So viel Angst ist es inzwischen nicht mehr. Ich würde sie auch nicht als klassischen Angsthund bezeichnen.
So vom Grundtyp her ist das ein echt nervenstarker Hund und beeindruckend Stressresilent. Aber in der Welpenzeit Nichts kennengelernt und Nichts bedeutet wirklich Nichts. Finde ich schlimmer als schlechte Erfahrungen. Und noch dazu dann eben vom Typ her echt misstrauisch. Von sich aus würde sie nie was Neues ausprobieren. Man muss sie da zu ihrem Glück zwingen und tunlichst darauf achten, dass es eine gute Erfahrung wird, sonst hat man verloren.
Wenn ich da an das erste Mal Sandboden betreten denke. Der Hund macht zwei Schritte, steht hinten noch auf Asphalt und schaut völlig entsetzt ihre Vorderpfoten an. Dieses Gefühl das Boden weich ist und irgendwas zwischen den Pfoten durchquillt verstörend. Und so war das mit Allem. Gleicher Hund heute geht völlig selbstverständlich über jede Art von Boden, wirklich jede Art, wenn es rutschig wird, wird sie langsamer und schaut, dass sie ihre Gräten sortiert kriegt. Völlig selbstverständlich, das normalste der Welt. Würde heute niemand mehr glauben, das alles außer glatter Beton ohne jegliche Naht für sie mal ein Problem war.
Und man macht Fehler. Alles was ich ihr schönzureden wollte ist verbrannt. Wenn ich etwas zu viel Beachtung schenke muss es schlimm sein, sonst würde ich es nicht tun. Es gab eine Phase da hat sie keine Kekse von mir genommen, weil Kekse gibt es immer, wenn ich was Schwieriges von ihr verlange. Da durfte ich ganz schön lange einfach so in harmlosen Situationen füttern, bis die Verknüpfung Kekse = was Schlimmes passiert wieder aufgelöst war.
Man muss immer was Neues lernen, gehört zum neuen Hund dazu. Nur man weiß meistens vorher nicht, was es ist.