Ich find die Behauptung schwierig, dass man mit gewaltvoll ausgebildeten/trainierten Tieren keine Erfolge hat - denn erstens wissen wir ja, dass auch positive Strafe zum Lernerfolg führt und zweitens würde es nicht gemacht werden, wenn es nichts brächte…
Aber ich lese insgesamt heraus, dass es eigentlich nur mutigere bzw. verantwortungsbewusstere Richter:innen geben müsste, die dann auch wirklich disqualifizieren/Startverbote aussprechen und das offenbar nicht passiert (wie bei Hundeausstellungen auch).
Beiträge von katzenpfote
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Ich les das gerade nochmal und finde, dass es vorwurfsvoller ‚klingt‘ als es gemeint ist.
Ich bin ja z.B. relative Reitanfängerin und hab anfangs meine Reitbegleitung ständig gefragt, ob das Pferd okay ist, sich wohlfühlt, ob ob ob… ich bin da also Typ ‚Helikopterreiterin‘
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Das man da als Mensch durchaus auch mal mehr davon hat, als das Tier. Ja das ist leben in sozialen Gemeinschaften, da muss jeder mal Kompromisse eingehen.
Das Problem dabei sehe ich darin, dass es ja keine echten Kompromisse sind, wie sie zwischen mündigen Menschen möglich wären.
Die Tiere können halt nicht sagen, worauf sie Lust haben, und sie können es auch nicht immer zeigen, weil sie keine Plane machen/verstehen können. Evtl können die Reiter eine bestimmte Laune erkennen, aber gerade Termin- und Veranstaltungsplanung, da ist das Tier halt komplett abhängig.
Edit: und ist das wirklich realistisch, dass jemand, der eine Meldegebühr und Hotel bezahlt, Freunde als Mitfahrer rangeholt und nen Hänger geliehen hat, dann morgens sagt „ich fahre nicht, Prinz ist eher in Kuschelstimmung“Oder fallt das dann unter „Stress gehört zum Leben dazu“?
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Blau- und Kohlmeisen, mein Stamm-Rotkehlchen aber vor allem ein ganzer Schwarm von sechs oder sieben Buchfinken, über die freue ich mich sehr!
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Dass das System Schule völlig überholt ist und schon seit dreißig Jahren einer mutigen Neugestaltung harrt, steht übrigens völlig außer Frage.
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Ich argumentiere dafür, dass Kinder so angenommen werden, wie sie sind, und die Hilfen bekommen, die sie brauchen. Von Eltern und Schule.
Das Beispiel aus meinem letzten Beitrag mit „wir wollten probieren“ ist ein Beispiel aus meiner Erfahrung wo x Lehrkräfte ne Förderschule empfehlen und die Eltern das genaue Gegenteil tun, weil „es könnte ja sein, dass es klappt“, weil sie der professionellen Einschätzung von einem halben Dutzend Leute nicht trauen.
Jemand schrieb hier, dass manche Lehrkräfte so versessen darauf sind, dass Kinder einen Stempel kriegen. Kann sein, dass es manchen dann leichter fällt, mit dem Verhalten einiger Kids umzugehen. Fakt ist aber: Ich persönlich hab nichts von Diagnosen, außer ne Chance, Kinder besser zu fördern.
Wenn jemand einen Förderschwerpunkt bekommt, kann ich das Kund z.B. in eine Fördergruppe setzen, es Arbeiten alleine/in Kleingruppen oder mit mehr Zeit schreiben lassen, darf dem Kind individuelle Aufgaben geben oder sonstwas. Ist das Kind „normal“ (= ohne Diagnosen, ohne Förderstatud), darf ich das alles nicht.
Und ja - Inklusion geht für viele Kinder ganz toll. Und für manche ist das ne Katastrophe, weil eine Regelschule einfach oft die Bedingungen nicht schaffen kann (mangels Räumen/Ausstattung/Kenntnissen), die diese Kinder bräuchten.
Und Eltern, die dann noch abstreiten, das ihr Kind überhaupt Hilfen braucht, machen es dem Kind noch schwerer.
Ebenso wie Lehrkräfte, die Vorurteile haben. Aber die haben sie eh, die finden das Kind halt „dumm“, wenn es bestimmte Dinge nicht kann, egal, ob da „Förderstatus Lernen“ dransteht oder nicht. Auf die braucht man keine Rücksicht zu nehmen.
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die einen werden grundlos stigmatisiert
Ich würde mich auf freuen, wenn wir so ganz gesamtgesellschaftlich aufhören würden, in dem Zusammenhang von Stigma zu reden. Oder es überhaupt als Stigma zu verstehen.
Das würde vielleicht den betroffenen Kindern helfen, an entsprechende Hilfe zu kommen (weil Eltern nicht mehr zwanghaft neurodivergentes Verhalten als normal darstellen um bloß das "Stigma" nicht tragen zu müssen).
Neurodivergenz ist keine schlimme Krankheit.
Nicht grundsätzlich. Aber für ein Kind, dass aufgrund einer ‚man kann es ja mal testen“-Entscheidung von Erziehungsberechtigten jeden Tag sieben, acht Stunden in einer lauten, konfusen Welt verbringen muss, die es nicht verarbeiten kann, vielleicht schon.
Ich bin keine Mutter, ich bin Lehrerin. Mir ist total egal, ob ein Kind irgendwelche Diagnosen hat oder nicht. Mir nutzt beides nichts. Ich seh halt - wie gesagt - nur öfter Kinder, bei denen ich mich frage, warum die keinen Förderstatus haben (was den Weg zu Hilfen ebnen würde), als Förderkinder, die ohne klarkämen… ist halt einfach meine Erfahrung.
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Das ist absolut nicht zuviel verlangt.
Ich hab andererseits ein Kind im Bekanntenkreis, das erst vom Schulbesuch zurückgestellt wurde, dann fünf Jahre für die Grundschule gebraucht hat, zwei Förderstati hat und schon in der Grundschule ständig Elterngespräche stattgefunden haben, weil es „Kindern Sachen wegnehmen“ und „Kinder schubsen/beschimpfen“ als einzige Methoden hat, Kontakt aufzunehmen. Förderschulplatz war bereit, wurde in letzter Minute umgemeldet auf eine Mammutschule mit sechs Parallelklassen, fast 1500 Kinder mit 100 Lehrkräften, weil „wir dachten, in einer größeren Gruppe kommt es besser klar“.
So hat jede von uns ihre Bilder im Kopf.
Vielleicht ist das aber auch ein Teil des Problems - wenn Eltern und pädagogisches bzw. Schulpersonal sich gegenseitig nicht vertrauen können oder wollen, ist es für die Kinder natürlich doppelt schwer - die einen werden grundlos stigmatisiert, die anderen kriegen keine dringend benötigte Hilfe. -
Tja, offenbar leb ich nicht in eurem Umfeld.
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Snooze_92
Tatsächlich erlebe ich da eher das Gegenteil. Kinder, bei denen sämtliche Lehrkräfte, Sozialarbeitsteam und Förder-Kräfte sehen, dass sie Unterstützung bräuchten, und wo Eltern eisern darauf beharren, es sei alles ganz normal.Egal, ob Leute, die jeden Tag vier-, fünfhundert Kinder erleben, was anderes sagen…