• Hallihallo!
    Mein Alf, knappe 2 Jahre alt, Retriever - Windhund Mix ist von Grundauf ein toller Kerl. Seit Januar ist er in Deutschland und seit März bei uns zuhause. Im Prinzip hat er die meisten Ängste abgelegt, Anfangs konnte er nicht mal Treppe laufen, LKW`s Auto`s und Männer haben ihn furchtbar erschreckt. Das alles ist um Klassen besser.
    Unsere derzeitiges Problem liegt aber im Wohnzimmer.
    Wir haben eine Durchgangswohnung, Wohnzimmer zur Strasse, danach Küche, Schlafzimmer und Bad hinten raus. Durch die vorbeifahrenden Autos spiegelt sich im Wohnzimmer immer wieder das Licht. Mittlerweile hält sich Alf nur noch im Schlafzimmer vor oder unter dem Sofa auf. Nur wenn wir nachhause kommen, kommt er zur Begrüßung KURZ ins Wohnzimmer um dann gleich wieder zu verschwinden. Nichts auf der Welt bewegt ihn nach vorne. Selbst sein Lieblingsspielzeug nicht wirklich, das wird schnell eingesammelt und nach hinten getragen.
    Wir haben schon Gott weiß was probiert: füttern im Wohnzimmer - mit kurzzeitigem Erfolg - Superdupamegabesondere Leckerlies, die es nur im Wohnzimmer kredenzt gibt usw.
    Ich finde es so schade, das er sich durch seine Angst vom "Rudel" abgrenzt. Selbst unser 5 Monate alter Pflegehund schnarcht gemütlich zu unseren Füßen, während Alf in der Schlafzimmertür sitzt, will, aber nicht kann :( Auch wenn wir ihm sein Hundebett ins Wohnzimmer stellen, passiert... NICHTs. Lieber schläft er im Bad auf den nackten Fließen.

    Vom Charakter her ist Alf eher typisch Strassenköter, Lonesome Rider, der gerne sein eigenes Ding macht. Trotzdem fängt er an zu jabbeln, wenn er nach vorne möchte, seine Angst es ihm aber verbietet.

    Um kreative Vorschläge wäre ich SEHR dankbar!!!!

    Mit bestem Gruß

    Regina

  • schau mal hier:
    Angstpatient

  • Hallo Regina,

    Es geht bei der Angst "nur" um die Lichtkegel, hab ich das richtig verstanden?

    Dann würde ich erstmal Rollos holen zum abdunkeln, denn Lichtkegel hat man ja eh nur abends und da kann man auch Rollos zu haben :)

    Dann würde ich mit dem desensibilisieren anfangen. Und das würde ich mit der Taschenlampe machen. Mal draußen am Abend oder mal von der Straße ins Wohnzimmer, wenn er es sich gemütlich gemacht hat und bekuschelt wird. Also mit dir kuschelt und jemand anders leuchtet mal ne Sekunde lang.
    Das würde ich so Stück für Stück ausweiten.

    Vielleicht mag er aber auch einfach gern alleine liegen? Lady ist auch meistens im Esszimmer oder Wohnzimmer, selbst wenn alle anderen in einer anderen Etage rumwuseln.

    Liebe Grüße
    Dana und Wauzis

  • Das mit dem "desensibilisieren" ist schon mal n guter Vorschlag. Damit können wir im Schlafzimmer anfangen.
    Betreffend "alleine liegen": es ist mal so, mal so. Abends, zur Schlafenszeit, ist es ihm glaub ich ziemlich scnnuppe, ob wir da sind oder nicht, da werden die Ohren runtergeklappt, die Augen geschloßen und losgeschnracht, Tagsüber aber hockt er schon recht oft in der Tür und würde soooooooooo gerne nach vorne kommen, fängt dann auch an zu jammern, aber wie gesagt, selbst die tollsten Leckerlies halten ihn nicht länger als 30 Sekunden vorne ( Wienerle können wir bald im 100er Pack kaufen :roll: )

    Aber ich fange mal mit der Taschenlampe an.
    Manchmal denke ich echt, das es in Rumänien, dort wo Alf herkommt, kein elektrisches Licht gibt, so sehr wie der sich davor fürchtet...

  • huhu,

    Du hast geschrieben, dass Du ihn mit Leckerchen schon 30 Sekunden im Wohnzimmer halten kannst.

    Das klingt vielleicht wenig, ist aber doch ein Anfang.

    Ich würde es mal mit Targettraining versuchen:
    Dabei lernt der Hund mit Nase oder Pfote z.B. ein Stück Teppich, ein Handdtuch, ein Stück Pappe oder auch einen Plastik-Dosendeckel zu berühren.
    Zunächst übt ihr in den anderen Räumen, dass Alfi das Ding berührt, wenn ihr es in der Hand habt. Wenn er das kann, kommt das "Target" auf die Erde und Alfi lernt, zu dem Ding zu laufen, um es zu berühren (in kleinen Lernschrittchen). Das Ding "wandert" dann durch die Zimmer, die er okay findet. Wenn er der Meinung ist, das dieses Target-Spiel supertoll ist, wandert das Target laaaangsam Zentimeter für Zentimeter Richtung Wohnzimmertüre und schließlich auch ins Zimmer hinein. So kann Alfi in seinem Tempo lernen, dass es da nicht gefährlich ist, und es sogar ziemlich lohnenswert ist, sich zu dem Target zu bewegen - die Belohnung solltet ihr ausserhalb des Wohnzimmers anbieten, sodaß er die Gelegenheit hat, auch immer wieder aus dem Wohnzimmer heraus zu gehen.
    Wenn er immer nur ganz kurz drinn ist, um das Target zu berühren und sofort wieder raus darf, um die Belohnung einzusacken, ist er einfach nicht lange genug drinn, um irgendwas anderes damit als was gutes zu verknüpfen und nach und nach wird das Wohnzimmer immer atraktiver, weil wenn man da rein geht, gibts Leckerchen.

