Beiträge von Phonhaus

    Mich haben Mythen und Sagen schon immer interessiert. Besonders im nicht neuzeitlich weichgespültem und düsterem Bereich, ich hab schon als Jugendliche slawische, nordische und germanische Sagen verschlungen, wenn ich sie in die Hände bekommen habe. Über die Beschäftigung mit der alemannischen Fastnet ( abraxas61 da mag die Verbindung sein, diese Feste gehören im Jahreslauf ja recht eng zusammen ) bin ich auf die Perchten und die Rauhnächte gekommen. In den 80er Jahren war das noch eher ein Thema für Volkskundler und Kulturhistoriker, da war „germanische“ Esoterik noch eher verdrängt und verpönt.

    Nur waren das damals Sammlungen und Enzyklopädien, keine Einzelbücher zum Thema.

    Ich hab mal gesucht - meine Herren, was gibt es eine Unmenge an esoterischen Ratgebern und Lebensweisheiten zu dem Thema.

    Wirklich ansprechen erscheint mir ein soziologisches Fachbuch aus einem Verlag, von dem ich nix kaufe (:hust:). Kostet auch nur die Kleinigkeit von 68 Euro. Da gehts aber mehr um die Projektion heutiger Bedürfnisse auf frühere Zeiten.

    Über den Krampus gibts ein scheinbar ziemlich interessantes Buch auf Englisch: „Krampus and the old dark christmas.“ Das ist mal auf meine Wunschliste für irgendwann gewandert.

    Sonst verschiedene Texte in nicht mehr erhältlichen oder wahnsinnig teuren Sammelbändern und Dissertationen, die es am Rande behandeln. Hmh. Interessiert mich jetzt auch, ich bleib da mal dran.

    Erstmal eins angemerkt: Ich habe selbst schon immer Tiere aus dem Tierschutz gehabt, war lange selbst aktiv und freue mich über Jeden, der diese Vorliebe von mir teilt. Auch wenns mir mit den Tierschützern und den Anderen irgendwann ein bisserl anstengend geworden ist, unterstütze ich nach wie vor und das gerne.

    Dein Ideal also in allen Ehren. Ganz ehrlich und ohne Ironie. Und jetzt kommt das Jetzt:

    Was auch immer Ihr bezweckt und erwartet habt, als Ihr Euch Jerry zugelegt habt: Jetzt habt Ihr die Fakten. Und der erste Fakt ist, dass man als Mensch sehr wohl Ideen und Ideale, ethische Wertmaßstäbe und moralische Vorstellungen haben darf und sollte. Diese aber nie niemals nicht einem Hund überpropfen darf. Denn damit wird man ihnen nicht gerecht. Hunde sind (gottseidank übrigens) keine moralischen Wesen. Die haben weder die Bibel noch das Kapital gelesen.

    Es sind von der Veranlagung her schlicht und einfach in Gruppen organisierte Raubtiere mit einer extrem guten Kompetenz für Kommunikation. Und genetisch über viele Jahrhunderte darauf selektiert, sich dem Menschen anzupassen. Nur eben meistens unter Nutzung der Eigenschaften, die sie als Raubtiere eben haben. Als Begleiter für Schutz, Wacht, Jagd - der unkomplizierte Begleithund für alle Lebenslagen (außerhalb von Wohlstandskreisen und einer kleinen Handvoll Rassen) ist ein relativ neues Modell. Und ein Raubtier, das „niemals Jemandem was tun würde“ wäre ganz schnell ein verhungertes Raubtier.

    Hunde funktionieren nach eigenen Regeln. Und die müsst Ihr jetzt dringend lernen, damit Ihr für Jerry gute Besitzer werden könnt. Hunde lernen aus Erfolg und Misserfolg. Auch komplizierte Hunde passen sich dem Menschen an, wenn er sie sicher, souverän und artgerecht führt - wenn es sich aus ihrer Sicht also lohnt, mit dem Menschen zusammen zu arbeiten. Und wenn ihre angeborenen und erworbenen Eigenschaften dabei berücksichtigt werden. Als Begleiter für Schutz, Wacht, Jagd.

    Und Ihr habt Euch nun einen Hund zugelegt, der weder von seinen genetischen Eigenschaften her noch von seiner Sozialisierung her für das Leben gemacht ist, in dem er sich gerade wiederfindet. Der fühlt sich gerade keinesfalls „gerettet“. Der ist auch nicht doof - wieso sollte er auch irgendwelche Kommandos lernen wollen von Menschen, die seine Zeichen und Signale nicht verstehen und nicht berücksichtigen? Der ist doch kein Automat, der auf Knopfdruck hin oder nach Gabe von genug Leckerchen ein gewünschtes Verhalten auswirft.

