Beiträge von Phonhaus

    Ich kenn das auch. Aber ich habe mir das „Beäugen“ ein Stück weit abgewöhnt, weils keinem von uns Beiden wirklich gut getan hat. Sie ist noch da. Damit haben wir nicht gerechnet und jeder Tag ist wertvoll. Und klar wird das Beäugen wiederkommen, wenn die schlechten Tage häufiger werden. Aber heute ist ein guter Tag.

    Madam triezt eben gerade den jungen Hund damit, einen Kauknochen zu zelebrieren, den sie sich aufgehoben hatte. Lillys Knochen ist schon alle. Ronja legt an sich keinen Wert mehr auf Kauknochen. Aber darauf, den anderen Hund zu triezen. Gottseidank geht das mit den Beiden, und spätestens morgen erbt Lilly den Rest.

    Der Inhalt kann nicht angezeigt werden, da du keine Berechtigung hast, diesen Inhalt zu sehen.

    Der Inhalt kann nicht angezeigt werden, da du keine Berechtigung hast, diesen Inhalt zu sehen.

    Ich finde die Fragen von Murmelchen anbringt, eigentlich das ganz zentrale Thema - bzw. ergänzt: Was oder wen soll der Hund schützen, wie soll er es tun und in welchen Fällen. Dann kann man planen, ob eine Ausbildung dafür möglich, sinnvoll und erlaubt ist und wie man dabei die Sicherheit aller Betroffenen möglichst gut gewährleistet. Dann ist man aber im Bereich ausgebildeter Hunde.

    In ausnahmslos allen Threads, die ich dazu hier gelesen habe (bin allerdings nicht in den Gebrauchshundethemen unterwegs), ging es nicht um eine konkrete „Gebrauchsanforderung“ an den Hund. Sondern um verschwommene „was wäre wenn-Szenarien“, diffuse Befürchtungen, Ängste, teils auch Ressentiments, Unsicherheitsgefühle im Umfeld ... Der Wunsch an den Hund ist: Zu schützen, bei Abwägung der Gefahrenlage, eigener Entscheidung und natürlich im Verhältnis nur so weit, dass es nicht mehr Ärger als Nutzen bringt. Und bei absolut korrekter Einschätzung der Situation. Eigenständig, selbstbewusst, aber komplett kontrollierbar.

    Und das ist fatal, das ist eine letztlich sehr romantische „Lassie-Vorstellung“ vom souveränen, starken Beschützer. Das kann ein Hund nicht leisten, schon gar nicht ohne fachkundige und kompetente Anleitung - und an der fehlts ja zwangsläufig, wenn der Halter keine konkrete und vor allem keine realistische Vorstellung hat. Und der Halter den Hund für Situationen möchte, in denen er sich selbst nicht wohl oder sicher fühlt.

    Das ist nicht nur unfair dem Hund gegenüber, sondern ein glatter Weg in Unmengen Probleme. Deshalb sehe ich das üblicherweise sehr kritisch bzw. denke, dass man erst mal genau hingucken muss, was man sich eigentlich wünscht.

    Zur Schmerzfrage von Einstein51

    Da kommts für mich ein wenig drauf an. Ich hab selbst Arthrose und Unfallfolgen in Beinen und Ellbogen und eine beginnende rheumatische Erkrankung in den Händen und bin nur! für mich selbst weder ein Fan von Dauermedikation noch vom „Einrosten lassen.“ Heißt, dass ich schon einen nicht unerheblichen Teil meiner Zeit Schmerzen habe. Aber im sehr erträglichen Rahmen, ich hab mich auch sehr daran gewöhnt. Und kontinuierliche, aber nicht überlastende Bewegung macht es nach meiner Erfahrung nach besser.

    Ronja hat leichte Arthrose in einem Vorderbein und Verschleißerscheinungen im hinteren Rücken-/Lendenwirbelbereich. Ziemlich sicher auch häufiger mal Drehschwindel und Übelkeit vom Vestibularsyndrom. Sie bekommt Rimadyl, laut Tierärztin ist da zum gegenwärtigen Zeitpunkt auch nichts Anderes indiziert, sie sieht keine Anzeichen für heftige Schmerzen. Aber ich denke schon, dass sie trotzdem mit Zipperlein, Steifigkeit und Schmerzen bei Belastung zu tun hat. Gleichzeitig geht sie gerne Gassi, genießt ihr Leben und ihr Fressen, spielt und albert noch und bettelt nicht mehr, sondern fordert.

