Vielleicht sollte man da mal auseinanderklamüsern was man unter den Begrifflichkeiten versteht. Weich, sensibel, neurotisch sind doch absolut unterschiedliche Dinge.
Für mich sind Hunde weich, die viel Wert auf Harmonie legen. Die Regeln akzeptieren statt Strafe in Kauf zu nehmen bzw. drüber nachdenken, ob sich das jetzt lohnt. Sind gleichzeitig oft Hunde die unheimlich kreativ in der Auslegung eben solcher Regeln sind. Und ja, da kommt dann ein gewisser Gerechtigkeitssinn durch, wenn man da nicht fair bleibt, weil man der Meinung ist, das hat man doch verboten können die damit nicht gut. Andersrum heißt das aber auch, bei fairem Umgang sind sie unerschütterlich im Positiven Sinne. Hunde die oft sehr charmant sind, weil sie wissen wie sie damit zum Ziel kommen.
Sensibel im Lesen von Schwingungen und Subkontexten. Reagieren auf Krankheit des Menschen, mal mit Unsicherheit, mal mit krankenpflegern und besonders nett sein. Fein und sehr differenziert in der Kommunikation mit anderen Hunden. Aber auch mit ihren Bedürfnissen und wenn es nur unglücklich schauen, weil das Geschirr nicht optimal sitzt, ist. Die wissen immer, wann man es ernst meint und wann man nur so tut. Echtes Lachen ein Riesenverstärker. Genauso wie sie mal angerempelt nehmen nicht persönlich nehmen. Ist ihnen ja niemand mit Absicht auf die Pfote getreten.
Weich und sensibel sind oft die Schlawiner die man nie erwischt beim Kekse klauen. Weil sie unsichtbar sein und den richtigen Moment erwischen perfektioniert haben.
Neurotisch ist dann blöd. 100x ist alles gut, beim 101. Mal ein Drama. Schlüssel fällt aus der Hand und niemals wieder kann der Hund durchs Treppenhaus gehen während eine Rappeldose nur für innerliches augenrollen ob der Inkompetenz des Menschen führt. Eng verwandt mit ängstlich nur wesentlich unberechenbarer, was es so schwierig händelbar macht. Und schlecht gehändelt werden das oft richtig schwierige Hunde, denen man zu gerne sensibel unterstellt, weil man nur noch auf Zehen spitzen gehend mit ihnen durch die Welt kommt.