Junghund ignoriert mich teilweise - nur bei einem Hund!

  • Hallo zusammen,

    unsere Emily wird jetzt Anfang Mai 8 Monate jung. Im Großen und Ganzen ist sie absolut problemlos und hört gut. Dank des guten Threads zur Leinenführigkeit hier im Forum können wir nun auch entspannt mit anderen Hunden spazieren gehen.

    Außer mit einem Hundepaar. Und das gehört ausgerechnet einer guten Freundin. :|

    Mit der kleinen Jack Russel-Mix Dame zergelt Emily gerne, wird aber von der Hündin zwischendurch in ihre Schranken gewiesen und lässt sich von mir auch ablenken.

    Der Greyhound-Rüde allerdings, der braucht bei Emily echt Nerven wie Drahtseile (und ich auch). Sie springt ihn immer wieder an, "umarmt" ihn mit den Vorderbeinen, leckt ihm dann wieder unterwürfig die Leftzen. Er kann als Sichtjäger definitiv nicht frei laufen und hat an der Leine dann auch immer wenig Chancen ihr auszuweichen. Weist er sie (seltenst!) mal zurecht, dann ist einige Zeit Ruhe. Aber nie lange.

    Ich selber kann sie kaum von ihm fernhalten. Sage ich "Nein", hört sie zwar meist auf, konzentriert sich auf mich (Lob, Leckerchen), läuft ihres Weges, meist dann ein Stück vor, schnüffelt hier und da und dreht dann urplötzlich um und hängt ihm wieder am Kopf. Mich reißt sie dann natürlich mit, wenn sie so urplötzlich Haken zu ihm schlägt.

    Ich bin mittlerweile echt ratlos, wie ich das unterbinden kann. :/

    Ignorieren - keine Chance, dass es ihr langweilig wird und sie aufhört.

    Einfach weitergehen, ok, das klappt meist ganz gut. Dann muss ich meine Freundin mit den Hunden aber echt auch ein Stück hinter mir lassen - ansonsten kommt wieder das Hakenschlagen und volle Wucht zurück zu ihm rennen. *aua*

    Ablenken mit Leckerchen, Spieli o.ä. klappt auch nur bedingt. Manchmal auch gar nicht.

    Natürlich dürfen sich die Hunde zu Beginn auch begrüßen - wenn ich sie frei gebe. Aber während des Spaziergangs dauernd hin und her gerissen zu werden, ist wahrlich kein Vergnügen.

    Läuft Emily frei, ist es etwas besser, als an der Leine. Dann lässt sie sich auch besser auf mich ein. Da aber derzeit hübsch der Jagdtrieb erwacht und wir viel mit der Schleppe laufen, ist Freilauf arg begrenzt.

    Wie kann ich ihr bloß beibringen, dass auch dieser Hund ein Recht auf einen ruhigen Spaziergang hat? :D

    Es sei erwähnt, dass das genannte Hundepärchen gerade in der Welpenzeit jeden Tag mit Emily zusammen war. Sie haben quasi so Tante & Onkel Status. Es ist aber auch derzeit so, dass sie sich regelmäßg mehrfach die Woche sehen. Es liegen also keine langen Zeiten dazwischen, wo man sich nicht sieht, so dass sie deswegen extrem ausflippt.

  • Ich würde vorerst gar nicht mehr mit dem Päärchen spazieren gehen, denn dein hudn soll sich auf dich konzentrieren lernen und so geht ads nicht. Mehr als einmal pro Woche würde ich auf keinen Fall mehr machen. Du musst mit deinem Hund zusammenwachsen und das geht mit anderen nicht.

    Wenn ihr zusammen sein, dann sag deinem Hund, was er stattdesen tun soll. Zu dir kommen, Fuß laufen, hinsitzen.... Schlichtweg erst wenn dein hund gewisse Kommandos kann, kann er sie auch bringen und jetzt in der Pupertät ist es eh schwierig. All die Dinge kannst du besser beibringen,w enn du alleine mit deinem Hund unterwegs bist.

    Dann übt mal Hundebegegnung. Hier trefft euch und anstatt dass man losspringt, muss dein Hund sich setzen und dich angucken. Und wenn er aufsprint, dann wird er wieder hingesetzt. Und dafür gibts kein Lob, denn sonst lernt dein hund eien Handlungskette und du bringst ihm erst den Mist bei.

    Dann lauft doch bitte zw. den Hunden, dass ihr sie splittet. Außerdem sollte der Rüde doch den Hund auch zurechtweisen. Wenn er es nicht tut, bitte, Ignoranz ist auch eine Methode der hündischen Erziehung. Im Prinzip macht es der Rüde sogar völlig richtig. Er ignoriert deinen Hund, aber du reagierst ständig. Dein Hund bekommt ständig seine Bestätigung. Tolles Spiel. Mach es doch wie der Rüde, lass deinen Hund in Ruhe. Wenn es so ein Hampelmann ist, bleib doch stehen. dann gehts nicht weiter. Oder du drehst um und gehst schlichtweg woanders hin. Spaß beendet. Irgendwann, wenn eben nichts passiert, wird das Spiel langweilig. So regeln das Hunde.