    Für mich ist das so völlig in Ordnung. Wenn sie wirklich mal einen Tag nicht mit mag oder wir entscheiden, dass sie nicht so dolle läuft, dann gibts halt nur eine Minirunde. So lange das nicht überhand nimmt, sehe ich da auch kein Riesenthema. Und was sie alleine noch kann und will, das darf sie auch. Treppe laufen zum Beispiel - das geht langsamer und angestrengter als vorher, aber es geht.

    Sie will sich noch nicht verabschieden, das zählt für mich. Und solange sie viele gute Tage und Momente hat, sind die paar nicht so dollen Tage für mich auch ok, letztlich gehört es dazu.

    Sollte sie irgendwann deutlich Schmerzen zeigen, oder insgesamt lustloser und apathischer werden, oder nicht mehr mut rauswollen bzw. sich draußen nicht mehr freuen, oder keine Terrierspielchen mehr spielen wollen, oder ihr Futter nicht mehr anrühren ... das wären so Anzeichen, da würden wir an der Medikation nochmal schrauben.

    Dazu, dass das Leben auf dem Bauernhof nun nicht unbedingt die optimale Vorbereitung für das Leben eines Stadthunds ist, wurde ja schon was gesagt. Noch ein paar Worte zu dem Blue Line (Blue Nose) und ebenso Red Nose Gedöns:

    Das sind Werbelabel. Gerne gekoppelt mit Geschichten und Mythen über Reinheit der „Linie“ Krassheit, Herkunft und Eigenschaften, die auch nicht mehr Substanz haben als der 2,50 Meter Karpfen vom Hobbyangler. Faszinieren natürlich - in der „Szene“ ist man anfällig für solche Mythen, aber ernsthafte Rassekenner schmunzeln sich darüber auch eins.

    Letztlich sind es Farbschläge. Und bei der hierzulands üblichen bunten Durchmischung haben die Farben von Fell/Nase an sich nichts mehr zu sagen. Außer: Kann gefallen, der Produzent kann je nach Käuferkreis mehr Geld dafür verlangen und man kann nette Geschichtchen erzählen. Du wirst hier mit allerhöchster Wahrscheinlichkeit keinen „Old family Red Nose“ finden. Bestimmt aber Jemanden, der Dir einen verkaufen will :ugly:

    Ich würde bei der Entscheidung für den Hundekauf um Leute einen Riesenbogen machen, die Dir solche Mythen ernsthaft unterjubeln wollen. Die sind entweder am Romantisieren, wollen Dir was verkaufen oder haben nicht so viel Ahnung, wie sie denken. Alles nicht hilfreich für eine gute Entscheidung.

    Edit noch: Ich kannte mal Jemanden, der war Biologe. Und Pit Bull Fan. Und je nachdem, mit wem von beiden Du gerade sprachst, bekamst Du ganz unterschiedliche Aussagen zu diesen Themen. War schon faszinierend :lol: Aber der Biologe war letztlich hilfreicher. Wenn auch nicht so spannend.

    Beim American Bully kann ich mich nur anschließen: Bitte nicht. Schon gar nicht XL. Als Rasse sind die eh weder FCI noch VDH anerkannt. Das, was da an Zucht läuft, geht dermaßen auf einen deformierten nicht funktionellen Körperbau hinaus. Ich würde unterstellen, dass auch von diesen Hunden viele unter Schmerzen leben und verfrüht sterben werden. Dazu kommt, dass auch hier charakterlich Bull and Terrier mit Molossern verpaart wird und man nicht sagen kann, was schlussendlich dabei herauskommt.

    Die sind in manchen Kreisen „in“, ja. Aber stelle Dir mal ein quecksilbriges energetisches Wesen vor, das in einen Körper gepresst ist, mit dem es mehr oder minder nur kriechen kann. Rücken, Ellbogen, Nacken, Hüfte schmerzend. Atmung noch dazu möglicherweise stark eingeschränkt. Das ist einfach unwürdig.