Lecken, Hecheln, ...

  • Hallo
    mein 8Monate alter Aussie Rüde ist zur Zeit echt eklig - die ganze Zeit leckt er sich(ihr könnt euch denken wo) und macht dabei so richtig grunzende Geräusche. Danach hat er dann natürlich total Mundgeruch, was echt eklig ist.

    Was noch ziemlich nervt ist, dass er jedem Mensch den er anschnüffeln bzw. begrüßen darf, zwischen die Beine riecht. Heute hat er einer Bekannten sogar unter den Rock gerochen! Obwohl ich ihm das dauernd verbiete macht er es immer wieder!
    Genauso ist es mit Schuhe knabbern und die Teile dann fressen! Ich kann es ihm 1000x verbieten, er macht es trotzdem immer wieder.
    Normalerweiße hört er eigentlich gleich darauf wenn ich ihm etwas untersage. Aber in diesen beiden Fällen ÜBERHAUPT nicht!

    Außerdem sehe ich ihn den ganzen Tag fast nur noch hechelnd. Die Zunge hängt ihm ständig zur Seite raus. Ist ihm die ganze Zeit so warm oder wieso ist das so? Oder steht er vielleicht unter Stress (zur Zeit haben wir ziemliche Familienprobleme, vielleicht fängt er die angespannte Stimmung auf?)


    LG, Sunnyjeannie

  • Hi,

    ich könnte mir vorstellen das er nicht damit aufhört weil er nicht anders "kann".
    Hunde handeln ja auch NUR so weil es für sie sinnvoll ist. Jede ihrer Handlungen hat also für sie selbst einen Sinn und passt zur jeweiligen Situation.

    So bringt es überhaupt nicht dem Hund einfach irgendetwas "zu untersagen" wenn er dafür gar keine andere Handlung angeboten bekommt. Er kann ja nicht, nichts tun... denn selbst nichts zu tun ist eine "Handlung".

    Um deinem hund wirklich helfen zu können musst du erstmal herausfinden woran es liegt.
    Stress ist sehr gut Möglich, zudem waren in letzter Zeit bei uns in der Gegend viele Hündinnen läufig, bei euch vielleicht auch?
    Immerhin wird dein Jungspund langsam erwachsen und probiert sich aus und entdeckt seinen Sexualtrieb, wird Geschlechtsreif.

    Gerade Frauen die ihre Tage bekommen riechen für den Hund sehr interessant. Er hat keine berührungsängste (was an sich schonmal super ist) und will einfach mal schauen, wen hab ich denn da vor mir ;)
    Eben auf Hundeart, da riechts interessant, da muss ich mal schauen.

    Indem du ihm einfach nur etwas verbietest, ohne ihm eine Ersatzhandlung anzubieten oder die Situation so veränderst das er selbst eine andere Handlung SINNVOLLER findet als die vorherige, wird er es weiter ausführen, weil er eben nichts anderes weiß was er "tun" könnte da für ihn genau DIE Handlung die sinnvollste ist.

    Wie verbietest du ihm das? und was bietest du ihm stattdessen?

    Zum Stress nochmal, es kann sein das der Stress von äußerlichen Bedingungen wie eurem Familienkrach oder läufigen Ladys in der Gegend kommt. genausogut kann der Stress auch innerlich herrühren: Hormonelle Umstellung oder das er z.B. nicht ordentlich ausgelastet ist für einen Hütehund seiner Güteklasse oder vielleicht sogar viel zu überdreht, viel zu Hochgepusht und er weiß nicht wohin mit seiner Energie.
    beides ist schlecht.

    Und gerade Stress, wodurch auch immer verursacht, zeigt sich z.B. im Zerstören von Sachen, extremes hecheln, unruhe, geweitete Pupillen, ggf. Zittern etc.

    Da stellt sich mir die Frage, was macht ihr so den ganzen Tag mit ihm?
    Wie arbeitet ihr so?
    Erzähl einfach mal ein bissel.

    Nina

  • Also bisher haben wir noch keine läufige Hündin getroffen.

    Wenn er z.B. Schuhe zernagt sage ich "pfui". Wenn er dann kurz aufhört lobe ich ihn sofort. Meistens lasse ich ihn dann kurz eine kleine Übung machen und gebe ihm dann einen Kauknochen.

