Sennenhund und allgemein: Ich bin die Nummer 1 im Rudel

  • Für mich sind Probleme, das was ich hier im Moment hab, das die Hunde sich von einem Tag auf den Anderen hassen, der Kleine aus Protest gegen was auch immer plötzlich wieder alles zusch :zensur: , die Große ihre Lebensfreude verliert, das Futter verweigert, nicht mehr Gassi will, das der Kleine die Große bis aufs Blut beisst, etc.

  • FioJa: Oje, das ist ja heftig. Ich drück Euch die Daumen, dass es bald wieder ruhiger wird bei Euch.

    LiesiS:
    Grundsätzlich will ich nicht auf jedes Detail eingehen, schliesslich geht es hier nicht um mich, sondern um Deine Fragen. Aber ich versuche gerne mal einige "für mich massgebliche Probleme" aufzuzeigen:
    - Rudel verträgt sich nicht mehr mit anderen Hunden (einzeln ist es ok)
    - einer unsere Hunde ist extrem eifersüchtig geworden und mobbt alles, was ihm zu nahe kommt (mobben ist dabei teilweise etwas human ausgedrückt)
    - die Rüden geraten ab und an aneinander
    - einer in unserem Rudel ist ein Kläffer, jetzt kläffen alle 3 immer und überall, was bei 3 grossen Hunden ein richtiges Aergernis und Probleme darstellt (einzeln kein Problem)

    etc pp....

    Natürlich sind dabei auch Erziehungsfehler begangen worden, steit ich nicht ab. - Trotzdem erfreu ich mich tagtäglich ab unserem Rudel und wir haben auch unglaublich viel Spass. Aber auch gibt es Tage wo wir viel Aerger haben, was bei einem einzelnen Hund einfacher zu handhaben ist. Auch ist der Zeitaufwand, sobald Probleme auftauchen sehr gross, was häufig ausser Acht gelassen wird...

    GSSBruno: Es geht nicht darum, ihr davon abzuraten. Mir für meinen Teil geht es darum aufzuzeigen, welche Probleme entstehen können (nicht müssen, nur können) - Ich wäre froh gewesen, hät ich mich vor der Vergrösserung meines Rudel besser informiert und hät solche Info erhalten. Dann hätten wir auch anders und früher (besser) auf gewisse Aktionen reagieren können. - Man staunt manchmal nicht schlecht, wie aus dem ruhigsten und bravsten Hund plötzlich ein Rüppel wird...

    Gruss
    Sabine

  • Ja, ich.
    Zu einer dreijährigen Hündin einen männlichen Welpen.
    War wohl nicht meine beste Entscheidung.
    Also egal ob Rüde oder Hündin, Probleme können immer auftreten.

    Aber das wird bzw. muss ja in deinem Fall nicht genauso sein.

  • Ganz einfach ein "großer" Hund braucht mindestens 3 Jahre, bis er ausgewachsen und erwachsen (physisch wie psychisch) ist und damit kann sich in den ersten 3 Jahren einiges immer wieder verändern und es kann immer wieder etwas neues dazu kommen, zum Beispiel waren 2 Jahre andere Hunde kein Problem, kann es dann sein, das er Artgenossen gar nicht mehr abkann.

    Ich habe keine Probleme, aber ich hatte vorher schon sehr gute und viele Erfahrung im Rudelmanagment und wußte was mich erwarten kann und wird und auch wie ich zu reagieren habe. Ich habe auch zu meinem Mann von anfang an gesagt, was auf ihn zukommt und das ich definitiv dann mehr von ihm erwarte. Ich habe zu Hochzeiten in einer Auffangstation Rudel von 10 Hunden gemanagt.

    Was sich bei uns geändert hat - für mich gab es wie gesagt keine größeren Probleme - während es vermutlich für andere ein sehr großes geworden wäre:
    - unser Kleiner hat sehr lange gedauert, bis er Stubenrein war
    - der Große mobbt deutlich lieber und das mit Nachdruck
    - ger Große stellt was an und versucht es den kleinen in die Schuhe zu schieben
    - der Große entwickelte einen anderen Beschützerinstinkt und das nicht nur auf den Hund - bis hin zu einer extremen Aggression gegenüber bestimmte Menschentypen
    - wenn einer abdüst, rennt der zweite hinterher
    - wenn einer anfängt zu prollen und zu bellen, fängt der zweite mit an.
    - ab und an muss ich das Spiel in ruhigere Bahnen lenken.
    - Ich muss noch mehr auf die Beuteaggression des Großen mehr beachten, besonders wenn ich Spielzeug ausgebe.
    - ich muss jetzt nicht mehr nur einen Hund, sonder 2 Hunde + meine Sitter im Auge behalten und unter Kontrolle halten.
    - der große hat viel Blödsinn angestellt, damit er mehr Aufmerksamkeit bekommen hat und tut es zum Teil auch immer noch gerne.
    - getrenntes Training + gemeinsames Training = beim großen musste man dann auch schon mal 3 Schritte zurück gehen, weil die einfachsten Sachen nicht mehr gemacht werden wollte. Beim gemeinsamen Training hat man immer ein gewuschel und ein du bleibst da und wartest und du kommst hierher.
    - gemeinsame und getrennte Spaziergänge, besonders wenn einer Krank ist
    - das Spiel zwischen uns und den Hunden ist auch ruppiger geworden - auch wenn man es versucht ruhiger zu halten.