    Ansonsten gibt es noch die Schleppleine. Und stell das gemeinsame Gassigehen dringend ab. Wir Menschen tratschen dann eh zuviel und achten nicht mehr so auf unsere Hunde, wie sie es nötig hätten. Dein Hund muss die anderen nicht als die wichtigsten Partner seines Lebens betrachten, du bist es!!!

  • Danke für Deine lange Antwort.

    Es ist durchaus so, dass ich meist alleine mit meinem Hund unterwegs bin. Da ist auch bei Ablenkung durch andere Hunde, Jogger, Radfahrer etc. alles im grünen Bereich. Ich kann sie abrufen, sitzen lassen, sie geht bei Fuß. Aufgrund des vorhandenen Jagdtriebes läuft sie ohnehin derzeit oft an der Schleppe, darf nur im Spiel mit anderen Hunden frei laufen oder zum Schwimmen gehen kommt die Leine ab. Wir machen Impulskontrolle (z.B. Hund absitzen lassen, Dummy oder Ball werfen, Hund darf erst nach der Freigabe durch mich hinterher), Suchspiele, sie konzentriert sich insgesamt gut auf mich.

    Mit den genannten Hunden gehen wir zwei- bis dreimal die Woche regelmäßig spazieren. Aber ich werde das dann noch reduzieren/abstellen.

    Ich lasse meinen Hund generell bei Hundebegegnungen absitzen und gebe ihn erst auf Kommando frei (oder eben auch nicht). Das haben wir von Anfang an so gehalten und sie kennt es und setzt es in den meisten Fällen auch prima um bzw. kann sofort korrigiert werden, wenn sie aufspringt. Nur eben bei diesem einen Hund nicht. Ich hab sie als Reaktion darauf auch schon komplett in die andere Richtung aus der Situation genommen. Ok, sie dreht sich ein paar Mal um, fiept und bleibt dann bei mir und geht auch mit. Nähern wir uns wieder den anderen Hunden, hängt sie sich ins Geschirr und das Spiel geht von vorne los.

    Was das "tolle Spiel" angeht: ich reagiere mitnichten ständig. Ich muss halt ausprobieren was fruchtet - ob nun Ignoranz oder Abbruchsignal. Leider greift hier nichts (dauerhaft). Wie ich schon schrieb: auch ignorieren meinerseits nützt in dem Falle nichts. Quintessenz ist dann meist nur, dass sie gar nicht mehr von dem Rüden ablässt und man irgendwann die Leinen entknoten kann.

    Generell hat sie in der Hundeschule und zu Hause gelernt, was ein Nein bedeutet. Sind wir mit anderen Hunden unterwegs und es sind alle an der Leine bzw. sie ist an der Leine, wird definitiv auch nicht gespielt. Das ist an der Leine bei uns tabu. Versucht sie es dennoch mal, ist sie mit einem Nein zu korrigieren und aufmerksam bei mir.

    Stehenbleiben ist an sich ein guter Rat. Mache ich durchaus. Auch Richtungswechsel baue ich ein. Bleibe ich stehen und sie merkt, sie kommt nicht weiter, kommt sie zu mir und bleibt auch. Gehe ich weiter, schießt sie in die Leine. Also bleibe ich wieder stehen usw. Generell muss ich dann da wohl noch konsequenter sein oder eben einfach mal straight weg gehen. *vorgemerkt*

    Mich erstaunt einfach, dass sie das eben wirklich nur bei diesem einen Hund macht. :/

    Du sagst, ich soll das zusammen Gassigehen abstellen, respektive auf max. 1 die Woche beschränken. Sicher hast Du absolut Recht, dass wir Hühner dann tratschen und der Hund eher dazu neigt, sich anderweitig zu amüsieren. Zu, ich schätze mal, 80% gehen Hund und ich alleine. Wir sind auch schon eine Weile mal nicht mehr zusammen gegangen oder nur mal einmal die Woche sonntags morgens oder oder oder ... dann dreht sie noch mehr durch, wenn sie sie länger nicht gesehen hat. Würde dann wohl bedeuten, das Hunde-Mensch-Team wäre für uns zunächst komplett tabu?

    Die Frage ist, wann lasse ich mich dann wieder auf einen Versuch ein? Denn wie gesagt: in nahezu allen anderen Situationen, mit anderen Vierbeinern, haben wir keine Schwierigkeiten....

