Wie soll hier Natur überhaupt definiert werden.
Sind aufgeforsteter Wald, beweidete Wiesen und Felder Natur? Ist das Wild, das seinen Einstand im Getreide hat noch Natur? Sind bewusst gezüchtete Tiere Natur?
Der Begriff ist einfach schwierig.
Danke, das schießt mir auch immer durch den Kopf bei diesen Diskussion. Das Sein, sei es nun belebt oder nicht, ist einfach. So wie es ist und so veränderlich wie es ist. Es schert sich keinen Deut um unsere Definitionen davon (mutmaßlich, zumindest falls nicht die possierlicheren anthropozentrischen Gedankenspielchen und SF Interpretationen der Quantenphysikrecht haben
). Auch unsere Eingriffe werden vieles verändern - aber - so hoffe ich - doch auch nicht mehr als ein Fußstapfen sein. Und auch wir sind letztlich nur ein Bestandteil dessen, was ist. Halt einer, der sich selbst ziemlich wichtig nimmt.
Was wir als Natur sehen, ist eine reine Definitionssache und jeder hat da seine eigenen Bilder, Vorstellungen und Ideale im Kopf. Ist ja auch gar nicht verkehrt, ohne Ideale wäre das Leben sehr langweilig und ohne Vorurteile und Schemata viel zu kompliziert. Man sollte sich meiner Meinung nach nur davor hüten, sie als allgemeingültige Wahrheit zu betrachten und alles um sich herum nach diesem Maßstab zu beurteilen. Denn dann kommt man in solchen Diskussionen auch nie auf einen grünen Zweig.
Ist es nun wahrer, zu sagen, der Hund ist ein Zivilisationsfolger, oder der Hund ist ein Raubtier?
Stimmt letztlich beides. Und er ist vieles Andere mehr. Und wir sehen bevorzugt das am eigenen Hund - und wählen ihn aus und formen ihn danach - was unseren Wünschen und Idealen am Nähesten kommt. Schlussendlich ist er aus menschlicher Sicht dafür da.
Und völlig unabhängig davon hat der Hund eigene Bedürfnisse. Und einen (sehr weiten) Rahmen, innerhalb dessen er sich mit uns verständigen kann. Das ist eine Mensch-Hund Verständigung, keine Rudelverständigung. Die Bandbreite an möglicher Kommunikation ist so vielfältig, das ist bei jedem Team anders. Und auch da im besten Fall dauernd im Fluss. Genauso vielfältig, wie die Bandbreite an möglichen Hundehaltungen. Verständnis geht (nach meinem Ideal
) am Besten da, wo die Verständigung lebendig bleibt. Mit Kenntnis von Hundeverhalten und Wissen darüber, was er verstehen kann.
Deshalb greife ich so ungern zu starren Theorien darüber, was an Kommunikationsgesten nun am Natürlichsten sei, die Frage ist für mich schon am Kern vorbei. Ich nutze das, was im Zusammenspiel funktioniert, von dem ich mir hoffe, das es auch langfristig funktioniert und mit denen ich nach meinen eigenen ethischen Vorstellungen gut leben kann. Und da ich mir eine schöne und harmonische Beziehung zu meinen Hunden wünsche, bevorzuge ich auch schöne Methoden.