    Unter der Woche läuft ein Tag bei uns meistens so ab:
    Vormittags bin ich ja in der Schule, da weiß ich nicht so genau was meine Mutter mit ihm macht. Manchmal geht sie soweit ich weiß mit ihm und seinem Hundefreund zum Spielen auf eine Wiese. Aber eben nur manchmal, sonst ist Vormittag eher Ruhezeit für ihn, aber das weiß er und er benimmt sich in der Zeit anscheinend auch ganz brav und beschäftigt sich mit einem Kauknochen. (Außer er findet mal wieder die Schuhe interessanter)
    Nachmittags gehe ich dann so lange wie möglich mit ihm raus (meist von 15 bis 19 Uhr). Dort gehen wir dann meist mit noch ca. 3 Gassihunden zu einem Bach wo es auch schöne Felder zum toben gibt. Natürlich gehen wir nicht jeden Tag dieselbe Strecke und an dieselbe Bachstelle.
    Oft spielen wir draußen dann auch Verstecken und Spikey muss suchen. Das liebt er.
    Naja und drinnen machen wir oft Leckerlie-Spiele oder wenn ich nicht so lange mit ihm draußen war baue ich in der Wohnung einen Agility-Tunnel auf und lasse ihn ein paar mal durchsausen. Das macht ihm auch total Spaß.
    Am Wochenende sind wir eigentlich fast nur draußen. Manchmal machen wir auch Agility(Ich habe ein paar Geräte zuhause), wobei er ja noch nicht so viel Springen darf. Das findet er total schade weil er ist sowieso so ein richtiger Flummi, er hüpft bei jeder Gelegenheit überall drüber wo es nur geht.

    Ich arbeite aber hauptsächlich mit Lob, sehr wenig mit Leckerlies da ich viele Hunde kenne die früher auch nur mit Leckerlies erzogen wurden und jetzt wirklich alles nur noch für Leckerlies tun. Ohne Leckerlies geht bei denen gar nichts mehr.
    Obwohl er sehr verfressen ist freut er sich über ein Lob mit Streicheln meist mehr als über ein Leckerlie. Leckerlies benutze ich meist nur um ihm ein neues Kunststückchen beizubringen.

    Achja und im Sommer durfte er auf meine Wasserschildkröten aufpassen. Das ist vor allem für mich sehr praktisch, denn die können sich draußen sehr schnell und unbemerkt mal verstecken, aber Spikey zeigt mir immer wo sie sind - er kann die Beiden auch schon auf Kommando suchen, er weiß wer von den Beiden wie heißt.
    Damit kann man ihn endlos lange beschäftigen. Er rennt dann immer von einer zur anderen und schaut dass sie nicht zu weit weg gehen.
    Er würde sie aber nie zwicken wie die Aussies das ja eigentlich bei Schafen machen. Er leckt sie nur manchmal ab. :^^:

    Also langweilig dürfte ihm - zumindest am Nachmittag nicht sein.

    Oh ja und nochmal zu den Schuhen: Er holt sich Schuhe nur wenn keiner hinsieht, denn er weiß genau dass er das eigentlich nicht darf.

  • Hallo,

    nur kurz:
    warum machst Du mit ihm eine kurze Übung nachdem er an den Schuhen war? Gib ihm doch sofort den Kauknochen wenn er von den Schuhen ablässt, denn dann verbindet er das kauen mit dem Kauknochen.
    Machst Du erst noch Sitz, oder Platz, oder sonstiges, dann sieht er den Kauknochen als Belohnung für seine Übungen, bringt es aber mit dem Schuhekauen nicht mehr in Verbindung.

    Nur so eine Überlegung von mir.

    Wegen den Wasserschildkröten, pass auf, dass er nicht irgendwann selbständig hütet.

    Ansonsten könnte es auch gut sein, dass er wirklich überdreht ist wenn Du jeden Mittag mit ihm 4 Stunden unterwegs bist, zusätzlich noch Suchspiele und Agility machst, ohne jetzt das zu berücksichtigen was Deine Mama noch mit ihm macht.
    Das ist ein ganz schönes Pensum für einen Junghund. Auch wird er es immer wieder einfordern wenn er es so gewohnt ist und es aus irgendwelchen Gründen irgendwann nicht mehr so ist.

    Daher könnte ich mir gut vorstellen, dass er das Lecken als Stressabbau macht, da er nicht wirklich zur Ruhe kommt.
    Wie ist es denn wenn Du ihn mit in ein Restaurant nimmst? Kann er da liegen bleiben und entspannen?

    Sind nur Vermutungen, bestimmt melden sich noch einige User hier.

    Liebe Grüße

    Steffi

  • Aber er tut es dennoch - weil er für den Moment nichts anderes hat!

    Ich bleibe dabei: ein "Pfui" ist hierfür nicht unbedingt die richtige Verfahrensweise. Du siehst ja, er tut es dennoch...
    Also bringt deine verfahrensweise scheinbar nicht wirklich was.
    Ich würde herausfinden WO genau die problematik liegt um am Kern zu arbeiten.

