Mein Hund verbellt und jagt Männer

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  • Hallo, wir haben seit 3. August 2007 unseren Golden Retriever-Dackel-Mischling Arno. Wir haben ihn in der 8. Woche bekommen und genießen nun die Zeit mit ihm.


    Zuhause ist er eigentlich ein sehr umgänglicher Hund und auch Autofahren ist mit ihm kein Problem, solange Niemand seinem Territorium zu nahe kommt. Wenn das doch passiert, fängt er an zu bellen und zu umkreisen. Dies lösen wir eigentlich immer so, dass der Besucher ein Leckerlie oder kleines Spielzeug von uns in die Hand bekommt, welches er Arno überreichen kann. Und nach kurzem Schnuppern und Betrachten ist er beruhigt und verzieht sich wieder in sein Schlafnest. Ich denke, dass das soweit normal ist. Wollte es nur fpür den Gesamteindruck erwähnen.

    Er hat auch eine Abneigung gegen diese Rollenski und Inlineskater, jedoch haben wir ihm das schon durch Leckerlie-Vorbeiwerfen und Ablenken weitestgehend abtrainiert. Außer wenn sie uns viel zu Nahe kommen, geht er auf die Jagd. Das Problem hierbei ist jedoch schon, dass er dann kaum noch zu beruhigen ist. Er hört und sieht dann Nichts mehr außer diesem "Feind". Aber wie gesagt, dieses Problem wurde durch das Ablenken schon besser.

    Das größte Problem ist allerdings, dass er beim draußen Spazieren vorbeigehende Männer jagt, anbellt und womöglich auch beißen würde, wenn ich mich nicht dazwischen stelle. Auch hier ist er kaum mehr zu beruhigen und hört nichts mehr. Er macht das jedoch nicht bei allen Männern. Ich kann auch nicht erkennen wen er nun nicht mag und wen nicht.
    Erst neulich haben wir einen seiner Hundfreund getroffen, der ausnahmsweise mit seinem Herrchen unterwegs war und nicht mit seinem Frauchen, mit welcher wir seit 5 Monaten fast täglich spazieren. Nun hat er sein Herrchen umkreist und angebellt und war nicht mehr zu beruhigen.
    Und erst gestern waren wir mit 2 weiteren Hunden und deren Frauchen unterwegs, mit denen er wie immer nett gespielt hat, als plötzlich ein Spaziergänger vorbeikam, welcher sofort wieder verfolgt wurde und auf den er schon zum Sprung ansetzte.
    Er ist fremden Leuten gegenüber generell vorsichtig, jedoch hat er kein Problem mit Frauen (außer auf Inlinern oder Rollenski).

    Ich wüsste nicht, dass er einmal eine schlechte Erfahrung mit Männern gemacht hätte. Und mich, meinen Vater und meinen Großvater liebt er total.
    Auch einige andere Männer, denen wir öfters begegnen, ist er freundlich, wenn auch vorsichtig gesinnt.

    Da er ansonsten eigentlich brav beim Spazieren ist, darf er meistens ohne Leine laufen und wir versuchen auch, Menschenansammlungen zu meiden.

    Wie könnte ich dieses Problem in den Griff bekommen? Ich hoffe ihr könnt mir helfen.

  • Das größte Problem ist allerdings, dass er beim draußen Spazieren vorbeigehende Männer jagt, anbellt und womöglich auch beißen würde, wenn ich mich nicht dazwischen stelle. Auch hier ist er kaum mehr zu beruhigen und hört nichts mehr. Er macht das jedoch nicht bei allen Männern. Ich kann auch nicht erkennen wen er nun nicht mag und wen nicht.

    Genau das ist das Problem.
    Die Männer gehen vorbei, d.h. Dein Hund hat mit seinem bellen Erfolg. "Er vertreibt den Mann.".
    Warum auch immer er damit angefangen hat, er hat mit seinem Verhalten Erfolg. Hunde lernen am Erfolg. Du solltest versuchen ihm ein Alternativverhalten anzutrainieren und ein Störkommando auf das er sicher reagiert und versucht eine andere Lösung, als das bellen, zu finden. Also was soll er statt des Bellens tun?
    Wenn Du versucht ihn zu beruhigen oder schimpfst, ist das für ihn Bestätigung und Anfeuerung weiterzumachen. Er versteht "Prima, mach weiterso, Klasse....". Er versteht ja nicht wirklich unsere Sprache, aber Du wendest Dich ihm zu und das feuert ihn an.

    LG
    Jens

  • Das Problem beim Kommando ist aber leider, dass er bei seinem Gebell wie im Wahn ist und absolut Nichts mehr wahrnimmt. Kommandos wie "Komm" oder "Bleib" versteht er und befolgt sie auch, aber in diesen Situationen eben nicht.