    Zunächst legt ihr also erst mal gar keinen Wert darauf, dass er länger drin bleibt, sondern nur, dass er gerne reingeht.
    Erst wenn er das mit Begeisterung macht (reingehen), "verlängert" ihr den Aufenthalt, indem ihr die Belohnung rauszögert.

    ich würde z.B. die ersten Trainingsschritte so machen, dass Du und Alfi draussen sind, so dass Alfi nach "eine Sekunde Wohnzimmer" sofort wieder raus aber zu Dir sausen darf, um sich bei Dir die Leckerchen zu ernten.
    WEnn er gerne reainsaust, kannst Du das umdrehen: Du sitzt im Wohnzimmer, läßt ihn dort das Target berühren und "schickst" ihn wieder raus, indem Du das Leckerchen auf den Flur wirfst.
    Wenn er das gerne macht, kannst Du mit der Target- und Deiner :D Platzierung so jonglieren, dass der Target durch gesamte Wohnzimmer wandert, Du aber so sitzt, dass Du das Belohnungshäppchen auf den Flur werfen kannst, oder er es bei Dir abholen kommt.
    So ist er dann länger im Wohnzimmer, aber in Bewegung und beschäftigt, wodurch er von den "bösen" Spiegelungen abgelenkt ist.

    Die Idee mit den "Leckerchen vor der Wohnzimmertür" ist, dass es für ihn zunächst eine zusätzliche Belohnung ist, das doofe Wohnzimmer wieder verlassen zu dürfen. Wenn Du ihn nur versucht, mit Leckerchen oder Spielzeug drinn zu halten, bringst Du ihn in einen Konflikt zwischen "ich will das Leckerchen/mit Dir spielen" und "ich habe Angst an dem Ort!"
    Mit dem Targettraining (ich würde das per Clickertraining lehren) kann er erlernen, dass er die Kontrolle darüber hat, wie lange er in dem Raum bleiben möchte. Und je öfter er drinn ist ohne zu "müssen" und quasi nur "durchläuft" dersto mehr kann er Verknüpfen, dass es da drinn ja gar nicht gefährlich ist.

    Der Vorschlag mit den Jalousien, zum Verhindern der Spiegelungen würde ich da integrieren - sprich, wenn Ihr anfangt, den Target Richtung Wohnzimmer zu Bewegen, würde ich verhindern, dass es zu den blöden Spiegelungen kommen kann. Erst, wenn er sich gerne im Wohnzimmer aufhält, würde ich langsam die Jalousie verssuchen wieder auszuschleichen.

  • Zitat


    Manchmal denke ich echt, das es in Rumänien, dort wo Alf herkommt, kein elektrisches Licht gibt, so sehr wie der sich davor fürchtet...

    So unwahrscheinlich ist das gar nicht. ;) In dem rumänischen TH aus dem ich Mia habe gab es zwar elektrisches Licht, jedoch sehen die Hund von den meisten Zwingern keine Autos, ... also auch keinerlei wandernde Lichtkegel oder ähnliches. Von Spiegelungen auf dem Boden ganz zu schweigen. Es kan aber auch sein, dass er den Lichtkegel mit etwas negativem verbindet, z.B. ein Lastwagen mit dem er eingefangen wurde. Oft weiß man das ja gar nicht. :/
    Ich würde auch zuerst verdunkeln bis er sich im Wohnzimmer sicher fühlt und dann ganz langsam die Verdunkelung wieder reduzieren. Bis solche Ängste abgebaut sind dauert es, Geduld ist also ganz wichtig. Viel Erfolg und berichte mal wie es voran geht!

  • Danke für die Antworten!!

    Das mit dem Target werde ich morgen gleich einführen und trainieren, das klingt sinnig und logisch und Alf lernt eh mit Begeisterung neue Sachen, vorallem wenns dafür noch was leckeres gibt ;)
    Ich habe heute erst bei zooplus so ein Beschäftigungsspielzeug bestellt, bei dem es darum geht, die Leckerlies zu erschnüffeln und durch anstupsen heraus zu bekommen, vielleicht kann ich das ja miteinander verbinden ;)

    Und was lillameja schreibt, kommt mir auch sehr sinnig vor. Wir wissen zwar nicht genau WO Alf herkommt, aber ich vermute, das dort Autos, Licht und co Mangelware waren... Und Autofahren ansich ist eh nicht Alfs Ding, vermutlich ZUVIEL schlechte Verknüpfung mit dem Transport nach Deutschland und wir haben garkein eigenes Auto...

    Danke erstmal soweit! Aber es darf gerne weiter Vorgeschlagen werden :gott:

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