Beiträge von Vriff

    Also ja, ich kann verstehen, dass man bei solchen Formulierungen als Hundehalter sagt, dass man dann eben da nicht hin fährt. Vollstes Verständnis. Aber ich kann auch verstehen, woher solche Formulierungen kommen.

    Nur helfen sie eben nicht. Wer sich nicht an Regeln hält oder seinen Hund nicht erzieht tut das auch mit solchen Formulierungen nicht. Das sind eben genau die Menschen, denen so was ganz egal ist.

    vielleicht sortiert man damit auch gerade diejenigen aus, die man gerne als Gäste hätte.

    Wie drücke ich das, ich mag Verbotskultur nicht. Das fühlt sich negativ an und ich fühle mich nicht willkommen. Ganz egal, ob ich akut betroffen bin oder nicht.

    Mein Hund darf nie hetzen, muss auf Wegen bleiben und ist sowieso meistens angeleint. Mich betreffen die ganzen BuS Schilder überhaupt nicht. Aber Schilder mit zerfetzten Rehen, anleinen mit 10 Ausrufezeichen am besten in Gebieten ohne Leinenpflicht oder pauschales alle Hunde sind tötende Bestien, doch die Schilder stören mich. Ich fühle mich dadurch angegriffen und in gewisser Weise vorverurteilt und zu Unrecht beschuldigt. Nein, will ich nicht.

    Und so geht's mir auch mit solchen Regeln. Die Regeln an sich sind nicht das Problem, aber die Formulierung. Bin mehr für miteinander statt gegeneinander.

    Es ist eigentlich egal, wie deutlich ein Hund vorwarnt. Für mich ist mein Hund gefährlich, wenn ich ihn nicht einschätzen kann. Im Alltag mit Hund gibt es doch für gewöhnlich drei Kategorien. Situationen in denen ich meinem Hund zutraue zu beißen, Situationen in denen ich mir in einer Verkettung unglücklicher Umstände vorstellen könnte, dass mein Hund beißt und Situationen in denen ich mir sicher bin, dass mein Hund nicht beißt.

    Und natürlich kommt es neben der reinen Tatsache Biss auch noch auf das wie wird gebissen an.

    Und ganz ehrlich, sollte ich da jemals komplett daneben liegen mit meiner Einschätzung, ich würde sehr an mir zweifeln und wahrscheinlich mit der ganzen Hundehaltung hadern. Hunde die ich nicht einschätzen könnte würde ich von vornherein nicht halten, viel zu gefährlich. Das ist aber auch alleine meine Verantwortung als Hundehalter, ich empfinde es als falsch da irgendwas auf Andere abwälzen zu wollen.

    Da ist nur ein Fehler in der Argumentation, wenn jeder Hund gefährlich ist, was ja nach dieser Argumentation nahezu zwangsweise so ist.

    Jeder Hund der seine Zähne einsetzt ist gefährlich laut Gesetz. Jeder Hund hat Zähne.

    Dann braucht man wirklich nicht mehr diskutieren und darf sich eher wundern, dass Hunde noch nicht verboten wurden.

    Von mir aus muss es nicht der Supergau sein, im Gegenteil, ich ärgere mich oft genug, das Kleinhunde Narrenfreiheit zu haben scheinen, egal wie oft man sie anzeigt. Da scheint es kein Gesetz zu geben. Aber man muss jetzt nicht ins nächste Extrem fallen.

    Ja Hunde haben Zähne, ja Hunde können beißen, aber sie tun es für gewöhnlich nicht.

    Ich muss das unfreundliche Tier mal loben. Wir waren zum Essen eingeladen und aus Gründen kam überraschend weiterer Besuch durch die Tür. Ja sie stand Zähne fletschend und grollend im Flur, aber auf erste Ansprache war sofort Frieden und bei der Zweiten kam sie ohne Diskussion zu mir hat sich unter meinen Stuhl gelegt und das Begrüßungschaos ignoriert.

    Man muss nicht alle mögen, man muss sich nur benehmen können. wir arbeiten da ja von Tag 1 dran, nur testet man den Trainingsfortschritt eher nie und wenn unfreiwillig. Umso schöner, dass er da ist.

    Man darf auch nicht vergessen, dass Hunde früher eher abgeschieden lebten und weniger Teil der Gesellschaft waren.

    Es ist deutlich leichter zu akzeptieren nicht die Finger durch Zwingerstäbe zu stecken, als sich im Bus nicht unbedarft die Schuhe binden zu dürfen, weil man sich dabei über einen Hund beugen könnte.

    Und ich kann mir auch nicht vorstellen, dass Begleithunde früher einfach so beißen durften.

    Die Kindergartenhorde ist mir aber auch schon mal passiert. Ein Brüller meinerseits stoppte den Kinderpulk, in der wenig erfreulichen Diskussion mit den Erzieherinnen war mein Hund längst sicher auf dem Arm. Lästig, doof, unnötig, aber sonst :ka: sehe den Unterschied zumUnachtsamkeitsremplern, den Betrunkenen, den übergriffig Freundlichen und all den anderen Mitmenschen auf die man jetzt gerade verzichten könnte nicht.