe Trigger ohne erkennbares Muster, wann die auslösen oder nicht. Aber solche Hunde sind wirklich sehr, sehr selten. An sich gehört Zusammenarbeit mit dem Menschen ja zum hündischen Erfolgsrezept.

    Auffällig werden Hunde viel öfter deshalb, weil ihre genetischen Anlagen (und die fallen natürlich unterschiedlich aus, eine logische Folge der Spezialisierungen) falsch behandelt oder gefördert wurden, sie in ein für sie nicht passendes Umfeld gebracht wurden, weil sie erfolgreich gelernt haben, dass „nach vorne“ für sie der beste Weg ist, Konflikte zu lösen beziehungsweise Erwünschtes zu erreichen, weil sie gelernt haben, dass ihre Grenzen ansonsten missachtet werden ... Daran kann man arbeiten. Mit Grenzen, die immer enger werden, je länger und erfolgreicher der Hund sein Verhalten ausleben und als erfolgreich kennenlernen konnte.

    Aggression ist ganz natürlich, wie gesagt. Und die erfolgreichen Jagd- und Schutzeigenschaften - also die Tatsache, dass sie vertreiben, verletzen und töten können - waren es ja zuerst, die Hund für uns als Sozialpartner so interessant gemacht haben. Die gehen nicht weg und lassen sich auch nicht restlos wegerziehen, nur weil sich die Rolle des Hunds im Lauf der Jahre so sehr verändert hat. Schon gar nicht bei einer Rasse, die solange für ihre Wach- und Schutzeigenschaften selektiert wurde.

    Es ist wirklich nicht die Frage, ob Dein Zeus „böse“ ist oder nicht. Sondern dass sein aktuelles, für ihn ganz natürliches Verhalten in Eurem aktuellen Umfeld nicht passt und gefährlich ist. Und dass es eine komplexe Gratwanderung ist, ihn da zu korrigieren, aber gleichzeitig nicht gegen das Wesen des Hunds zu arbeiten. Da braucht es Wissen, Empathie und Fingerspitzengefühl, eine gute Kommunikation und viel Standing. Das bringen die Wenigsten von Anfang an mit - und deshalb kommt hier auch die Empfehlung, gleich zu einem richtig guten Trainer in diesem Bereich zu gehen. Das ist wirklich nicht die Spur böse gemeint.

    So, nochmal mit etwas mehr Zeit und mit einmal tief durch geatmet: Die Sache mit der „Beschädigungsabsicht“. Das ist so ein Begriff, den liest man viel und der ist auch wichtig, aber da gibts ein grundsätzliches Missverständnis.

    Es gibt keine Hunde, die Beschädigungsabsicht haben oder nicht. Es gibt nur beim Schnappen, Abschnappen, Beißen - wie immer Du es nennen willst - unterschiedliche Eskalationsstufen.

    Ein Hund, der (nachdem er niedriger eskalierte Warnsignale schon hinter sich gelassen hat) verwarnend „in die Luft abschnappt“ (was man landläufig als „ohne Beschädigungsabsicht“ werten würde) reagiert auf was, was er doof findet und verteidigt in diesem Moment seine Interessen noch mit einer relativ moderaten „Verwarngeste“. Nicht, weil er ein nach menschlicher Moral mitfühlend und christlich handelndes Wesen wäre, das keinen verletzen möchte. Sondern weil (auf funktionaler Ebene) gerade im Konflikt mit Energie haushalten, als Rudeltier sein soziales Umfeld nicht mehr als nötig beeinträchtigen und Selbstgefährdung durch eine Beißerei vermeiden möchte.

    Wenn das Abschnappen das vom Hund gewünschte Ziel nicht erreicht und der Hund seine Interessen schützenswert genug findet, ein höheres Risiko einzugehen - oder von seiner genetischen Veranlagung und Erziehung her Konflikte eher nach vorne löst - bzw. es als abstrafenswerte Frechheit empfindet, überhaupt provoziert worden zu sein - bzw. mittlerweile einfach die entsprechende Reife und das Selbstbewusstsein dafür hat - dann kommt unter Umständen die nächste Eskalationsstufe. Es gibt mehrere Stufen, aber irgendwann bist Du dann eben bei den beschädigenden Bissen.

    Dann ist noch die Frage, auf welche Reize der Hund reagiert und ob es angemessen ist, dass er auf diese Reize aggressiv reagiert. Menschen in seiner Nähe - auch mal lautere und komisch Menschen - gehören zu dem, was ein Hund im städtischen Umfeld idealerweise abkönnen muss. Kann Deiner nicht. Teils Veranlagung, teils erfolgreich, wenn auch nicht absichtlich, einsozialisiert. Und er wird jetzt alt genug, das auch deutlich zu zeigen. Und hat gelernt, dass er dabei von Dir nicht angeleitet wird. Und er hat gelernt, dass Du „komische“ Menschen in Deiner Nähe auch nicht wünschenswert findest.

    Heißt, er empfindet fremde Menschen als lästig. Und zeigt das jetzt schon deutlich, für einen jungen Hund auffallend deutlich. Und wird von Dir nicht effektiv gehindert. Die Frage ist nicht, ob er weiter eskalieren wird - wenn diese komischen Menschen nicht die Höflichkeit besitzen, sich in Luft aufzulösen - sondern wann. Und wie schnell. Und ob er Zwischenschritte zum Biss nutzt oder nicht.

    Und was noch dazu kommt, was er so lästig findet. Und sich nach vorne vom Leib halten möchte

    Und deshalb braucht Dein Hund kompetente Anleitung und souveräne Führung seinem Wesen entsprechend.

    Edit: Gerade Deinen letzten Post gesehen: Es ist erstmal wurscht, ob Dein Hund aus Stess, Nervosität oder Unsicherheit nach vorne geht oder einen auf Dicke Hose macht. Es ist Aggression und muss als solche behandelt und eingeschätzt werden.

    Für die Feinheiten der Ausbildung ist die Motivlage dann wichtig. Aber nicht für die Erkenntnis, dass es ihrer bedarf.

    Mann hatte heute eine kräftige Rindfleisch-Knochensuppe mit Fleisch, Gemüse und Spunatknödeln als Einlage. Ich wollte noch ein Bild machen, leider musste ich kurz wohinn7nd als ich zurück kam, wars schon zu spät.

    Ich hab heute Reste Salat, Schöppkäs und Brot von gestern, das reicht für den ganzen Tag.

    So, ich bin heute vorbeigekommen - und - Trommelwirbel:

    @Cindychill hat recht. Ich hätte es nicht gedacht. Aber eine heruntergefallene Frucht hat es aufgelöst :smile:

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