Hilfe, mein Hund ist LAUT!

  • Hallo zusammen,

    irgendwas müssen wir grundlegend falsch gemacht haben... :???:

    Rabauke ist mittlerweile echt laut.
    Kann sein, dass es mir grade verstärkt auffällt, da ich (hundelos) im Urlaub war, kann aber auch sein, dass es sich von Monat zu Monat steigert....

    Rabauke war schon immer ein sehr mitteilsamer Hund mit einer irrsinnigen Palette von Lautäußerungen.
    Aber in Situationen, wo er früher "nur" gemaunzt hat, gröhlt er jetzt herum wie ein Walross!

    Es geht mir wirklich auf den Keks!!

    Ein paar Beispiele, damit Ihr wisst, was ich meine:

    - Unser Kuschelritual. Der Wecker klingelt, die Zweibeiner tauschen im Bett ein paar Zärtlichkeiten aus und erheben sich, Rabauke kommt um die Kurve, begrüßt uns liebevoll mit "Küsschen" (aka harte Kopfnüsse), wirft sich auf den Boden und wird vom Chef durchgekitzelt, bevor der ins Bad verschwindet. Seit jeher begleitet von heiseren "Wiffs" und "Wuffs" -> neuerdings untermalt von LAUTstarkem, freudigen Bellen! (Unerträglich, wenn der Abend vorher etwas länger war...)

    - Das Hinausgehen: Rabauke wartet im Sitzen an der Tür, bis wir uns angezogen und alle Sachen beisammengesucht haben, dann gehts geordnet hinaus. Dass er dabei seinen Hintern am Boden behält, obwohl er total aufgekratzt ist und am liebsten um uns herumspringen würde, rechnen wir ihm hoch an. ABER jetzt hat er sich angewöhnt, während des Wartens eine ziemlich atonale Konzertpassage zum Besten zu geben.
    Klingt wie "Wooouuuuhuuuuhuuuuoooo-wooouuuhuuu" oder so ähnlich.

    - Der Hund hat Langeweile. Passiert. Ich kann ihn nicht von früh bis spät bespaßen. Meist verschwindet er dann in ein leeres Zimmer, schmeißt einen wahllosen, grade gefundenen Gegenstand durch die Luft, wirft sich hin, schuppert mit dem Rücken auf dem Boden, springt wie vom Hafer gestochen im Zickzack und BELLT den Gegenstand dann an. Nach ca. 5-15 Minuten ist der Spaß vorbei, er kommt wieder zurück, legt sich hin und schläft weiter. Aber in diesen Minuten versteht man auch noch eine Etage drüber sein eigenes Wort nicht mehr!!

    - Der Hund freut sich. Zum Glück haben wir keine direkten Nachbarn. Wenn wir (nach längerer Abwesenheit) zur Tür hereinkommen, haben wir ihm ja immerhin schon als Welpen abgewöhnt, uns anzuspringen. ABER DEN LÄRM SOLLTET IHR MAL HÖREN!!! Da ist es vollkommen Wurscht, ob wir ihn ignorieren, schelten oder begrüßen, der Sound bleibt derselbe. Wirklich. Wir haben alles monatelang probiert, immer das gleiche Ergebnis. Inzwischen habe ich fast das Gefühl, dass er sich da richtig reinsteigert...

    - Wir üben. Momentan häufig nur mit Sichtzeichen (mehr zu meiner Kontrolle, weniger zu seiner), aber je weniger ICH rede, desto mehr spricht der Hund. Rabaukes generelles und altbekanntes Problem ist seine Unruhe und mangelnde Konzentrationsfähigkeit. Sämtliche Versuche, ihn herunterzufahren sind gescheitert, inklusive der Anwendung von TT. (Trotzdem Danke an Fluffy für den Buchtipp!) Rabauke kommentiert einfach ALLES, jedes Kommando. Und inzwischen nicht mehr nur leise...

    - Er soll "Bleib" machen. Man, war ich stolz auf diesen Hund, dass der so früh so gut "bleiben" konnte. Kann er auch immer noch - da rührt sich nichts...außer eben der Stimme! Fing, wie die anderen Sachen, harmlos mit ein paar Maunzern an ("Habt ihr mich eigentlich hier vergessen, oder was?"), und steigert sich mittlerweile in die Lautstärke einer Elefantenherde. Ich sage nur "Wooouuuuhuuuuuu...".
    Unser Vorsatz, ihn erst aus dem "Bleib" zu entlassen, wenn er still ist, wird zur Nervenprobe, denn Rabauke ist echt hartnäckig.


