wie weitermachen - unterschiedliche probleme und lösungen
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hallo foris,
bin neu hier seit zwei monaten und habe schon auf etliche allgemeine sachen gute antworten gefunden. momentan ist aber eine neue situation, zu der ich nun mal selber schreiben will.
versuche kurz zu schildern:
mein mix paul ist grad 7,5 monate alt, seit knapp 4 monaten bei mir, ich wohne in einer wg, bin hundeanfängerin, und öfter ist der hund auch mal bei meiner mum für einen tag. paul kommt ursprünglich aus griechenland von einer hundestation. (wahrscheinlich mix spanischer schäferhund und setter, wir sind immer noch am rätseln) er hatte von beginn an sehr grosse angst vor männern, dieses problem haben wir aber mit meinem stiefvater mit viel geduld, streicheln und leckerlis nach ca. 1 monat bei ihm gut gelöst gehabt. er ist insgesamt auch sehr ängstlich, aber auch sehr neugierig. vor allem andere hunde sind super interessant. bei männern war er immer noch vorsichtig, aber es wurde immer besser.bis vor ca. 7 wochen mein stiefvater erkrankt ist, und leider vor einer woche gestorben. die letzten wochen waren also für alle sehr angespannt und auch für paul sehr stressig, da wir ständig am pendeln waren, da das khaus meines stiefvaters weiter weg war und wir so immer für ein paar tage bei meiner oma waren, dann zurück, zu meiner mutter, etc...er ist daher sehr nervös und überreizt. es sind auch dauernd neue leute um ihn rum, und neue umgebungen. die angst vor männern steigert sich wieder, und er kommt nun auch in manchen situationen ins bellen und beschützen.
wir arbeiten natürlich gerade auch an den "üblichen" sachen (auch die pubertät lässt grüssen) wie leinenführigkeit, abrufen unter ablenkung etc. sind auch schon mit schleppleine unterwegs. die meisten kommandos klappten bis mit ca. 5,5 monaten gut, jetzt eher mässig, abrufen gar nicht mehr und daher verstärkt mit schlepp.
wir waren auch im junghundekurs, den habe ich nun gewechselt, da ich mit der alten hundeschule nicht mehr zufrieden war (20 hunde im kurs, parallel agility und junghund mit einem trainer).
nun habe ich 2 neue trainerinnen angeschaut über die letzten beiden wochen, beide arbeiten mit positiver bestärkung, aber die ansätze sind doch eher verschieden.
bsp: leinenführigkeit - erste arbeitet mit umdrehen ohne kommando und in die andere richtung ziehen, wenn hund auf meiner höhe, loben und leckerli, evtl, wenns nicht anders geht zeitweise mit halti arbeiten- zweite nach dem system von turid ruugas: aufmerksamkeitssignal hund in meine richtung und leckerli, nicht ziehen
bsp: angst vor männern - erste sagt viel in die situationen rein, draussen viele menschen, männer die den hund gut finden ansprechen, ob sie hund leckerlis geben, zweite sagt: langsam, männer zu mir nach hause einladen, für hund in gewohnter umgebung, und dann erst mal nicht beachten, hund beruhigt sich, loben und leckerlis vom mann
bsp: anspringen oder zu viel aufmerksamkeit an passanten - erste sagt: klapper-discs und nein zum abbruch, auch beim begrüssen, zweite sagt begrüssen daheim, verhalten hund ignorieren, draussen ablenken.
insgesamt merke ich, dass wir gute tage haben, dann wieder nicht so gute, und das der hund leider unter den letzten wochen auch sehr gelitten hat. ich denke auch, das verschwinden von meinem stiefvater setzt ihm zu, da er ja eine von seinen wichtigsten bezugspersonen war. leider bin ich auch ziemlich durch den wind, und wahrscheinlich nicht die stabilste orientierung für ihn, auch wenn ich mich bemühe, gibts eben auch traurige momente.
vor ca. 3 wochen wars auch schon soweit, dass ich überlegt habe, für paul einen neuen platz zu suchen, damit er wieder stabilere strukturen hat.