    Was den Stress angeht:
    Du sagst ihm wird nicht langweilig und ihr seid viel draußen. Da würde ich eher sagen vielleicht ist egnau DAS sogar zu viel!
    Ein Aussie wird auch hier gerne verkannt. Sie gelten wie z.B. BorderCollies als extreme Hunde welche immer viel zu tun haben müssen und immer Action brauchen.
    Aber frag mal Hütehundexperten, die werden dir genau das Gegenteil erzählen!
    Klar wollen sie arbeiten, denken und etwas tun.
    Das heißt aber nicht das sie den ganzen Tag Action brauchen und immer rennen und Spielen und machen wollen. Im Gegenteil da zieht man sich schnell ein nervöses Wrack heran, welches zudem noch unersättlich ist was Bewegung angeht ;)
    Denn ein Hund gewöhnt sich recht schnell an ein Tagespensum, ich kenne einige Hütehunde die haben sich eine Kondition angearbeitet wie ein Spitzensportler. Aber die sind einfach NIE zufrieden, total nervös, total hibbelig.
    Eben WEIL sie viel zu viel machen! Sie haben den ganzen Tag zu tun, aber nicht das richtige! Die sind den ganzen Tag unterwegs und powern, sind aber trotzdem am Abend nicht wirklich kaputt.

    Das ist eine Gradwanderung, aber ich denke unsere Hütehundleute können dir da noch viel Kompetentere Hilfe geben als ich. Warten wir mal ab was von denen noch kommt.

    Was genau bei euch los ist kann dir keiner so wirklich sagen, ich würde mir ggf. Hilfe von einem Profi holen der die Situation genau beobachten und Beurteilen kann.
    Man kann eben nur vermuten.

    Zur Belohnung mit Leckerlis.
    Dann haben die Leute die du kennst, die Leckerlis leider völlig falsch angewendet. Und zwar nicht als Belohnung und Motivation, sondern als Lockmittel. Sie haben einfach versäumt das Leckerli soweit wieder runterzufahren das der Hund es nur noch als Belohnung bekommt und zwar NACH der Übung. Die Hunde haben einfach nur gelernt das sie dem leckelri flgen bzw. das es ganz sicher eins gibt wenn es in der Hand ist und das es KEINS gibt (mit großer Sicherheit) wenn keins in der Hand ist. Weil die Leute das genau SO gehand habt haben.
    Hunde sind ja clever und haben es in Windeseile raus wann für sie eine Belohnung in Aussicht gestellt ist und wann nicht.
    Da gehts nur ums Leckerli und nicht um die Arbeit bzw. das Gemeinsame tun an sich...

    Wir variieren bei Belohnungen immer stark und dadurch schaffen wir eine schöne Ausgewogenheit.

    Ich würde dir empfehlen nicht so viel am Stück mit deinem Hund rauszu gehen und zu machen, bau mehr Pausen ein.
    Packt die Schuhe einfach gut weg und achtet darauf sie nicht liegen zu lassen. Gebt ihm einen Kauknochen bzw. lasst evtl. sogar einen liegen und verweist ihn drauf.
    Wenn er z.B. an die Schuhe geht sagst du NEIN und dann KNOCHEN oder was auch immer.
    Dadurch das du erst Pfui sagst betitelst du die Schuhe, lässt ihn dann eine Übung machen und belohnst ihn dann quasi mit dem Kauknochen für die Übung. Anstatt ihn direkt auf den Kauknochen als Alternativverhalten zu verweisen.
    Damit der Hudn auch von selbst das Alternativverhalten später wählen kann, muss dieses natürlich frei zugänglich sein.
    Das wäre jetzt z.B. die Variante des Alternativverhaltens OHNE zu schauen wo genau die Ursache liegt und dann diese Ursache zu beseitigen.
    Letzteres würde ich für besser halten, aber es ist auch mehr Arbeit! :)

    Nina

  • Danke für eure Antworten!! Ich werde versuchen eure Tipps in die Tat umzusetzen. Dass ich die Übung vor dem Knochen weglassen sollte leuchtet mir ein. Nur ich dachte dass er es vielleicht dann so verbindet, dass er wenn er einen Schuh hat dafür einen Knochen bekommt und somit immer wenn er einen Knochen will anfängt die Schuhe anzunagen. Könnte das dann nicht passieren? Oder verbindet er den Knochen sicher damit dass er AUFGEHÖRT hat die Schuhe anzunagen?

    In Reataurants kann er ruhig daliegen, solage kein Essen auf dem Tisch steht. Denn er ist total verfressen, d.h. sobald Essen in der Nähe ist, steht er nur noch daneben und starrt es sabbernd an. Dabei hat er noch nie was vom Tisch bekommen!

    LG, Sunnyjeannie

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