Beiträge von Phonhaus

    @Yuna00

    Verstehst Du es wirklich, wirklich nicht?

    Nicht Yuna hat einen Fehler gemacht, sondern Du. Weil Du sie nicht richtig einschätzen kannst. Weil Du nicht siehst und weißt, dass Hunde anders ticken und handeln als Menschen.

    Und aus diesem Grund ist und bleibt Yuna eine Gefahr. So lange, bis Ihr beide verläßlich ausgebildet seid, Du gelernt hast, sie nüchtern und realistisch zu betrachten und ihre Körpersprache zu lesen. Weil Du vorher nicht weißt und voraussagen kannst, in welchen Situationen Yuna noch Gefährdungspotential hat. Weil es eben sein kann, dass sie andere Hunde anfällt. Oder Menschen. Nicht grundlos, aber aus Gründen die Du nicht vorhersehen kannst und die Du nicht verstehst.

    Und deshalb gehört sie gesichert, bis Ihr eine solide Einschätzung uns Ausbildung habt. Und bis Du Deinen Hund kennst. Du kennst sie bisher nicht.

    Aus moralischer oder versicherungstechnischer Sicht? Sind ja zwei Paar Schuhe.

    rechtlich

    Ergänzend noch: Das betrifft die Haftung.

    Bei der Einschätzung der potentiellen Gefahr, die von dem Hund ausgeht, wird das Verhalten der Halter natürlich mit in Erwägung gezogen. Aber es orientiert sich dennoch ein Stück weit daran. Der Hund würde hierzulands zumindest begutachtet werden. Ob es Auflagen geben würde, hinge dann wiederum davon ab, wie sich Hund und Halter dabei präsentieren.

    @Cindychill

    In Deutschland greift die Gefährdungshaftung (die gibts im österreichischem Gesetzestext nicht, aber quasi als einen Grundsatz schon). Nach der Gefährdungshaftung hätten beide Parteien eine Verantwortung dafür, was ihr Hund an Schaden anrichtet. Hätte nach deutschen Recht Yuna eine Detsche durch den Yorkie gehabt, dann hätte die Yorkiehalterin dafür belangt werden können. Wären die beiden Hunde raufend einem Radfahrer vors Rad gelaufen und der hätte sich verletzt, dann wären beide Halter belangbar.

    Hier hat nur ein Hund einen Schaden angerichtet. Und für den haftet dessen Halter. Eben weil vom Hund jederzeit eine potentielle Gefahr ausgeht. In Deutschland wäre definitiv festgelegt, dass das völlig verschuldensunabhängig so ist. In Österreich würde meines Wissens nach zumindest entsprechend beurteilt werden. Die Unterschiede in Gewicht und Größe kommen da noch erschwerend dazu.

    Warum die andere Halterin sich jetzt so entschließen möchte: Nun, ihre Seite kennt man nicht.

    @Yuna00

    Hier sind einige - teils aus ähnlichen Erfahrungen, wie die Yorkiebesitzerin sie macht - etwas angesickt, ja. Aber Du wirst nicht einfach nur angepampt. Du erlebst hier gerade die blanke Verzweiflung derer, die nicht wissen, wie sie es noch erklären sollen. Vielleicht so?

    Die Frage nach Unfall oder böswilliger Absicht spielt im Augenblick überhaupt keine Rolle.

    Was eine Rolle spielt, ist, dass Du nicht das Wissen und zumindest gerade im Augenblick - vielleicht brauchst Du da wirklich noch einfach etwa Zeit - das Verantwortungsgefühl hast, Deinen Hund sicher zu führen.

    Es sind nicht „die Rennspiele“, die problematisch sein können. Rennspiele sind eine - nur eine - der Situationen, in denen beim Hund vorhandene Veranlagungen dafür sorgen können, dass aus Spiel Ernst wird.

    Es sind nicht nur „kleine Hunde“, die ernsthaft verletzt werden können. Bei denen passierts nur schneller.

    Man muss Dich scheinbar dazu zwingen, Deinen Hund zu sichern, weil Du es nicht von Dir aus tun möchtest.

    Auch in der Pampa gibt es schützenswertes Leben.

    Und ohne einen Trainer wirst Du voraussichtlich nach nicht weiterkommen, denn Dir fehlen die Grundlagen. Auch jetzt nach den seitenweisen Erklärungen siehst Du scheinbar nicht, dass Du die falschen Fragen stellst - und dass Du die Ursachen nicht anpacken möchtest.

