Beiträge von Vriff

    Das Recht gibt es auch beim Menschen nur in der Theorie.

    Privat vs. gesetzlich versichert. Allein vs. engagierte Angehörige. Arm vs. reich.

    Und beim Tier kommt noch dazu, wir reden hier nicht von gemeinnützigen Einrichtungen, sondern von Privatpersonen. Die ihre ganz eigenen Regeln und Prinzipien haben dürfen.

    Mehr Hunde ja, anders auch.

    Aber wenn ich mir so die Geschichten von früher anhöre. Meine Großmutter schwärmt von Shoppingausflügen mit ihren zwei Deutsch Drahthaar und wie praktisch das war Hunde samt Einkäufen und Handtasche vor der Umkleidekabine abzulegen. Niemand ist dran und man hatte so schön Ruhe und Platz.

    Meine Schwiegermutter hat ihren Welpen beim Halsbandkauf im Karstadt verloren und wie niedlich das immer war, wenn Lumpi allein zum Metzger ist und wie schlau er doch war, weil er immer wusste wo sie ist und ganz von alleine wieder kam. Bis heute rät sie mir bei schlechtem Wetter doch den Hund im Einkaufszentrum laufen zu lassen. Hat sie früher mit ihren Freundinnen immer gemacht, sitzen und quatschen im Cafe während die Hunde spielen. War doch so schön überdacht und die Hunde sind nicht durch die Drehtüren nach draußen.

    Auf dem Land gab es mehr so Rüden im Garten loszuwerden, wenn man mit der eigenen läufigen Hündin raus wollte.

    Und den alten, weißen Mann mit Schäferhund der es lustig fand, wenn Frauen Angst um ihre Fiffis hatten. Der konnte seinen Hund abrufen, der wollte nur nicht. Den gab es früher irgendwie überall.

    Dagegen finde ich heute irgendwie nahezu rosa Glitzerstaub.

    Steht doch schon da, aber gerne nochmal.

    • 0 Fehlertoleranz was Rückruf und Co angeht, liest man ja auch schön hier im Thread
    • Immer freundlich, immer umgänglich sein
    • Am Besten nie bellen

    Ja natürlich kann man das so

    Niemanden in Gefahr bringen oder durch Lärm, Dreck, Gestank oder Hygienerisiken belästigen.

    (Eigentlich keine besondere Leistung.)

    zusammenfassen. Aber ganz zu Ende gedacht sind das eben unerfüllbare Anforderungen und je näher man sich diesem Ideal nähert desto schwieriger wird es.

    Und doch mich stresst das manchmal. Mein Hund ist groß, weiß und haarig. Wenn jemand dicht an ihr vorbeiläuft hat er sichtbare Haare an der Hose. In der Fellwechselzeit betrete ich mit ihr kein öffentliches Gebäude und wenn wir in fremden Autos mitfahren müssen trägt sie einen Mantel.

    Trotzdem kann ich dir sagen, dass meine Nachbarn die Haare im Hausflur stören. Natürlich putze ich den sehr regelmäßig, aber es finden sich trotzdem Haare, immer.

    Es sind heutzutage die Kleinigkeiten an denen sich aufgerieben wird und die sich trotz aller Bemühungen nicht verhindern lassen. Da darf man sich auch mal Fragen sind Hunde heutzutage überhaupt noch akzeptiert.

    Und jeder Hund hat irgendwas an sich das stört. Beim Senior waren es nicht die Haare, sondern der Guten Morgen Beller. Dieser eine Ohrenbetäubende den ich auch mit aller Erziehung und allen Tricks nicht aus ihm rausbekommen habe.

    Da lese ich aber deutliche Unterschiede zwischen ‚das ist jetzt gesetzlich verboten‘ oder ‚das ist gesellschaftlich nicht mehr akzeptiert‘.

    Komplett und definitiv. Deshalb finde ich es ja spannend oder eher erschreckend, das in einer Zeit in der eh schon viel mehr vom Hundehalter erwartet wird, das dann noch zusätzlich nach mehr Gesetzen verlangt wird.

    Mal zurück zu Hunden in der Gesellschaft, angeregt durch katzenpfote s Frage was Hunde früher durften und heute nicht mehr:

    • Am Gartenzaun/Zwinger eskalieren
    • Mal 100 Meter ein Reh hetzen überhaupt war Brut- und Setzzeit gar kein Thema
    • Ein Kind zwicken
    • Mit Kind ohne Erwachsene Gassi gehen
    • Streunern, dabei ist es egal ob Dorf oder Stadt, wenn ich mir die Geschichten von früher anhöre. Hunde die allein zur Bushaltestelle sind um Kinder abzuholen, Hunde die zum Nachbarn x hundert Meter weiter "abgehauen" sind, ...
    • Man durfte einen Hund vertreiben ohne Angst vorm Besitzer haben zu müssen

    Früher war sicher nicht alles besser. Aber wenn ich mir so die Entwicklung anschaue, zu immer mehr Rücksicht, zu immer mehr Schuld und Verantwortung beim Hundehalter, die ich persönlich zum Teil schon für zu viel halte*. Dann finde ich den Weg zum Hundeführerschein eine ganz schlechte Idee.