    So, ich denke, Ihr seid im Bilde.

    Ich sehe den Wald vor lauter Bäumen nicht mehr - was machen wir falsch? Was haben wir da herangezogen???

    Und vorallem: Wie können wir es ändern???

    Nicht, dass hier der falsche Eindruck entsteht: Rabauke ist -bis auf die und ein paar andere beschriebene Situationen - wirklich ein ruhiger und umgänglicher Hund, aber WENN er "das Maul aufmacht", dann kann man sich im selben Zimmer nicht mehr unterhalten und tut gut daran, die Aspirinpackung suchen zu gehen...

    Der Versuch, ihm das Kommando "Ruhe" beizubringen, ist übrigens gnadenlos versackt. Vermutlich haben wir es total falsch aufgebaut, ich weiß es nicht. Jedenfalls kann er heute, mit 1,5 Jahren wirklich vieles, aber DAS will nicht in sein Hirn.

    Ich hoffe, Ihr könnt mir helfen.

    Liebe Grüße
    von Sub, die bald taub ist.

  • Naja, er lässt es raus, es tut ihm gut und so verstärkt sich das.
    Und indirekt habt ihr das ja auch "unterstützt" und "gelobt", wie gesagt indirekt. Er wurde fürs brav liegenbleiben gelobt/belohnt, hats aber ganz anders rausgelassen.
    Nach dem Motto: wenn ich mich eben nicht regen darf, red ich halt und lass es anders raus :p

    Wie habt ihr denn das Ruhe-Signal beigebracht.
    Und wie handhabt ihr das wenn rabauke so rumlabert und sein Stimmchen ertönen lässt?
    Z.B. Morgends beim "Kitzeln" oder wenn er "warten muss".

    Wir haben auch einen seeehr gesprächigen, wer wohl, na klar Crazy Clou (Ihr müsst langsam denken der sei der reinste Albtraum, ist aber ganz und gar nicht so er vereint nur ein paar 2Eigenschaften" in sich :p - Im Ernst der ist nen toller *gg*).
    Jedenfalls spricht er auch, man braucht ihn nur anwuffen, klar reagiert er. Wenn wir zum Gassi durch den Hausflur gehen springt und bellt er auch rum. wenn jemand kommt, wenn er aufgeregt ist etc.pp.

    Ich würde sagen sie tun ihre Aufregung Kund und vorallem lassen sie etwas "raus". Vorfreude, angeregt und angespanntheit, erregungszustände, Vorfreude, Unsicherheit, Angst etc.pp. lösen ja alle gleichermaßen Stress aus. Ob positiven oder negativen...
    Vielleicht hat er einfach "nur" gelernt das es ihm gut tut und eben gut ist (indirekt belohnt und gelobt) wenn er es so rauslässt.

    Ihr könnt soweit es geht eben Ignore-Button drücken, z.B. wenn er morgends Wufft, brummt, quäckt oder so. Hört ihr auf zu kitzeln und zu streicheln. ist er ruhig, fang ihr damit wieder an.

    Ihr könnt im weiteren eben ein Ruhesignal einführen. Wie habt ihr eure denn damals aufgebaut?

    Nina

  • Ich stimme Nina zu und würde deshalb auch grundsätzlich versuchen den Stresspegel besonders in den Situationen zu senken.

    Ein paar Ideen zu deinen Beispielen:

    Zitat

    Unser Kuschelritual


    Sobald er zu laut wird, das Kuscheln unterbrechen und erst weiter machen, wenn er sich beruhigt hat.

    Zitat

    Das Hinausgehen:


    Das Sitzenbleiben nicht mehr einfordern, sondern ihn tatsächlich zunächst ein wenig wandern lassen. Das Hinausgehen dabei so planen, dass es flott, aber natürlich nicht hetzig von statten geht.

    Zitat

    Der Hund hat Langeweile


    In aller Ruhe hingehen, ihm den Gegenstand wegnehmen und ansonsten den Hund ignorieren. Ist der Gegenstand nicht zu entfernen, alternativ in aller Ruhe den Hund vom Gegenstand entfernen.

    Zitat

    Der Hund freut sich


    Schwierig. Zerrt er? Dann würde ich versuchen den Stress durch ein Zerrspiel abzubauen. Klappt bei Sascha wunderbar, wenn er sehr überdreht, dann rast er los und holt sein Zerrseil. 2 Minuten gezerrt und der Stress ist raus.

    Zitat

    Wir üben.


