Ich halte ja überhaupt nichts davon, jemanden zu einem "Anfängerhund" zu raten, wenn derjenige schon klare und realistische Vorstellungen davon hat, was er will und leisten kann.
Mit 18 habe ich mir meinen ersten eigenen Hund gekauft. Einen Rottweiler Welpen. Das ist jetzt 10 Jahre her und sie ist noch immer an meiner Seite. Die Entscheidung habe ich auch nie bereut, ich hätte mir keinen besseren Hund als "Einstieg in die Hundehaltung" wünschen können.
Hätte ich meinen Wunsch damals in einem Forum geäußert, wäre mir davon definitiv abgeraten worden und ich hätte meine Anju vielleicht verpasst.
Ich verstehe einfach nicht, warum man sich einen Hund kaufen soll, der dann quasi nur als Übungszweck dient, um sich danach - also nach 12-15 Jahren - den Hund zu holen, den man eigentlich wollte. Das ist unfair dem "Anfängerhund" gegenüber und auch sich selbst. Immer vorausgesetzt natürlich, man informiert sich vernünftig, weiß wirklich was man will und worauf man sich dann gegebenenfalls einlässt.
Das Problem bzw. der Grund dafür, dass schnell mal zu einem Rassewechsel geraten wird, ist die Tatsache, dass wahnsinnig viele Hundehalter nach Optik wählen und nicht nach dem, was den Hund tatsächlich ausmacht und was er mitbringen wird und da finde ich es dann auch legitim zu sagen: "Schau mal, es gibt auch noch diese und jene Rasse".
Allerdings finde ich auch nicht, dass es überhaupt Rassen gibt, die man per se als "Anfängerhund" bezeichnen kann. Wenn ich der Typ für Schäferhunde bin, werde ich mit einem Labrador vermutlich gar nicht mal so glücklich..
Oder wenn ich richtig bock auf Zughundesport mit einem Husky habe und das auch wirklich durchziehen kann und will, wäre ich sehr enttäuscht wenn man mir einen kleinen Begleithund in die Arme drückt.
Auf jeden Topf passt ein Deckel. Man muss nur eben wissen, was für ein Topf man ist und sich bewusst machen, dass man sich keinen unpassenden Deckel aufzwängen kann, nur weil er vielleicht hübscher ist als die anderen.