    Das Tolle und ganz Besondere ist: Menschen und Hunde können lernen, sich zu verständigen. Der Hund muss Zeit haben, seine Menschen kennenzulernen (die sich entsprechend verlässlich präsentieren sollten. Und er braucht das Bewusstsein dafür, dass sich seine Kooperation mit seinem Menschen auszahlt. Das gibts zwar nicht für umsonst, aber er verlangt dafür doch eigentlich recht wenig. Was es genau ist, das hängt vom individuellen Hund ab.

    Und das ist es, was Ihr lernen müsst: Zu erkennen, was Euer Hund braucht (an Struktur, Sicherheit, aber auch an Arbeit und Entwicklungsmöglichkeiten) und wie Ihr es ihm geben könnt. Und da helfen Euch menschliche Ideale leider nicht weiter, dafür brauchts Wissen über die hündische Natur und Pragmatismus. Empathie auch - aber eben fürs „Hündische“ am Hund :smile:

    Und ganz pragmatisch gesprochen ist das Wichtigste, was Euer Hund aktuell braucht, dass er nicht eingezogen oder getötet wird. Und Eure Umgebung braucht es, dass Euer Hund nichts tut, was bewirken könnte, dass er eingezogen oder getötet werden muss. Das ist Eure primäre Verantwortung. Solange das über Ausbildung (noch) nicht geht, muss es halt über Sicherung laufen. Das wäre Maulkorb, Doppelsicherung mit Sicherheitsgeschirr und Halsband und ganz weit Weghalten von Besuchern.

    Und übrigens: Wenn Euer Hund aus territorialen Gründen gegen Besucher geht, dann rechnet mal ganz stark damit, dass sich dieses Verhalten auch über die Wohnung hinaus ausbreitet, wenns nicht kanalisiert wird. Der hat ja noch nicht mal richtig angefangen, sein Territorium abzustecken.

    Sorry für den ellenlangen Text, mir wars einfach wichtig.

    Bei mir auch die Fake-Kongs in freundlichem gelb. Der gut erzogene Ronjabesitzer füllt natürlich sofort was rein, habe meinem Mann ein Pide geklaut, das gehälftet und reingestopft.

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    Der effektive „Waschbärkrallen-Griff“:

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    Hier krallt es nicht so effektiv an der falschen Stelle, obwohl das Sofa lang genug wäre :hust::hust:

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    Herdenschützer würde ich da nicht unbedingt sehen, eher Haus- und Hofwächter. Bleibt für die beschriebene Problematik aber gehoppt wie gedoppt.

    Habt Ihr die Möglichkeit, den Hund erstmal in einem abgeschlossenem Raum unterzubringen, wenn Besuch kommt? Habt Ihr einen gut sitzenden Maulkorb für ihn? Wie groß und schwer ist er denn?

    Ich wüsste jetzt gar nicht, wo ich mit Ratschlägen anfangen soll. Ihr betrachtet Euren Hund aus einer sehr, sehr menschlichen Perspektive. Das ist ja auch erstmal verständlich, Ihr steht ja noch ganz am Anfang. Aber Hunde ticken nicht wie Menschen.

    Und Ihr habt jetzt einen Hund, der erfordert, dass Ihr Euch ganz schnell ins „Hündische“ reinfuchst und dazu lernt. Und am Jetztzustand arbeitet, anstatt dem hinterher zu trauern, was Ihr Euch erhofft habt. Dass der Hund sich bei Euch anders zeigt als vielleicht im Shelter ist nicht ungewöhnlich, sondern normal. Er lebt hier ein ganz anderes Leben. Und darauf reagieren Hunde nunmal ggf. auch mit radikalen Verhaltensanpassungen.

    Vielleicht gibt es hier ja noch aktuellere Literaturtipps. Ich fand Bloch und Gansloßer ganz gut in der Erklärung hündischen Verhaltens, ist jetzt aber schon etliche Jahre her.

    Für Euren Hund sind Besucher unerwünschte und ggf. auch noch unglaublich dreiste Eindringlinge. Und auch das ist nicht ungewöhnlich. Dass er das jetzt schon eigenständig regelt, das kann noch echt unschön werden.

    Der Göttergatte ist heute von einer sehr netten Patientin mit Pide und seeehr pikanter Tomatensauce eingedeckt worden. Um nicht sauscharf zu sagen. Ich hab also noch ein Fladenbrot dazu gebacken. Für ihn gabs das mit Gemüse und Schmand als Beilage zu Tomatensauce und Pide. Ich hab mir mit der Tomatensauce eine Füllpaste aus Sonnenblumenkernhack und Spinat gemacht und Käse dazu.

    War lecker. Mir ist warm. Sehr warm. Morgen gibts für mich die zweite Tasche zum Frühstück.

    Vielleicht muss ich dann in Folge wegen Magenstörungen früher Feierabend machen :pfeif: Genug Überstunden hätte ich ...

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