Tooootal verzweifelt! Probleme beim Alleinbleiben

  • Hallo Ihr Lieben.
    Ich bin total verzweifelt. Mir ist so nach heulen zu mute...

    Achtung, es wird lang, aber danke an jeden, der soweit liest....

    Ich versuche vorne anzufangen....

    Mein Großer ist jetzt 2 1/2 Jahre alt. Ich fing mit 3 - 4 Monaten an, das Alleinesein zu üben. hat alles ganz gut geklappt, bis wir dann als er am Zahnen war einen kleinen Rückfall erlitten, wo er die Tapete abgezogen hatte. Da half aber Tabasco, wieder zurück gehen, und ihm nur ein Zimmer zur Verfügung stellen... Er blieb nie gerne alleine, aber es war immer soweit ok, bis einmal bei einem Sturm draußen im Garten ein Stück Wellblech mit großem Getöse weggeflogen war. Das konnten wir nachher zumindest so rekonstruieren... Ich mußte also wieder fast von vorne anfangen und er hatte lange Zeit schon ziemlichen Streß, wenn er alleine zu Hause war. Er hat zwar nie wieder was kaputt gemacht, aber ich habe das immer daran gemerkt, daß er schon wenn er merkte, daß ich mich bereit zum Gehen machte, nix mehr fessen wollte, er ist dann auf einen bestimmten Platz und war dort nicht mehr wegzubewegen. Mit der Zeit wurde das dann aber immer besser. Ich akzeptierte einfach seinen Liege-Platz und als dann mein Kleiner einzog war auch soweit alles gut. Ich muß dazu sagen, daß er immer mit auf die Arbeit durfte, aber zwei Hunde auf Arbeit geht halt schlecht, und da mußte am Anfang immer der Kleine mit. Aber ich habe schon Monate (!) vorher angefangen, ihn sehr regelmäßig während meiner Arbeitszeit alleine zu lassen. Ich arbeite nur halbtags, ist also kein Problem.
    Zu meiner Wohnsituation: ich wohne im Haus meiner Eltern in einer eigenen Wohnung. meine Eltern oben, ich im EG. Meine Wohnungstür ist direkt hinter der Eingangstür, d.h. jeder der das Haus betritt oder verläßt muß an meiner Wohnungstür vorbei. Wenn mein Großer alleine zu Hause war, ging oft (nicht immer, damit er das auch kennt) meine Mutter zwischendrin mit ihm spazieren.
    Es war bis vor ca. 2 Wochen richtig gut mit dem Alleine-Bleiben. Ich hatte mir ne Box angeschafft, wegen dem Kleinen, und die machte ich dem Großen immer auf, damit er eine kuschelige Ecke hatte, die er sofort und gerne nutzte. Wenn er sah, daß ich mich bereit zum Gehen machte, ging er in seine Box und blieb dort. Meine Mutter berichtet mir das Gleiche, wenn sie ihn nach dem Spaziergang zurück brachte... Die Box blieb aber offen, damit er frei wählen konnte. Er hatte nie die ganze Wohnung, nur die Küche, wo die box steht, und den Flur, welcher zur Wohnungstür führt.
    Seit ca. 2 Wochen hat er wieder vermehrt tierischen Streß, ja sogar regelrechte Panikattacken, wenn ich mich zum Gehen bereit mache. Er rennt dann weinend umher, will partout nicht mehr in die Box, weil er dann meint alleine gelassen zu werden (zu anderen Tageszeiten geht er immer noch gerne rein). Heute hat er regelrecht geschrieen, als ich mich zum Gehen wandte. Ein bild des Jammers. Selbst mit dem besten Leckerli ist er nicht mehr in die Box zu bewegen, wenn es Zeit zum Gehen ist. Da sich das ja schon seit ca. 2 Wochen zuspitzt, hatte ich ihn sogar diese Woche doch jeden Tag auf Arbeit dabei, d.h. er war schon Tage nicht mehr alleine und trotzdem wird es schlimmer, wenn er nur meint, alleine bleiben zu müssen...

    heute morgen sprach ich mit meiner Mutter darüber, weil ich nicht mehr weiter wußte.
    Da kam ich dann auch des Pudels Kern, wo die Kacke herkommt.

    Vor zwei Wochen hatte mein Bruder Urlaub. Mein Bruder ist unter der Woche auf der Arbeit in ner anderen Stadt und kommt nur alle paar Wochen an den Wochenenden nach Hause und wohnt dann oben bei meinen Eltern. An den Wochenenden bin ich immer zu Hause, Bluey nie alleine. Mein Bruder ist ein super lauter Mensch. Wenn er sich oben in der Wohnung bewegt, klirren bei mir unten die Gläser, wenn er telefoniert oder mit meinen Eltern redet, verstehe ich unten jedes Wort. Er schlägt Türen, muß zum Paketboten an meiner Wohnungstür vorbei, tritt regelrecht meine Tür ein, wenn er was von mir will.... Also regelrecht Geräuschterror, dabei meint er es nicht böse...
    Jetzt ist Bluey ja seit dem Sturm in der Wohnung eh etwas geräuschempfindlich, kommt dann auch zu mir, wenn er im Garten mal was hört. Außerhalb der Wohnung ist er die Ruhe in Person, da erschüttert ihn nix... Jedenfalls war mein Bruder eine Woche zu Hause und seitdem ist mein ärmster Hund total verstört.. Ich nehme mal an, es ist irgendwas geräuschmäßig passiert, was ihn zutiefst verstört und verschreckt hat....

