Less soll zum Osteopathen

  • Hallo zusammen,

    ich komme gerade mit Less von der TÄ. Zurück eigentlich sollt es nur ein Routinebesuch sein. Zuerst das positive: Less ist organisch völlig in Ordnung! Seine Augen sind minimal getrübt, aber das ist altersbedingt (er ist 11 1/2 Jahre). Sein Herz ist auch top. Zähne sind auch super

    Nun zu Problem Nr. 1:
    Da unsere TÄ auch Homöopathin ist und ganzheitlich behandelt, hat sie auch gründlich nachgefragt, wie es ihm geht. Ich hab ihr dann erzählt wie sehr Less sich verändert hat und vor allem, dass nicht mehr gerne spazieren geht und Kontakt mit anderen Hunden meidet. Das ist so, seit der vor 18 Monaten kastriert wurde. Bei dieser TÄ bin ich erst seit einem halten Jahr. Daraufhin hat sie ihn neurologisch und orthopädisch untersucht. Die Gelenke selber sind alle in Ordnung. Lediglich die Kniescheiben knirschen ein wenig, was aber wohl normale Abnutzungserscheinungen sind.
    Der rechte Ellbogen, indem er laut alten TA eine Arthrose hat, ist ebenfalls schmerzfrei und das Gelenk ist auch nicht heiß oder geschwollen, obwohl er auf dem Bein humpelt! Als sie den Rücken abgetastet hat, hat sie festgestellt, dass die hintere Lendenwirbelsäule komplett verspannt ist, besonders die letzten beiden Wirbel vor der Rute. Sie vermutet, dass Less dort Verspannungen/Verrenkungen aufgrund der Lagerung bei der Kastration hat! Das Humpeln vorne rechts könnte auch davon kommen. Ebenso seine Bewegungsunlust. Außerdem würde er sich evetl. deshalb von anderen Hunden fernhalten, weil er Angst hätte, sie täten ihm weh. Das würde auch erklären, warum er in Haus und Garten durchaus noch tobt. Sie hat uns deshalb jetzt zu einem Osteopathen "überwiesen".
    Kann mir jemand mal genau sagen, was ein Osteopath macht? Hab bei google zwar einiges gefunden, aber irgendwie versteh ich das nicht. War jemand von euch mit seinem Hund schon mal bei einem? Hat es was gebracht?

    Problem Nr. 2:
    Seine Ernährung soll umgestellt werden! Wie genau, muss sie sich erst noch überlegen. Less' Stoffwechsel ist nach der Kastra wohl so runtergefahren, dass er mit normalen Futtern nicht wirklich klar kommt. Barfen/Kochen wäre am besten (das wollen meine Eltern aber nicht, bei denen Less unter der Woche ist). Ich soll jetzt erstmal sein TroFu weitergeben und parallel dazu frisches, wie Pansen mit Kartoffeln. Was ich positiv bei ihr fand, RC (was ihm der alte TA verabreichen wollte) wäre nichts für ihn und es gut, dass ich das nicht gefüttert hätte. Ich überlege ihn nun auf DoFu plus Kohlenhydrate umzustellen.

    Problem Nr. 3:
    Sollte der Osteopath keinen Erfolg haben, zieht sie in Erwägung, ihm ein lokales Anästetikum in den Rücken zu spritzen. Hat jemand Erfahrung mit solchen Sachen? Außerdem will sie dann auch mal versuchen, ihn mit homöopatischen Testosteron zu behandeln. Hat das schon mal jemand machen lassen? Mir war gänzlich unbekannt, dass es sowas überhaupt gibt.

    LG Eva & danke fürs lesen

    EDIT: Problem Nr. 2 ist gelöst!

  • Hallo,
    ich kann Dir als Tierphysiotherapeutin nur zu Thema 1 Tipps geben. Es kann, muss aber nicht sein, dass die Beschwerden von einer Lagerung bei der Kastration kommen, die Ursache kann aber auch etwas völlig anderes sein - auf jeden Fall lassen sich viele der Symptome (nicht spielen wollen, Meiden anderer Hunde, Lahmheit) durchaus durch solch ein Ereignis erklären.