    Das Geld dafür wirst Du irgendwie zusammenkratzen müssen, denke ich. Hol Dir doch erstmal eine Erstberatung. Hier hat doch jemand - oregano wars glaube ich - einen Tipp angeboten. Vielleicht hätte der Trainer sogar eine passende Gruppe.

    Phonhaus

    Eigentlich war alles was ich wollte wissen ob mir mein Hund weggenommen werden kann wegen der sache oder welche konsequenzen es haben wird. Das hat pinkelpinscher beantwortet.

    Alles was ich jetzt will ist mich und meinen Hund zu verteidigen und mich rechtzufrrtigen weil ich nicht möchte das alle denken das Yuna böswillig kleine Hunde angreift und ich sie absichtlich andere verletzen lasse und allein schuld an der ganzen Sache bin.

    Weißt Du - genau aus diesem Grund bekomme ich in aller Regel irgendwann innerliche Pickel, wenn Diskussionen außerhalb von Gericht und Kirche anfangen, um „Schuld“ zu gehen. Denn zu 90% dreht sich das im Kreis. Hier gehts jetzt erstmal primär um die Frage der Verantwortung.

    Was für „ein Hund“ ist Yuna denn? Ein Hund, der eine der wichtigsten Überlebensstrategien seiner Gattung nicht mehr nutzen kann? Dann wäre sie kein Hund, sondern ne echt arme Sau.

    „Böswillig“ ist keine Vokabel für einen Hund. Nochmal: Hunde sind keine moralischen Wesen. Und sie haben es auch überhaupt nicht verdient, damit belastet und überfrachtet zu werden, reicht doch, wenn wir da so komisch ausgebildet sind. „Böse“ ist ein Werturteil, keine Verhaltensbeschreibung.

    Was Dich anbelangt: Als Hundehalter im städtischen Umfeld führst Du ein Tier in einem tendenziell nicht für es geeignetem Habitat. Vor allem, wenn es ein Hund aus einer ursprünglichen Arbeitsrasse ist. Und genau deshalb ist es Deine - und nur Deine - Verantwortung, Deinen Hund so zu führen, dass weder ihm noch anderen Schaden entsteht.

    Das hast Du nicht getan, Du bist Deiner Verantwortung nicht gerecht geworden. Kein Vorwurf, kein Angriff. Einfach nur ein Fakt. Der Grund war sicher nicht Boshaftigkeit, sondern eklatanter Mangel an Wissen. Und das ist keine Entschuldigung und keine Rechtfertigung, sondern auch einfach nur ein Fakt.

    Die Frage, was Dir passieren kann, ist schon beantwortet. Und Du hast eine ganze Menge (unliebsames) Input dazu bekommen., was Du jetzt tun solltest (bzw. eigentlich musst, wenn das noch was werden soll):

    - Steh zu Deiner und übernimm Deine Verantwortung. Was die Anderen hätten, können, wenn ... Wurscht. Dich interessiert Deine Verantwortung.

    - Vermenschliche Deinen Hund nicht.

    - Sichere ihn, damit sowas niemals nie nicht nochmal passiert.

    - Und lerne. Unter professioneller Begleitung. Ein guter Trainer trainiert mehr als „Hier, Sitz, Platz, Pfötchen.“ Er vermittelt Dir ein Grundverständnis über die fremde, anders funktionierende Spezies Hund und trainiert Euch, miteinander zu kommunizieren.

    Und versuche, etwas dafür zu tun, dass es Jemandem, dem es mit Deiner Beteiligung schlecht geht, etwas besser geht. Wenn es möglich ist. Und schluck die Kröte, sollte da eine kommen. Das wäre menschliche Größe.

    In diesem Sinn schlaf vielleicht nochmal drüber :smile:

    Ich finde einfach man muss die umstände beachten! Keiner konnte sehen oder wissen das der yorki plötzlich nicht mehr spielen wollte und Yuna dachte er wäre eine beute. Wenn Yuna jetzt mitten auf der strasse sich losgerissen hätte und einen Hund angefallen wäre würde ich verstehen das sie agressiv ist aber das ist sie nicht! Wäre der andere hund größer gewesen wäre vielleicht gar nix passiert ausser ein kratzer. Yuna wollte bestimmt nicht agressiv oder gefährlich beißen sie hat nicht wissen können das ein Schnapper schon reicht.