    Kurz gesagt, das gesamte Zeitmanagment hat sich geändert und man muss einfach kreativer in der Problemlösung sein, wenn denn dann welche auftreten und man sollte schon auf die kleinen Anzeichen achten, denn wenn man die übersieht, kann es auch schon mal Verletzungen gebe. Man muss halt bei allem viel mehr Zeit einplanen und mehr Geld.

    Und auch bei uns Menschen blieben die Verletzungen nicht aus. Kratzer auf der Hornhaut, weil man beim toben die Kralle ins Auge bekommen hat. Unmengen von Blutergüssen, Prellungen, Verstauchungen, Zerrungen.

    Für mich wie gesagt alles nicht dramatisch, aber mein Mann verzweifelt da schon mal öfter, wenn er die Hunde nicht an die Leine bekommen hat.

    Wie schon öfter gesagt, es kann passieren, muss aber nicht. Aber das was unumstösßlich ist, ist das Zeitmanagment, zwei Hunde nehmen mehr Zeit in Anspruch als einer.

  • Hallo,

    ich kann voll unterschreiben, was Cerridwen aufgeführt hat.
    Bei uns ist es etwa so abgelaufen und es war wirklich ein Haufen Arbeit, Geduld und Zeit, die ich investiert habe...

    Ich sage immer: Wenn noch Welpe zum Ersthund einzieht, hast du drei Jahre Arbeit nicht doppelte, sondern vierfache Arbeit.

    Sennenhunde sind sehr wachsam und Fremden gegenüber skeptisch, bellfreudig, brauchen viel Beschäftigung und eine sehr liebevolle und vor allen Dingen konsequente Erziehung, sie sind manchmal stur.
    Der Familie sind sie treu ergeben, aber es gibt viele Sennenhunde, die mit fremden Menschen echt Probleme machen. Das solltest nicht unterschätzen, deswegen hatte ich dir ja unbedingt einen Hund aus dem VDH/SSV nahe gelegt.

    Da deine Daisy keine Hündinnen mag, so hast du es in einem anderen Thread geschrieben, empfehle ich dir einen Rüden. Mit einer Hündin sind bei Daisy sehr wahrscheinlich Probleme vorprogrammiert.

    Innerhalb unserer Familie haben wir mit unseren Rüden absolut kein Problem, aber sie prollen sehr gerne bei anderen Rüden!
    Wenn du einen Rüden nimmst, besteht die Möglichkeit, dass er deine Hündin vor anderen Rüden verteidigt - dann hast du zwei Probleme:
    1. Daisy mag keine Hündinnen
    2. Rüde verteidigt seine Hündin gegenüber Rüden

    Kann alles passieren!

    Zum Charakter kann ich nur sagen, dass unser Großer etwas ruhiger ist als der Entlebucher, dafür war er aber als Junghund sehr problematisch gegenüber Fremden, das hat mich eine Menge Zeit und Geld gekostet...
    Und er war wirklich erst mit etwa drei Jahren erwachsen.
    Entlebucher sind früh erwachsen - so sagt man - ich kann's bestätigen.
    Lass dir alles Geschriebene hier in Ruhe durch den Kopf gehen!
    Sennenhunde sind ganz anders als Beagle.
    Bei einem Beagle hast du selten das "Fremdenproblem", bei Sennenhunden kommt es relativ oft vor und bei Unterforderung, schlechter Prägung, kann sich das zum Beschützerinstinkt entwickeln.

    Gruß

    Leo

  • Mein Rüde ist mit Sicherheit nicht unterfordert und hatte keine schlechte
    Prägung.Ich beschäftige ihn jeden Tag auf Geistiger Ebene,weil er es braucht und sonst nicht ausgeglichen ist und trotzdem hat er einen starken Beschützerinstinkt mir gegenüber....das mag bei vielen so sein,aber in meinem Fall kann ich das ausschließen.


    Zitat

    Bei einem Beagle hast du selten das "Fremdenproblem", bei Sennenhunden kommt es relativ oft vor und bei Unterforderung, schlechter Prägung, kann sich das zum Beschützerinstinkt entwickeln.

  • Das war auch nicht auf dich bzw. deinen Hund bezogen!
    Ich wollte damit zum Ausdruck bringen, dass diese Hunde bei Unterbeschäftigung zu solchen Problemen neigen.
    Es ist auch super, dass du deine Erfahrung mitteilst. Sennenhunde neigen zum Fremdeln, deiner macht es trotz Beschäftigung...
    Sein Verhalten liegt sicher noch im Rahmen (?), vielleicht wäre es ja noch schlimmer, wenn du ihn geistig nicht fordern würdest.
    Ich kenne einige Berner, die geistig überhaupt nicht beschäftigt werden und aggressiv gegenüber fremden Menschen reagieren.

    Gruß

    Leo

  • Ich habe das auch nicht falsch verstanden ;)


    Das,was du geschrieben hast,ist allerdings wahr.Die meisten Sennenhunde,werden nicht geistig gefördert und dann entwickelt sich eine Agressivität gegenüber Menschen...da gebe ich dir absolut recht...

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