    Bei Verrenkungen oder Stauchungen im Wirbelsäulen-Bereich kann es zu minimalsten Verschiebungen der Wirbelkörper kommen, die so gering sind, dass sie röntgenologisch kaum erfaßbar sind, die aber dennoch Probleme bereiten. Durch die entstehenden Schmerzen verspannt sich die den betroffenen Bereich umgebende Muskulatur, um diesen Bereich "ruhig" zu halten, was aber auf Dauer ebenfalls Schmerzen verursacht.

    Wenn so ein Zustand sich über Monate entwickelt hat, ist der Einsatz eines Osteopathen nicht mehr wirklich sinnvoll - denn dann sind die Muskeln bereits so verkrampft (diese Verkrampfung löst sich auch nach Beheben der Ursache nicht von selbst), dass NACH eine osteopathischen Behandlung, in der die kleine Verschiebung/Verkantung der Wirbelkörper durch ganz gezielte Bewegungen und Handgriffe gelöst wird, die an den schmerzhaften Prozeß angepaßte Muskulatur die Wirbelkörper bei der kleinsten "dummen" Bewegung wieder in die "falsche" Position zurückziehen.

    Deshalb sollte der Ansatz bei bereits länger bestehenden Problemen der sein, dass zuerst die umgebende Muskulatur locker gemacht wird und DANN durch gezielte Bewegungen (egal ob durch Physiotherapeut oder Osteopath) die Wirbelkörper wieder in die richtige Lage gebracht werden. Danach kommt dann noch das gezielte Muskeltraining, um den Bereich auf Dauer stabil zu halten.

    Osteopathen beschäftigen sich in erster Linie mit Knochen und Gelenken, dabei werden aber häufig die Muskeln außer acht gelassen und deshalb ist eine osteopathische Behandlung am erfolgsversprechendsten, wenn sie zeitnah (2 - 4 Wochen nach dem Ereignis) angewandt wird. Bei Euch ist die vermutete Ursache aber schon 18 Monate her, weshalb ich eher zu einer physiotherapeutischen Behandlung tendieren würde.

    Hth, Liebe Grüße,
    Chris

  • Danke für deine Antwort!

    Da wir nun am Freitag schon einen Termin haben, werde ich jetzt erst mal schauen, was das bringt.
    Nach dem die TÄ ihn am Montag ein wenig eingerenkt hat, läuft er auf jeden Fall schon mal wieder besser.

    LG Eva

  • Hallo Eva,

    ich kenn mich in diesem Gebiet auch so gar nicht aus.
    Beim Menschen funktioniert die Osteopathie auch nach längerer Zeit-seh ich grad beim Mann einer Kollegin.Was Orthopäden und Physiotherapeuten nicht hinbekommen haben-wird dort erheblich gebessert.

    Also ist es bestimmt bei Hunden auch einen Versuch wert.Ich drück Euch die Daumen.

    Wie hast Du Problem 2 gelöst?

    Rieke bekommt seit Februar nur noch roh und es macht eigentlich sogar Spass.Man kann alles schon fertig bestellenund muss es nur noch mit Obst und Gemüseevtl getreide aufwerten und schon schmeckts.Ist auch nicht eklig.Man muss nur Platz im Tiefkühler haben.


    Liebe Grüsse von Wheaten zu Wheaten

  • @ riekewheaten
    Stell dir vor, gestern als ich mit Less baden war, stand auf einmal eine Frau mit einem Wheatenmädchen vor uns. Die Hündin ist 3 Jahe alt und wohnt nur ein paar Kilometer weiter. Leider war sie sehr zurückhaltend.

    Zu Problem Nr. 2:
    Also Barfen geht nun wirklich nicht, weil 1. es meinen Eltern zu aufwendig ist und wir 2. nicht genügend Platz in der Gefriertruhe haben. Meh als 4 kg Fleisch krieg ich da für Less nicht unter. Hätte ich die Möglichkeit, würde ich Less auch barfen!
    Deshalb gibt es nun einen Alternativplan:
    Wenn ich am Wochenende da bin, füttere ich ihm Pansen & Kartoffeln (bzw. Reisflocken mit Gemüse) plus Kalzium. Meine Mutter gibt ihm nun abwechselnd Nassfutter und Trockenfutter. Gestern hatte Less seinen ersten Nassfutter-Tag und es ist ihm sehr gut bekommen. Heute gibt es Fleisch mit Reisflocken. Morgen TroFu. Freitag muss ich mal schauen. Ich will halt die 12 kg TroFu, die hier noch stehen auch nicht wegwerfen. Auf jeden Fall hab ich festgestellt, dass er gestern nach dem Nassfutter zufriedener war als sonst nach TroFu.

