Die Leinen los...?!

  • Hallo,

    ich habe einen kleinen Mops-Welpen namens Alwin und habe zwei Probleme mit ihm die mir etwas Sorgen bereiten. Vielleicht kann mir da jemand aus eigener Erfahrung weiter helfen?!

    1. Ich möchte Alwin gerne zur Stubenreinheit erziehen, allerdings findet er das irgendwie nicht so klasse... Er muss sich z.B. Morgens um 10 Uhr pünklich lösen. Also schnappe ich ihn mir wenn ich sehe, dass er sich wieder gegen die Tapete stämmt um loszulegen und gehe mit ihm raus. Dort können dann 1 - 1,5 Stunden vergehen und nichts passiert, weder mit noch ohne Leine! Kaum sind wir in der Wohnung gehts dann los (Fressen und Trinken tut er regelmäßig). :hilfe:
    Dazu kommt dann noch dass er meistens nur bis zu 3 Mal in die Wohnung macht, ich aber gelesen habe dass sich so junge Welpen alle 1,5 - 2 Stunden lösen müssen?!

    2. Alwin hasst die Leine! Ich habe zwar eine Flexi-Leine (weil der Tierhändler meint dass eine Stoffleine noch zu schwer für ihn ist), die ich aber ein Stück heraus ziehe, die Leine feststelle und dann locker in der Hand halte, damit sie nicht spannt. Er wird dann immer unruhig und zappelig, aber ich kann ihn leider nicht ständig frei laufen lassen, da er auch ein rasantes Tempo vorlegt. Hat jemand einen Tipp wie ich ihn gut an die Leine gewöhnen kann? Denn wenn er sich nicht wohlfühlt, wird er erst recht nicht Stubenrein...

    Vielen Dank im voraus und einen sonnigen Sonntag noch!

  • Hi.

    Besorg dir am besten eine dünne Nylonleine, die gibt es auch schon für Welpen und die sind ganz leicht und haben einen kleinen Karabiner.
    Da ich u.a. zwei Russell Terrier habe, brauchten wir auch so "zierliche" Leinen am Anfang sonst hätten sie sich am Karabiner todgeschleppt :p

    Flexileinen sind an sich schonmal nicht so toll finde ich. Man hat den Hund nicht richtig unter Kontrolle und eine "Verbindung" baut sich auch nicht auf - da man eben nur nen Plastikkasten ind er Hand hält und nicht die "direkte" Leine. Man spürt den Hund also nicht richtig.

    Viele Hunde machen nicht gerne wenn sie dabei beobachtet werden können und würden um sich zu lösen gerne ins Gebüsch gehen, geht das nicht gibt es einige Hunde die sich das Regelrecht verkneifen ;)
    Da Welpen das noch nicht bewusst steuern können, ist es von Vorteil das man ihnen die Freiheit lässt. So kannst du dann z.B. die Leine einfach hinter deinem Möpschen herschleifen lassen so das er sich frei bewegen kann wenn er denn mal muss.

    Dazu kommt das es draußen, gerade für Welpen sooo hyper interessant und aufregend ist das sie meistens das Lösen vergessen. Ist man dann wieder drinnen kommt irgendwannd er Druck und dann "uuupps".
    das bedeutet für dich: GUT beobachten und den Knirps immer mit im selben Raum haben und vorallem ein Auge drauf.
    Merkst du er wird unruhig oder setzt sogar an, reicht ein NEIN und den Welpen nehmen und sofort nach draußen mit ihm.
    Schön ist es wenn du da immer die selbe Stelle nimmst wo er sich erleichtert bzw. er es dürfte.
    Die Ecke wird schnell nach Urin und somit "Kloecke" duften und ihn dazu animieren wieder hinzumachen.
    Pfützen in der Wohnung die du nicht bei der Entstehung gesehen hast, einfach Kommentarlos entfernen und mit einem GUTEN Reiniger (Essig oder Zitronenbasis wegen der Ungiftigkeit) gründlich die Stellen säubern.

    Und ansonsten alle 2 std. raus. Nach dem Schlafen, Fressen, Spielen etc.
    Auch wenn sie alle zwei Std. raus müssen, heißt es nicht das sie jedes Mal machen! Es heißt nur, man gibt dem Hund die Gelegenheit es machen zu KÖNNEN damit er den Erfolg draußen und den Unterschied zum NEIN Drinnen verknüpfen kann. Er muss ja erst lernen das es drinnen NEIN heißt und Draußen FEIN! :)
    Und dazu kommt das Welpen einige Monte brauchen bis sie Körperlich dazu in der Lage sind wirklich aufhalten und bewusst ihre Ausscheidungen kontrollieren zu können.
    So lange sollte man ihnen die Möglichkeit geben sich draußen alle 2-3 Std. später reicht auch alle 4 Std. sich lösen zu können!
    Je mehr/öfter, je weniger Unfälle werden drinnen passieren!
    Bis zum Alter von ca. 6-8 Monaten sind Unfälle allerdings völlig im Rahmen (kommt immer auf die Entwicklung der jeweiligen Rasse und des jeweiliegen Tieres an, auch bei Hunden gibt es Früh und Spätentwickler).