    Und was sollte ich sonst tun, außer ihn zurückhalten und beruhigen - was allerdings kaum Erfolge zeigt, bis der Mann wenigstens 30m weg ist.

    Und wenn die Leute stehen bleiben und sich ihm zuwenden und z.B. die Hand hinstrecken, damit er Schnuppern könnte, hört er trotzdem nicht auf.

  • Ich bin so mutig und hänge mich mal weit aus dem Fenster ... eigentlich sollte man mehr als vorsichtig sein, wenn man das Verhalten eines unbekannten Hundes durch eine reine Forenbeschreibung beurteilen will.

    Aber: Mir geht durch den Kopf, dass hier ein (für mich IMMER fragwürdiges) "Männer-Frauen-Bild" bemüht wird. Ich erlebe das bei Pferdeleuten sehr oft ("mein Pferd mag keine Männer" - ich gehe hin, tüdel mit dem Pferd, komme zurück und frage: "bin ich kein Mann?" - Antwort "naja, DU ... das zählt nicht ...").
    Darum meine Frage (die Du nicht beantworten musst, aber vielleich stellst Du sie Dir selbst einfach mal): Wie reagierst DU denn auf diejenigen Männer, bei denen Dein Hund ausflippt? Wenn Du einen solchen Mann auf Dich zukommen siehst: Hast Du Angst? Und sei es auch nur, weil Du fürchtest, Dein Hund tickt gleich aus? Wie verhält Dein Hund sich, wenn jemand anderes mit ihm spazieren geht (Hundepension etc)? Identisch oder anders? Wenn das Verhalten wirklich vom Geschlecht des Fremden abhängen sollte, müsste es immer gleich sein - ist es aber nicht. Also: Wie verhältst Du Dich konkret (nicht nur "sichtbar", sondern was FÜHLST Du?)

    Und: Schimpfen/Loben ... ich lerne jeden Tag wieder neu, dass das für einen Hund etwas komplett anderes als für ein Kind ist. Ich habe selbst größte Schwierigkeiten, mir klarzumachen, dass ich mit diesen rein menschlichen "Kommunikationsmitteln" mehr Schaden anrichte als Erfolg habe. Der klassische Tip in Situationen wie "da kommt jemand auf uns zu, mein Hund tickt aus, ich schimpfe und gehe weiter" ist ja "einmal 'Aus', sofortige Kehrtwende, Richtungswechsel, Abbruch - was auch immer". Das VERHALTEN ist wichtiger als das Wort-Geschwurbel.
    Du beschreibst ja selbst, dass der ABSTAND der "Gefahr" zum Hund eine Rolle spielt. Ich halte das für einen wichtigen Punkt, mit dem ihr arbeiten könnt: Bring den Hund aktiv aus der "gefährlichen" Zone. Brich Aktionen ab, sobald der Hund auch nur anfängt, Abwehrreaktionen zu zeigen. Taste Dich langsam an die Grenze heran und verschiebe diese immer weiter.

    Aber: Das sind alles Schüsse ins Blaue. Ich halte es für sinnvoll, wenn Du Dich(!) von jemandem beobachten lässt, der Dein Verhalten und das Deines Hundes in typischen Situationen bewerten kann (also keinen "Hundeflüsterer" oder sowas, sondern jemanden, der sich auch mit Menschen auskennt).

  • Also der Hund ist außer mit mir oder meiner Mutter eigentlich mit Niemandem unterwegs und bei uns beiden zeigt er dieses Verhalten.

    Wenn ich einen Mann auf uns zukommen sehe, denke ich innerlich immer "Hoffentlich fängt er nicht wieder an", gebe mir aber Mühe, die Person nicht weiter zu beachten und einfach ein Stück auszuweichen. Aber ein wenig ängstlich bin ich schon.

    Es kann natürlich sein, dass es Nichts mit dem Geschlecht zu tun hat, aber ich haben gestern erst wieder ein paar mit Hund beim Spazieren getroffen und während er dem Frauchen gegenüber freundlich eingestellt war, hat er nach kurzer Zeit angefangen, das Herrchen anzubellen. Für MICH sieht das halt so aus, als würde er fremde Männer nicht mögen.

    Ich hätte mir jetzt für die nächste Zeit gedacht, dass er wieder nur an die Schleppleine kommt und ich mich noch einmal von Grund auf mit den Grundkommandos beschäftigen muss, damit er auch in diesen Situationen auf mich hört.
    Wäre natürlich für weitere Tips dankbar.

  • > Für MICH sieht das halt so aus, als würde er fremde Männer nicht mögen.

    Das kann ja auch tatsächlich so sein - nur ist das, wie gesagt, über eine textliche Beschreibung in einem Forum nicht qualitativ zu beurteilen. Darum auch meine vorsichtige Eingangsbemerkung ...