    Und was heißt Hunde die arbeitslos sind? Soll ich meinen Hund jetzt bei der Polizei annelden oder was? Welche hunde sind denn bitte nicht arbeitslos??? flying-paws

    Ich hab gerade auch irgendwie das Gefühl, dass wir eine völlig verschiedene Sprache sprechen, aber ich versuche es nochmal:

    Du versuchst eine Beurteilung des Geschehens aus Sicht von menschlicher Moral. Und das geht gerade völlig in die Hose.

    Hunde denken und handeln - gottseidank übrigens, wie ich finde - nicht nach menschlich/moralischen Maßstäben. Dein Hund ist nicht „unschuldig“, weil er „nicht wissen konnte, was er da tut“ (was einen Menschen juristisch betrachtet übrigens auch nicht entlasten würde, aber das tut an dieser Stelle an sich nichts zu Sache).

    Dein Hund hat ganz faktisch aus seinen Instinkten (Jagd) und seinen Bedürfnissen (Lustgewinn - sei es nun am Spiel oder am Mobben) heraus einen anderen Hund schwer verletzt und möglicherweise getötet. Das lastet ihm nicht auf dem Gewissen, denn er hat keins. Das ist ihm nicht moralisch als Schuld anzulasten, denn er ist kein moralisches Wesen.

    Moralisch betrachtet - wenn Du es denn unbedingt so haben willst - liegt die Schuld bei zwei Haltern, die eine Verantwortung übernommen haben, der sie nicht gerecht geworden sind. Moralisch betrachtet ist aber nur einer der beiden Halter und dessen Hund dabei zutiefst verletzt worden. Du schuldest ihr moralisch betrachtet also Genugtuung. Und Empathie. Denn durch Deine Verantwortungslosigkeit sind anderen Leid und Schmerzen zugefügt worden.

    Juristisch betrachtet wirst Du als Halterin des schädigenden Hunds die rechtlichen Konsequenzen tragen müssen. Da Du Dich als nicht fähig erwiesen hast, Deinen Hund so zu halten und zu führen, dass er anderen keinen Schaden zufügt, wirst Du dafür geeignete Hilfsmittel auferlegt bekommen.

    Denn das sind Leine und Maulkorb - vorwiegend Letzterer: Hilfsmittel dafür, dass Dein Hund keinen Schaden mehr anrichtet. Die sind keine Strafe und kein Fluch. Sie sollen nur Andere davor bewahren, dass Du ihnen mittels Deines Hunds etwas antust. Und lies Dir dazu bitte auch nochmal den Beitrag von Mortizia durch.

    Das, was mich hier am meisten bedrückt: Du wischst die Möglichkeit, dass Dein Hund nochmal verletzt oder tötet, damit weg, dass er doch ein „lieber Hund“ sei. Das ist falsch. Nicht, weil er das ist oder nicht - sondern weil Du damit Deine Verantwortung auf Deinen Hund übertragen willst. Das kann der gar nicht leisten. Bzw. auf andere Halter noch dazu. Und das ist nicht deren Job (dass die ihren eigenen Job ihrem Hund gegenüber auch nicht machen mag schon sein. Aber das tut hier auch nichts zur Sache).

    Von allem Anderen mal ab - und ich musste hier auch mehrmals heftig schlucken:

    Hör bitte auf, Deinen Hund durch eine vermenschlichende plüschrosa Wattebrille zu betrachten! Du schadest ihm damit!

    Dein Hund ist nicht böse oder gut oder so ... Dein Hund ist ein Hund (=domestiziertes Raubtier) mit entsprechenden Instinkten, Bedürfnissen und Verhaltensspektrum. Und wenn Du die nicht siehst oder sehen willst, weil sie nicht Deiner Vorstellung von Deinem Hund entsprechen, dann kannst Du ihm auch nicht gerecht werden. Mal ganz unabhängig davon, was Ihr sonst noch an körperlichen Schmerzen und seelischem Leid verursachen könnt.

    Bitte such Dir einen Trainer. Für Dich, damit Du etwas dazu lernst. Und für Deinen Hund, damit Du ihm ein hundgerechtes Leben ermöglichen kannst.