    Es ist richtig und wichtig für sein Handeln und seine Tiere Verantwortung zu übernehmen. Aber wenn ich an Kind streichelt Hund denke... Nahezu jeder hat diese Kindheitserinnerungen vom Hund von und heutzutage überlege ich wer mich verklagen könnte, wenn was passiert. Beim Hund vielleicht nicht ganz so extrem, aber beim Pferd bin ich inzwischen viel abweisender. Was ich schade finde.

    Schwierig. Sicher gibt es eine Grenze ab der ein Leben nicht mehr lebenswert ist, nur wo genau die ist?

    Sonst müsste man jeden alten Hund, jeden chronisch kranken Hund einschläfern. Bei heilbaren Krankheiten könnte man diskutieren ob Leid in Ordnung ist bis zur Heilung.

    Unstrittig ist hoffentlich das man kein Leid produzieren darf.

    Ist halt die Frage was genau du suchst. Ich habe ja so ein Kartensuchtproblem und brauche unverhältnismäßig viel Akku dafür. Für mich war auf Radreisen die Akkuladesituation endlich mit Dynamo emotional befreiend. Nicht das ich vorher je Probleme gehabt hatte, aber immer die Sorge das.

    Und genauso stelle ich mir ein Solarpanel vor. Wirklich brauchen, brauchen tut man es nicht. Aber es schläft sich besser mit.

    Und zumindest meins hat sich durch die Alltagsnutzung und ich bin da nicht sklavisch, schon lange amortisiert.

    Tierschutzhund sind Wundertüten und Junghunde machen was sie wollen, warum muss mein Hund Klischees nur so ernst nehmen.

    Ich habe mich seit jeher gefragt warum ihr Fell so hart ist, wo es doch so gesund aussieht. Also ich habe dann mal einen Zwergschnauzer aus Kragen und Rücken getrimmt. Trimmfell ist hier hartes Ausschlusskriterium für einen Hund und blöde Fusselunterwolle hat sie trotzdem, so kann ich mir das nicht mal schön argumentieren.

    Sie geht manierlich an der Leine und fährt gerne SUP. Lieferung deutschlandweit inkl. neuer Schwimmweste. Aus der Alten ist sie schließlich auch unerlaubt rausgewachsen.

    Tausche auch gegen irgendwas flauschiges das fiept oder so.

    Ich glaube ein ganz grundlegendes Problem ist die in den letzten Jahren wirklich extrem gestiegene Anzahl an Hunden, gerade in Ballungsgebieten wird das wohl richtig voll, wenn ich mir so Berichte hier im Forum anschaue. Damit einher gehen dann einfach strengere Regeln weil es viel mehr Konfliktpotential gibt mit Mitmenschen oder anderen Hunden. Als Beispiel, pinkelt mir alle paar Wochen ein Hund an den Blumenkübel vorm Haus finde ich das sicherlich nicht toll, aber ich würde mich nicht weiter aufregen, kann ja mal vorkommen. Aber kommt das jeden Tag mehrmals vor habe ich wohl recht schnell die Nase voll von Hunden die mir was anpinkeln. Bretter alle paar Monate (bei mir hier eher alle paar Jahre) ein nicht so wohlgesonnener freilaufender Hund in uns rein ist das blöd, aber passiert das im Prinzip fast jedes Mal wenn ich das Haus verlasse hätte ich persönlich wohl gar keine Lust mehr auf Gassi mit Hund und wäre deutlich unentspannter unterwegs.

    Ja und nein, das ist einfach Dichtestress und unvermeidbar, wenn viele Menschen und schlechte Infrastruktur aufeinandertreffen.

    Das ist aber hundeunabhängig und löst man nicht durch Verbote. Ganz simples Beispiel, schmaler Gehweg, Hauseingänge direkt an der Straße. Jugendliche sitzen mit ausgestreckten Beinen in den Hauseingängen, Senioren fahren mit dem Rollator in der Mitte, weil wahlweise Wurzelbrüche oder Scherben am Rand liegen und dann kommt der Hundebesitzer mit der Leine...

    Ich merke es hier in der Stadt deutlich, da wo es "Platz" gibt ist die Grundstimmung bedeutend friedlicher und an Engstellen wird aufeinander geachtet vs Dauerstress wenn nicht. Das sind oft Kleinigkeiten wie geschickte Platzierung von Mülleimern um den "Fluss" zu steuern, Wartebuchten vielleicht mit Bank damit nicht alle mitten im Weg stehen und ja auch der Grünstreifen, die meisten Hunde pinkeln doch lieber auf Gras statt Bebauung.