Jaa - die Sache mit dem Lernfenster. Die wird so gerne falsch verstanden und zitiert.
Bis zur 16. Woche bilden sich im Hundehirn massenhaft neuronale Verbindungen aus. U. A. die, die - wie Runa-S geschrieben hat - für den leichten Erwerb und das Generalisieren von Erfahrungen zuständig sind (letztlich bildet sich da also die spätere Fähigkeit zu lernen aus). Und wenn sich diese neuronalen Verknüpfungen in dieser Zeit nicht ausbilden können, weil der Hund isoliert und mit kaum neuen Erfahrungen aufgewachsen ist, dann bilden sich diese Verknüpfungen nicht mehr. Da ist wirklich was „zu“. In dem Fall spricht man von einem Deprivationsschaden (beim Menschen auch Kaspar-Hauser-Syndrom). Auch dann kann der Hund übrigens lernen. Aber ungleich schwerer und begrenzter.
Das heißt aber nicht, dass man das Hundehirn bis zur 16. Lebenswoche mit allem überfluten soll, was da zu haben ist. Im Gegenteil: Reizüberflutung bringt den Hirmonhaushalt durcheinander, verhindert Ruhe und Schlaf und damit die Verarbeitung der Reize. Sprich: Das Gehirn macht dicht, kann die erlebten Reize nicht verarbeiten und bildet effektiv auch weniger Verknüpfungen aus.
Der Hund sollte im Idealfall in dieser Zeit schon mal gesehen haben, was ihn erwartet. Also bei kurzen Runden die Umgebung kennengelernt haben. Zeit gehabt haben, zu schnuppern, zu erkunden und bei kleinen Spielchen eigene Lösungsansätze gefunden haben. Erlebt haben - z. B. mit einem kleinen Tauschgeschäft - dass sich die Zusammenarbeit mit dem Menschen lohnt. Dass er Sicherheit hat, zur Ruhe kommen kann und ein Plätzchen in einem sozialen Gefüge für ihn da ist. Mit ersten Regeln. Einen Abbruch kennen.
Das sind die Grundlagen, auf denen er dann gut aufbauen kann.
Sitz, Platz und Komm muss der Hund übrigens nicht lernen, der kann sich von ganz alleine setzen, legen und zu einem kommen. Lernen braucht er da nur, das zu tun, wenn es von ihm erwartet wird. Und das steht und fällt damit, als wie freudig und lohnend er die Zusammenarbeit mit dem Menschen erlebt. Und die wird einfach schöner, wenn nicht so viel Druck und Stress dabei ist 
Und zu den Facebook oder sonstigen SM-Geschichten: Früher war das Angler- oder Jägerlatein. Und von den Pilzsammlern kenne ich da auch einige
Lass Dich da nicht beirren, sondern genieß Deine Zeit mit Deinem Hund. Und erwerbe dabei selbst eine ganz neue und im weiteren Verlauf sehr wertvolle Fähigkeit: Ungewollte Erziehungstipps souverän und im besten Fall wohlwollend zu ignorieren.
Du wirst sie brauchen 