    Wie gesagt, ich denke, es ist einfach nur eine Methode den Stress abzubauen. In der Situation, also wenn er schon bellt und jault noch zu üben, erzeugt nur noch mehr Stress. Hier lieber klar die Übung abbrechen und die Ansprüche herunterfahren.
    Er ist eben auch erst 1,5 Jahre alt.

    Zitat

    Er soll "Bleib" machen.


    Wie schon gesagt, ist die Situation erstmal eskaliert, dann ist sie nicht mehr zu retten. Überprüf deine Ansprüche und arbeite so, dass er gar nicht erst anfängt zu bellen/jaulen. Dann langsam die Ansprüche wieder steigern, dabei aber auf jedwedes Stressanzeichen achten. Da er nun einmal diese Möglichkeit zum Stressabbau gefunden hat wird er sie natürlich auch gerne und schnell einsetzen.

  • Hallo Ihr Lieben,

    vielen Dank für Eure weisen Ratschläge.

    Ich werde versuchen, sie zu beherzigen.

    Bisher wäre mir noch gar nicht in den Sinn gekommen, dass er z.B. beim Kuscheln unter Streß steht? :???:

    Heute morgen war er viel zu müde, um mit ihm zu üben, ich musste ihn regelrecht aus dem Körbchen schmeißen... (Ja, auch das gibts bei Rabauke.)
    Aber ab morgen werde ich fleißig üben, ich hoffe, das bringt was.

    Zerren spielt er auch gern, allerdings fährt er dabei ziemlich schnell hoch, so dass wir das kaum noch mit ihm machen. Gibts noch eine andere Alternative? Schließlich soll sich der Streß ja entladen und nicht aufbauen?

    Bei dem "Bleib" handelt es sich meist um Situationen, wenn er bei Herrchen im Büro ist und jemand kommt. Da müssen wir uns nochmal was Neues einfallen lassen, schließlich können wir das Riesenviech ja schlecht auf die Kunden loslassen...
    Ich war bisher der Meinung, das wäre reine Frustration und dass er mit dem Höllenlärm darauf aufmerksam macht, wie wenig ihm das passt, auf seiner Decke bleiben zu müssen?
    Komischerweise hat das bis vor ein paar Wochen noch super funktioniert, da hat er zwar gelegentlich ein bißchen rumgequakt, wenn er fand, dass es jetzt zu lange dauern würde, aber war noch weit entfernt von diesem Aufstand.

    Das müssen wir wohl wieder mit "Strohmännern" üben, schließlich können wir ja nicht mitten in einer echten Besprechung den Hund dressieren...
    Haaach, nää. Das hat mir noch gefehlt.
    Was macht man nicht alles...
    (Ich hatte ja heimlich darauf gehofft, dass jemand den ultimativen Trick 17 preisgibt)


    Und zur Aufregung beim Üben... ach ja... :gott:
    Ein altes Problem.
    Es ist ziemlich schwierig, ihm neue Sachen oder veränderte Abläufe beizubringen, da er schnell die Geduld verliert und wenn er nicht sofort checkt, was ich von ihm möchte, er überdreht und alles mögliche anbietet (von den Sachen, die ihm Spaß machen, also Rolle, dreh Dich, High Five etc.). Daher dachte ich schon, wir hätten vielleicht ein Kommunikationsproblem und habe versucht, verstärkt mit Körpersprache zu arbeiten. Genützt hats leider auch nichts...
    Ich glaube auch nicht, dass wir ihn nun sooo sehr überfordern.
    Unsere Übungseinheiten sind MAXIMAL 10 Minuten lang, vorher wird schön gespielt oder gesucht... hm.

    Sollte ich das wirklich noch mehr herunterschrauben?


    Vielen Dank nochmal und liebe Grüße,
    Sub.

  • Jap, Stress vermeiden wo es geht bzw. eben gaaanz ruhige Bedingungen schaffen. Selbst ganz ruhig sein und am besten ein Konzept im Kopf haben wie man etwas üben möchte.
    Ist er z.B. mega unruhig weil Spielzeug oder leckerlis dabei sind und er UUUNBingt richtig liegen will um die Belohnung zu bekommen? Würde ich die belohnung wegpacken um den Stress runter zu schrauben ;)

    Zum Stress beim Knuddeln, es gibt ja nicht nur negativen Stress, sondern auch Positiven :)
    Er hat ja eine Erwartungshaltung und freeeut sich drüber, alle wacht, er wird gekrabbelt und gekitzelt und ist "gut drauf". Euphorie könnte man als Positiven Stress, der schon wieder leicht ins negative Schwank z.B. bezeichnen. :)

    Nina

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