    Zur Leinenführigkeit:
    An der leine gehen ist für die welpen meistens ganz großer MIST! Sie können nicht rumrasen wie es ihnen gefällt und umherspringen wo sie gerne möchten, sie sind angebunden.
    Nun ist es am besten, auch fürs spätere Hundeleben (und für den Hundehalter und seine Nerven ) das der Hund die Leine als GRUNDpositiv und NICHT als große-blöde-Einschränkung erleben kann.
    Du kannst z.B. ein paar tolle leckerlis nehmen, seinen namen als Aufmerksamkeitssignal sagen und ihm das Leckerli zeigen und dann los gehen, mit ihm gemeinsam. geht er toll und Aufmerksam mit dir mit ein paar Schritte ohne zu hüpfen dann kriegt er nach ein paar Schritten ein Leckerli. Hüpft er hoch, nimm den Arm gaaanz hoch, bleibt er dann auf dem Boden belohne ihn.
    Das ganze kannst du auch mit nem Spielzeug ab und zu machen.
    Hierbei lohnt es sich auch wenn er nicht aufmerksam ist seinen namen zu sagen und Rückwärts zu gehen, etwas zu laufen. Wendungen und Slalom um gegenstände oder auch nur so zu gehen um ihn Aufmerksam zu halten. Geht er toll mit und passt auf, belohne und lobe ihn.
    Wichtig ist das er zu Anfang nach 1-2/3 Schritten belohnt wird, das kann später ausgedehnt werden.
    Tip: Lange strecken geradeaus werden schnell langweilig!

    Das Leinentraining sollte nicht zu lange sein. Höchstens 3-5 Minuten am Stück reichen völlig im Welpenalter - da sind 5 minuten schon wirklich VIEL! So lange Konzentration ist sehr sehr Anstrengend.
    Zudem sollte man mit Welpen nicht 1,5 Std. stramm spazieren gehen.
    Sich draußen aufzuhalten ist gut, aber nicht am Stück laufen!

    Du kannst dann natürlich auch noch an der Leine mit ihm spielen, mit ihm zusammen rennen und laufen, mit ihm an der Leine die Welt entdecken oder vorher versteckte und geworfene leckerlis/Spielzeug suchen bzw. FINDEN. "Boah guck mal daaaaa!" :)
    Je mehr ihr tolles an der Leine erlebt, je besser ist es und je positiver und toller ist die Leine!
    Aber wie gesagt, nur KURZ wirklich Übungen machen. Dabei sind auch Sitz/Platz etc. erlaubt, genau wie Leine gehen.
    Und dann wieder ne Auszeit mit Spielen, laufen und Spasshaben und natürlich schnüffeln und schmusen.

    Wenn wir uns länger draußen aufhalten machen wir viele Pausen oder tragen die Welpen auch Stücke, damit sie ihren Schlaf bekommen (der ist Entwicklungswichtig!). Man kann sagen 5 min. Übung 15-20 min. Pause. Aber auch die Wiederholungen nicht zu häufig machen! 3 Mal reicht völlig und dann ne größere Pause.
    Wir haben mit unseren Welpen immer auf jedem Pipigang einmal geübt und wenn wir so mit ihnen was gemacht haben nur wenig, dafür aber intensiv. Nicht zu viel, das überfordert!

    Ein Tip: Wenn du möchtest das er sich schneller löst, dann halte dich an einem ort auf. Lass ihn schnüffeln innerhalb des Leinenradius und gehe nicht weiter. Ruf ihn zu dir, setz dich hin etc.
    Der Radius ist schnell erkundet und es wird langweilig. Die Chance das er dann irgendwann merkt er muss mal ist somit höher!

    Viel Erfolg und Viel Spass mit deinem Hundi (wir stehen im übrigen toootal auf Fotos ;) )

    Nina

  • Dank für die schnelle und ausführliche Antwort und die vielen Tipps! Ich werd ihn mir direkt mal schnappen und raus bringen, denn er wird schon wieder hibbelig und nimmt den Raum hinter der Vitrine ins Visier! :D

    Fotos kommen dann auch bald- versprochen!

    LG Anne

    Edit: Erstes "WeeWee" in Freiheit um 20:20h! Ich bin stolz wie Oskar! hihi Lieben Dank nochmal!

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