Beiträge von Vriff

    Naja aber was heißt dein Alltag?

    Wenn ich mal meinen Großstadthundealltag anschaue. Wir laufen an der Hundewiese vorbei und sie muss ertragen, dass ich regelmäßig andere Hunde blocke. Hundebegegnungen = man läuft angeleint aneinander vorbei so 20-30 am Tag. Am Stall trifft man immer die gleichen Hunde und es gibt nur kontrollierten gemeinsamen Freilauf wenn sich alle verstehen. Gemeinsam schnüffeln, in der Sonne liegen, usw. Spiel und Spaß absolute Ausnahme stört den Reitbetrieb, ansonsten behält jeder seinen Hund bei sich. Treffen mit Hunden zum Spazieren gehen, meistens immer die Gleichen Interaktion je nach Sympathie und moderiert. Essen gehen und dabei Hunde am Nachbartisch ignorieren. Und jetzt fange ich schon an nachzudenken, wann wir sonst noch Hundekontakt haben.

    Für mich ist das schon die Variante ich habe einen sehr sozialen, unkomplizierten Hund. Aber auch meine unverträglichen Hunde haben das Größtenteils mitgemacht. Gut auf so Ideen wie an der Hundewiese vorbeilaufen kam ich nicht, weil Stress für alle Beteiligten und je nachdem wer gerade mit seinem Hund vor meiner Haustier stand habe ich lieber 5 Minuten gewartet bevor ich los bin.

    Das ist aber ein Level an Management das bisher ausnahmslos jeder meiner Hunde an irgendeinem Punkt brauchte. Niemand ist perfekt.

    Mit dem Babyhund muss ich alleine bleiben planen. Einfach so zu jeder Tages- und Nachtzeit beliebig lange weggehen ist nicht mehr. Ich freue mich das sie inzwischen überhaupt zuverlässig nennenswerte Zeiten alleine bleibt. So unterschiedlich sind Hunde nun mal. Und ich hätte nie mit diesem Problem gerechnet. Keiner meiner Hunde hatte da je ein Thema mit, im Gegenteil den hat allen mal ganz in Ruhe schlafen gut getan. Und ich meine sie war vorher ihr komplettes Leben im Tierheim sie kannte überhaupt kein 24h Mensch um sich.

    Da ist es doch schöner, wenn man weiß aller Voraussicht nach wird mein Hund kein Interesse an Fremdhundekontakt haben. Dann sozialisiert ihr eben direkt entspanntes vorbeilaufen an der abgewandten Seite, ruhiges Sitzen hinter dir während du dich um Fremdhunde kümmerst, usw.

    Das sie ein Sozialkrüppel wird als Mehrhund halte ich für sehr unwahrscheinlich. Auch sauber kommunizieren, ich finde dich blöd, ist sozial. Nur nicht verträglich, muss aber nicht jeder sein.

    Wenn ich an Alltagstauglichkeit statt Sportgerät denke. Denke ich persönlich eher an Leinenführigkeit, Reize verarbeiten und aushalten können, ruhen in trubeligem Umfeld, ...

    Also Springer am Rad. Gehorsam ist gut und schön, aber so schnell wird das Nichts. Nur kontrollierte Bewegung kann eben auch ein Baustein sein. Stressabbau, was Cooles zusammen machen, auch mal stumpf fahren ohne sich zu streiten.

    So ein Leben mit Hund setzt sich aus vielen kleinen Puzzlesteinen zusammen. Mal ist es großes Chaos obwohl man sich größte Mühe gibt, mal weiß man von so manchem Teil nicht wo es hingehört und mal hat man ein schönes Bild, bei dem alles harmonisch ineinander greift.

    Wieso scheitere ich an Zucchini?

    Sag Bescheid, wenn du es herausgefunden hast, ich brauche min. 4 Pflanzen, damit ich so ungefähr 3 ernten kann.

    Kürbis das gleiche Problem.

    Dafür kann ich Gurke und Paprika und Erdbeeren.

    Heuer sehe ich es als glückliche Fügung, dass ich mich gegen Gemüseanbau entschieden habe. Alles wächst, nur das nicht. Hatte zwar andere Gründe, aber so habe ich mir den Frust erspart. Nächstes Jahr wird bestimmt alles besser.

    Beim Rennrad ist nicht deine Haltung sondern der Boden das Problem. Mit Hund kann man nicht Ideallinie fahren, sondern rumpelt durch jedes Schlagloch und über jeden Stein. Und zumindest meins ist das Gegenteil von gutmütig geradeaus. Das fand ich selbst mit kreuzbravem Hund teilweise grenzwertig.

    Mir war es nix, aber ich bin auch Fahrschisser.

    Für das Füße auf den Boden Problem gibt es heutzutage Variosattelstützen kombiniert mit MTB ersetzt das Fahrtechnik und man hat genug Kapazitäten sich auf den Hund zu konzentrieren.

    Wenn ein Scooter vorhanden ist würde ich aber einfach den nutzen. Der lernt den Unterschied schnell, wann er gesittet neben dir und wann er ziehend vorne laufen soll. Andere Ausrüstung, anderer Start.

    Nach knapp zwei Wochen Krankenlager benimmt sich der Hund endlich mal wie ein junger Hund. Wir mussten nach 1 1\2 Jahren doch tatsächlich zum ersten Mal darüber reden, dass man nicht hinter den Katzen herrennt. Sie klaut Taschentücher vom Nachttisch und ein leises Mimimi langweilig wurde auch vernommen.

    Auch wenn der Anlass ein blöder ist, endlich benimmt sie sich mal wie ein normaler Hund und ich werte das als Zeichen für Besserung.

    An Corgis kann ich mich nicht erinnern über Shelties wurde doch seitenweise diskutiert.

    Ich empfinde ja Übertypisierung generell als Problem in der Rassehundezucht. Und rein optisch gefallen mir Mixe deshalb oft besser.

    Aber wie man das Problem lösen könnte finde ich tatsächlich sehr spannend und sehr schwierig.

    Nimmt man den Punkt mehr Toleranz in der Auslegung des Rassestandards, dann denke ich an den Golden Retriever. Wenn man da einen blonden, plüschigen Familienhund vs. rote, schlacksige Sportzucht betrachtet sehe ich zwei Extreme mit kaum Gemeinsamkeiten die trotzdem der selben Rasse angehören.

    Nimmt man Leistung statt Optik, dann denke ich an den Border Collie. Ganz persönlich finde ich es diskussionswürdig wie viel Neigung zu Zwangsverhalten ist in Ordnung, wenn sie nur ihren Job gut machen. Rein vom Körperbau ist da ein Großteil funktional.

    Nimmt man wildes Gemixe, denke ich bei großen Hunden einfach nur ein paar Jahrzehnte zurück. Hallo HD und andere Späße, die bei den Rassehunden kaum noch Thema sind.

    Genauso wie die philosophische Frage, lieber wissen welche Krankheiten typisch sind, mit dem Vorteil das man Vorsorgeuntersuchungen betreiben kann oder lieber Roulette und alles kann passieren, mit der Gefahr, dass man so Manches viel zu spät diagnostiziert, weil man nicht auf die Idee kam und Vorzeichen übersehen hat.

    Fazit: keine Ahnung, alles doof.