hab mich aber für den versuch mit den neuen trainern entschieden, oft leichte übungen und training mit paul, weniger stress und keine überreizung mehr, kürzere, öftere gassis, freilauf an der schlepp in geländen mit weniger hunden, radfahrern und joggern, ruhepausen, viel zum kauen und knabbern, kurze, ruhige spielenun weiss ich grad nicht mehr weiter, will paul nicht mehr stressen als nötig, oder nicht zusätzlich verunsichern, aber merke auch, dass er halt kleine oder grössere baustellen hat, die sich momentan verstärken und er auch sehr mitgenommen ist durch die letzte zeit. ich möchte ihn ich auch nicht abgeben, weil er mich irgendwie nervt, sondern ich weiss nicht, ob ich seine erziehung momentan richtig hinkriege, nach welchen richtlinien ich gehen soll und so ein toller hund durch mein verschulden falsche verhaltensweisen lernt.
ich hoffe auf ein paar hilfestellungen, oder tipps, wie ihr die geschilderten sachen bei euren hunden hinbekommen habt. vielleicht hattet ihr ja schon ähnliche familiäre situationen, und könnt mir schreiben, wie ihr für den hund den stress rausgekriegt habt.
vielen dank!
- Vor einem Moment
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Zitat
bsp: leinenführigkeit - erste arbeitet mit umdrehen ohne kommando und in die andere richtung ziehen, wenn hund auf meiner höhe, loben und leckerli, evtl, wenns nicht anders geht zeitweise mit halti arbeiten- zweite nach dem system von turid ruugas: aufmerksamkeitssignal hund in meine richtung und leckerli, nicht ziehenbsp: angst vor männern - erste sagt viel in die situationen rein, draussen viele menschen, männer die den hund gut finden ansprechen, ob sie hund leckerlis geben, zweite sagt: langsam, männer zu mir nach hause einladen, für hund in gewohnter umgebung, und dann erst mal nicht beachten, hund beruhigt sich, loben und leckerlis vom mann
bsp: anspringen oder zu viel aufmerksamkeit an passanten - erste sagt: klapper-discs und nein zum abbruch, auch beim begrüssen, zweite sagt begrüssen daheim, verhalten hund ignorieren, draussen ablenken.
Hallo,
erstmal mein Beileid zum Tod Deines Stiefvaters. Kann verstehen, daß Dich dieser Verlust auch ein wenig aus der Bahn geworfen hat. Aber das wird wieder und Du wirst bald auch wieder in einer Verfassung sein, in der Du Deinem Hund eine klare Führung bieten kannst. Daß das vernachlässigt wurde, ist mehr als verständlich.
Zu den Tips der Trainerinnen möchte ich Folgendes sagen:
Leinenführigkeit:
Ich würde eine Mischung aus beiden Vorgehensweisen vorschlagen. Ich mache es beispielsweise so, daß ich ein paar Schritte rückwärts gehe, wenn Ronja zieht. So muß sie sich erstmal umdrehen und gucken...ist dann so ein Blick wie "Hä...? Wo gehst Du jetzt hin...?" Dabei ziehe ich sie nicht wirklich mit...klar entsteht dann ein gewisser Zug, aber eben in die andere Richtung. Kommt sie dann zu mir und die Leine hängt wieder locker, lobe ich und gehe weiter.
Angst vor Männern:
Reizüberflutung würde ich nicht empfehlen. Also bewußt den Hund in Situationen bringen, in denen viele Menschen sind. Das ist kontraproduktiv. Suche einzelne Begegnungen und füttere den Hund im Wohlfühlabstand, also so lang er noch nicht angespannt ist oder gar bellt. So kannst Du den Abstand nach und nach verringern. Nimmt er von bestimmten Männern Leckerchen, laß diese auch füttern, aber immer aus der Hocke und ohne Blickkontakt. Besuch in der gewohnten Umgebung, die den Hund komplett ignoriert, ist vollkommen richtig. Nimmt der Wuff dann von sich aus freundlich Kontakt auf, kannst Du loben und der Besuch darf füttern.
Anspringen:
Da würde ich auf einen Schreckreiz komplett verzichten (also Disc oder Klapperdose oder was auch immer). Das verunsichert Deinen Hund nur noch mehr. Trainiere ein Ersatzverhalten...z.B. neben Dir "Sitz" machen und das belohnst Du dann. Zu Hause ist Ignorieren richtig, aber den anspringen Hund solltest Du "blocken", also wegdrehen, den Hund (leicht und sanft) wegdrängen...ins Leere springen lassen, also nen Schritt zurückgehen. Ansonsten keine Ansprache, kein Blickkontakt...beruhigt er sich, wird er begrüßt.
Ich hoffe, ich konnte Dir ein wenig helfen und Du findest einen (Mittel-) Weg für Euch.
Liebe Grüße
BETTY und Ronja
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