    Ich werde dem Osteopathen auf jeden Fall mal eine Chance geben. Eine Behandlung bei ihm kostet kein Vermögen. Entweder kann er ihm helfen oder nicht. Ich hab auch sehr großes Vertrauen zu unserer neuen TÄ. Sie ist die erste, die auch der Meinung ist, dass es nicht so ganz normal ist wie Less sich verändert hat.

    Mal abwarten wie sich nun alles entwickelt. Freitag Abend werde ich wohl mehr wissen.

    LG Eva

  • Hallo Silke!
    Der Besuch beim Osteopathen scheint ein voller Erfolg gewesen zu sein. Less hatte einen blockierten Brustwirbel und 3 Blockierungen in der Lenendwirbelsäule. Außerdem war an der linken Hinterhand ein Muskel stark verkürzt. Der Osteopath hat alles in Ordnung gebracht und nun läuft Less schon wieder sehr viel flüssiger. Er ist auch nicht mehr so steif und federt mehr beim Laufen. In ca. 3 Wochen werden wir dann wirklich wissen, wie groß der Erfolg war.
    Außerdem kam heraus, dass Less KEINE Arthrose im rechten Ellbogen hat, sondern eine Bewegungseinschränkung in der Schulter. Diese verursacht auch das Humpeln. Daran konnte auch der Osteopath nichts ändern. Wahrscheinlich hätte diese Versteifung vermieden werden können, wenn das Trauma damals anders behandelt worden wäre....

    Die neue Ernährung bekomm Less auch sehr gut. Er hat jetzt schon 1/2 kg abgenommen.

    Ach ja, ich persönlich bin froh, dass ich nur so selten andere Wheaten treffe. Für die Rasse finde ich es besser, wenn sie nicht zu Mode wird und die Welpenzahlen schön konstant bleiben!

    LG Eva

  • Hi Eva,

    da hast Du sicher Recht,einen Modehund möchte ich auch nicht aus den Wheaten machen.Aber ein Wheaten in ganz Thüringen ist schon arg wenig.

    Das mit der Behandlung ist ja echt toll.Musst Du noch mal hin?

    Ja TÄ behandeln öfter mal falsch und der Hund muss das ausbaden.

    Rieke hatte die letzten Jahre immermal Tage,wo sie schlecht hoch kam.Lt TA hatte sie sich versprungen,Schmerzmedis und Schonung und das wars.Vor einem halben Jahr,bemerkte ich ,das Rieke Tröpfchen an der Scheide hingen,ab zum TA ,aber ein anderer,und siehe da dicke fette,fast chronische Blasenentzündung ,mit den gleichen Symptomen wie beim " Verspringen" sie kam beim Aufstehen nicht aus dem Kreuz.

    Also mussich jetzt annehmen,das das vorher auch schon Blasenentzündungen waren,nur ohne viel Pullern.

    Leicht ist es sicher nicht,ad sie nicht reden können,aber mancher TA ist etwas oberflächlich.

    Ich wünsch Euch alles Gute

    LG Silke

  • Ob wir noch mal zum Osteopathen müssen, kann ich jetzt gar nicht sagen. Ich vermute aber mal nein. Ich soll in 2-3 Wochen noch mal beim ihm anrufen und berichten ob/was sich verbessert hat. Da Less aber nicht mehr wieder zu erkennen ist, war die eine Behandlung wohl ausreichend.

    Seit 3 Tagen spielt Less wieder mit auserwählten Hündinnen und nimmt zu jede Hund Kontakt auf. Auch ansonsten hat er sich um 180 Grad gewendet. Es ist wirklich verblüffend.

    LG Eva

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