  • Zitat


    Du sagst, ich soll das zusammen Gassigehen abstellen, respektive auf max. 1 die Woche beschränken. Sicher hast Du absolut Recht, dass wir Hühner dann tratschen und der Hund eher dazu neigt, sich anderweitig zu amüsieren. Zu, ich schätze mal, 80% gehen Hund und ich alleine. Wir sind auch schon eine Weile mal nicht mehr zusammen gegangen oder nur mal einmal die Woche sonntags morgens oder oder oder ... dann dreht sie noch mehr durch, wenn sie sie länger nicht gesehen hat. Würde dann wohl bedeuten, das Hunde-Mensch-Team wäre für uns zunächst komplett tabu?

    Die Frage ist, wann lasse ich mich dann wieder auf einen Versuch ein? Denn wie gesagt: in nahezu allen anderen Situationen, mit anderen Vierbeinern, haben wir keine Schwierigkeiten....

    Ich denke, du machst vieles völlig richtig. Und mit anderen Hunden sich treffen ist ja auch wichtig. Aber selbst wenn du 6 Wochen diesen Hund nicht triffst, dein Hund wird wieder austicken. Ist so bei meinen Eltern. Mein Hund sieht sie nur viermal im Jahr und sie tickt immer aus.

    Also, was müssten meine Eltern tun? Sie absolut ignorieren, am besten gleich wieder gehen. Nur wer tut das? Inzw. hab ich meinen Hund soweit, dass er in die Ecke liegt und wartet.

    Nun zu deinem Hund. Klar darfst du Hunde treffen, nur wenn es im Moment so krass ist, würde ich es ganz einfach so machen. Ihr trefft euch, tickt dein Hund aus, gehst du. Das klingt herb, aber ich denke, es kann durchaus Erfolg haben. Du kannst ja nach 30m umdrehen und es wieder versuchen. Das machst du solange, bis es funktioniert. Und du unterbindest am Anfang jeglichen Kontakt. Spielen an der Leine ist tabu.

    Dazu kommt natürlich, dass dein Hudn im Moment anfängt zu pupertieren und Grenzen testet. Deine sowie der anderer Hunde. Mit meinem Hund könnte sie das nicht machen, die bekäme sofort eine übergebraten und gut wärs. Und wenn sie das nicht kapieren würde, nochmal, bis sie es blickt. Nun, der Rüde tut das halt nicht.

    Was du auch machen kannst ist, dass du dir eine kleine Wasserflasche füllst, ich nehme da die O2-Flaschen und sie kurz nass spritzt. Es schadet nicht dem Hund, er findet es aber blöd und lässt es.

    Ich denke, ihr müsst euch wirklich Zeit und Nerven nehmen und das Problem konsequent durchziehen. Auch wenn es ne Weile doof für euch ist. Aber es lohnt sich bestimmt, denn ihr wollt euch ja weiterhin immer wieder treffen und es angenehm dabei haben.

    LG Schopenhauer

  • Zitat

    Ihr trefft euch, tickt dein Hund aus, gehst du. Das klingt herb, aber ich denke, es kann durchaus Erfolg haben. Du kannst ja nach 30m umdrehen und es wieder versuchen. Das machst du solange, bis es funktioniert. Und du unterbindest am Anfang jeglichen Kontakt. Spielen an der Leine ist tabu.

    Spielen an der Leine ist bei uns ja eh tabu. Für diesen einen Hund werde ich ihr aber wohl ein Plakat malen müssen, damit sie es zwischendurch nochmal nachlesen kann :D

    Nein, im Ernst: den Rat werde ich mir in jedem Falle zu Herzen nehmen und mich im Falle des Falles ab jetzt absolut konsequent entfernen.

    Zeit und Nerven habe ich zur Genüge, daran soll es nicht scheitern.

    Den Tip mit dem Wasser hatte ich hier im Forum schonmal gelesen. Ich weiß nur nicht, ob der Schuss nach hinten losgeht, da Emily Wasser über alles liebt. Egal wo es herkommt - Pfütze, Schlauch, See, Kran...wobei so ein kurzer Strahl wohl schon unangenehmer ist...?!

  • Zitat

    Den Tip mit dem Wasser hatte ich hier im Forum schonmal gelesen. Ich weiß nur nicht, ob der Schuss nach hinten losgeht, da Emily Wasser über alles liebt. Egal wo es herkommt - Pfütze, Schlauch, See, Kran...wobei so ein kurzer Strahl wohl schon unangenehmer ist...?!

    Ja, das mit dem Wasser muss man sehen, nicht dass dein Hund den Rüden dann total bescheuert findet. Das wäre wirklich nicht gewünscht.

    Aber probiere es wirlich mal mit Zickzack laufen, weglaufen, umdrehen mit deinem Hund, sobld sie zu dem Rüden will. Und das total komentarlos. Ist sie bei dir und nimmt Kontakt mit dir auf: loben!!!

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