    Mein Tip (zum Ausprobieren) ist halt, den Hund kontrolliert beim ersten Anzeichen von "Alarm" aus der kritischen Zone zu bringen. Das kann unter Umständen bedeuten, dass er eben eine Zeitlang nicht frei laufen kann (und vielleicht auch erstmal nicht an der Schleppleine), damit Du überhaupt erstmal feststellen kannst, auf WAS er allergisch reagiert.

    Beobachtung durch möglichst objektive Dritte halte ich trotzdem für sehr wichtig.

  • HerrSchobert
    "eigentlich sollte man mehr als vorsichtig sein, wenn man das Verhalten eines unbekannten Hundes durch eine reine Forenbeschreibung beurteilen will. "

    Das stimmt natürlich.

    Die richtige Vorgehensweise ist eigentlich, der Hund reagiert extrem mit Stress auf einen Reiz, so muss man ihn desensibilisieren.

    Unter Desensibilisierung versteht man den Prozess der Verhaltenstherapie, die mit einem schrittweise durchgeführten Verfahren gegen eine psychische Angststörung (Angst-, Panik-, generalisierte Angststörung) und andere Gefühlsüberflutungen vorgeht.

    Im gleichen Atemzug musst Du Dich fragen was soll er statt dem bisherigen Verhalten tun?

    Beginn ist, dein Hund muss den Reiz (Mann) in so geringer Intensität (große Entfernung) wahrnehmen das er stressfrei reagiert. Er muss den Reiz wahrnehmen aber stressfrei bleiben, dafür belohnst Du ihn. Leckerli, Lob, ein kleines Fest feiern. Merkst Du das er stressfrei reagiert kannst Du den Abstand verringern. Immer wieder stressfreies Verhalten belohnen. Reagiert er wieder mit Stress Abstand wieder vergrößern.

    Zusätzlich bringst Du ihm ein taktiles Signal bei. Du tippst ihn immer und überall am Hinterteil an, dreht er sich um zu Dir sofort Lob/Leckerli.
    Das musst Du üben bis es Euch quasi zum Hals raushängt, es muss deinem Hund in Fleisch und Blut über gehen. Ein Hund braucht 2-6000 Wiederholungen bis er eine Übung sicher ausführt.
    Taktiles Signal deshalb: weiß ein Hund was es bedeutet kannst Du ihn damit aus brenzligen Situationen holen. Ein Hund entscheidet sich fast immer für ein Leckerli. Wenn nicht musst Du überlegen ist er satt, oder das Leckerli nicht hoch genug. Du solltest dann ausprobieren was für Leckelis einen hohen Stellenwert haben.Du tippst ihn an und er hat das Leckerli quasi schon im Hinterkopf.Du musst sehr aufmerksam sein, dort wo ein Hund länger als 3 Sek. sieht wird er hingehen bzw. auf diesen Reiz, auf seine Art, reagieren. Du musst schneller reagieren als Dein hund, er darf keine Möglichkeit haben zu reagieren. Beobachte ihn genau. Bietet er dir ein Verhalten an, wo Du sagst das ist gut, belohne ihn. Zeig ihm was richtig ist. Flippt er völlig aus, mach auf der Hacke kehrt und verlasse wortlos den Ort, bis dein Hund sich wieder entspannt.
    • Ablenkungen werden langsam gesteigert, um Erfolg zu
    gewährleisten
    • Was der Hund zu Hause kann, kann er noch lange nicht
    überall
    •Generalisierung heißt üben unter allen
    Bedingungen

    Gut ist auch ein Alternativverhalten, also ein anderes Verhalten als er bisher zeigt. Der Reiz "Mann" muss stressfrei wahrgenommen werden und du tippst deinen Hund an. Wenn Du das oft übst und generalisierst, ist der Reiz "Mann" Auslöser dafür das dein Hund dich anschaut sobald ein Mann auf der Bildfläche erscheint.
    Das ist ein langes Training, wird es intensiv betrieben aber sehr erfolgreich in der Therapie zur Korrektur von "Fehlverhalten". Also wir empfinden es als "Fehlverhalten", dein Hund reagiert völlig normal im hundischen Sinne. Warum er diese Verhalten zeigt, ist mir leider nicht bekannt, das erfährt man nur wenn man sich die Situationen ansieht. Meist ist der Grund ein vom Halter unbewußt antrainiertes Verhalten. Daher ist Hundetraining auch Haltertraining.
    Meine Tipps sind praxiserprobt, aber nicht immer so auf jeden Hund kopierbar. Versucht also ein taktiles Signal zu trainieren, versucht zum Reiz Abstand zu halten.
    Deine Mutter und Du beobachtet Euch beim Traing gegenseitig um zu sehen was falsch läuft.


    LG
    Jens

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