Nach einer blöden Erfahrung mit einem betrunkenen, hat Anju Schwierigkeiten damit, sich anfassen zu lassen. Sie fühlt sich schnell bedrängt und schnappt dann auch ab. Deswegen ist oder war Anju auch nicht so einfach beim Tierarzt. Wobei sich das jetzt nach dem Tierarztwechsel echt gebessert hat.
Vorher waren wir bei einem richtigem Arsch. Ich habe ihm gesagt, dass er Anju nicht von oben herab streicheln soll, er hat es ignoriert und Anju von oben herab gestreichelt. Anju hat daraufhin abgeschnappt (sie trägt aber immer MK und beißt auch nicht zu) und der TA ist völlig ausgerastet. Hat sie angebrüllt wie ein bekloppter, mit der Leine in ihre Richtung geschlagen. Anju hat sich schon hinter mir versteckt und er hat immer noch nicht aufgehört zu brüllen.
Ich selber habe leider ebenfalls ein Angstproblem bei Männern, war viel zu schockiert und eingeschüchtert um etwas zu sagen und bin nach dem TA Besuch echt fertig gewesen.
Trotzdem habe ich Anju dort kastrieren lassen, weils der einzige TA war, der Fußläufig für mich zu erreichen war und ich es nicht noch länger aufschieben wollte.
Während er sie in Narkose gelegt hat, wollte sie einfach nicht einschlafen. Sie hat ihn immer wieder angeknurrt und bei jedem Geräusch ist sie wieder hochgeschreckt, weshalb sie noch mehr Narkosemittel bekommen hat. Kurz bevor sie dann weggedämmert ist, hat der TA mir noch gesagt, was für ein Miststück Anju doch ist.
Nachdem das mit der Kastra & Nachsorge durch war, hat der uns nie wieder gesehen.
Nun haben wir kein Aggressionsproblem mehr beim TA, sondern ein Angstproblem. Wir sind jetzt bei 2 Tierärztinnen, die absolut liebevoll und einfühlsam uns beiden gegenüber sind. Anju lässt sich nun sogar ohne mich (wegen Corona) auf den Behandlungstisch und vom Tisch runterheben. Auch festhalten und beruhigen. Nur, sobald wir in der Praxis sind, versucht sie zu flüchten und man muss sie regelrecht über den Fußboden ins Behandlungszimmer ziehen, weil sie freiwillig keinen Schritt tut. ![]()
Ich wüsste auch nicht, wie wir da üben sollten.
Die Behandlungen an sich waren im übrigen nie ein Problem. Sie hat nie versucht, sich gegen eine Spritze oder Untersuchung zu wehren und hat alles tapfer ertragen, egal wie sehr es geschmerzt hat. Für sie ist das schlimmste immer die Zeit vor der Untersuchung/Behandlung.