    Was soll ich jetzt nur tun??? Kriege ich das je wieder hin? Kommt das immer wieder, wenn was ähnliches passiert????

    Wenn Ihr den Armen nur sehen könntet. Obwohl ich ihn ja jetzt schon gar nicht mehr alleine lasse, aber wenn er nur schon meint, ich würde ohne ihn gehen, fällt er total in Panik... Er schreit und rennt und quiekt, die Augen kommen raus, der Schwanz ist eingeklemmt, die Ohren angelegt...

    so kenne ich ihn gar nicht...

    Was sagt denn Ihr dazu? hat jemand schon was ähnliches erlebt??? Erfahrungen...

    Danke fürs bis Hierher lesen...

  • Hallo,

    ich denke das du mittlerweile auch sehr angespannt bist (verständlich), wenn du ihn alleine läßt, das überträgt sich natürlich auch auf ihn. Klappt es besser, wenn du ihm die ganze Wohnung zur Verfügung stellst? Meiner darf sich in der ganzen Wohnung aufhalten, außer Bad und WC. Am Anfang habe ich auch versucht, die Wohnung abzugrenzen, aber das hat er gar nicht gemocht. Dazu scheint er mir noch ein extremes Sensibelchen zu sein?
    Ich würde jetzt in ganz kleinen Schritten nochmal anfangen mit dem alleine bleiben, vielleicht kann deine Mutter in der Zeit auf ihn aufpassen. Du siehst ja dann, wie schnell seine Fortschritte sind. Und sag niemals nie ;) Hol tief luft, mach dir nicht soviel Gedanken darüber und trainiere ganz locker mit ihm.
    Ansich denke ich schon, dass er wieder alleine bleiben kann, sollte er auch können, man weiß ja nie was passiert.

    Du meintest, dass er nie gerne alleine blieb, wie hat sich denn das bemerkbar gemacht.

  • Wirklich angespannt war ich eigentlich nicht, weil er ja bisher nicht die riesigen Probleme gemacht hat. Der Sache von den letzten beiden Wochen hatte ich erst auch nicht so die Bedeutung zugemessen, weil ich ja nicht wußte, daß was war. Schließe das jetzt nur so darauf zurück. Ganze Wohnung klappt nicht besser, eher im Gegenteil... Er bewegt sich ja eh nicht, wenn ich weg bin. Extremes Sensibelchen? So würde ich ihn im Großen und Ganzen nicht bezeichnen... Nur eben was zu Hause und besondere Geräusche von draußen angeht... Habe deshalb auch meist die Fenster geschlossen, weil er mir dann immer mit leidendem Gesichtsausdruck auf den Füßen sitzt... Hatte schon Training mit der Geräusche-CD, das interessiert ihn nicht... da bleibt er total coo. Auch draußen ist er total cool. Wie gesagt, verbinde das mit dem Sturm.

    Daß er nie gerne alleine blieb?? nun, er guckte tief traurig, aber ich denke, das tun die meisten Hunde... Er hat keine Leckerlis mehr genommen...

    Danke für jede Idee und Hoffnungsschimmer....

  • Huhu,

    kennst Du das Heftlein "Waldi allein zuhaus" von Patricia McConnell - das ist unbedingt empfehlenswert.


    Die Geräusch-CD kannst Du verwenden: als konditioniertes Entspannungssignal.
    Du spielst sie ab, wenn der Hund entspannt ist. Zunächst ganz leise. Wie bei der Verknüpfung von einem Wort als Entspannungssignal lernt der Hund mit der Zeit, dass das "Hintergrundgeräusch" immer da ist, wenn er entspannt ist.
    Wenn er das verknüpft hast, verwendest Du das Entspannungsgeräusch für "Waldi allein zuhaus"-Übungen. WIchtig dabei: in Übungssituationen, in denen der Hund lernen soll, dass Du binnen Sekunden (dann M inuten, Du kennst das Spiel) zurück kommst, ist das Entspannungsgeräusch da.

    Wenn Du NICHT trainieren kannst (Du mußt zur Arbeit) ist das Enspannungsgeräusch NICHT da - so lange nicht, bis Du mit dem Training so weit fortgeschritten bist, dass die "Alleine"-Zeit annäherend so lang wie Deine Arbeitszeit ist. DANN erst setzt Du das "Entspannungssignal" in die "Real-Existierende-Allein-Zeit" ein.

    Vom Abkoppeln der "Ich geh jetzt weg"-Signale vom tatsächlichen Weggehen (Schuhe anziehen, hinsetzen zum Lesen / Mantel anziehen, an den Tisch setzen zum Essen / mit dem SChlüssel klimpern, unter die Dusche gehen) brauche ich Dir ja wohl nicht zu erklären. DAS hast Du bestimmt schon alles gemacht.
    Mach es nochmal - mit dem Hintergrundgeräusch der Entspannungs-CD.

    Weitere Sachen, die helfen können:
    DAP
    T-Shirt
    Körperbandage
    Notfalltropfen
    TTouch (die besonders in den Entspannungsübungen zur Konditionerung des Entspannungssignals, ups, Geräuschs)

    Das Verwenden von diesen Geräusch-CDs als Entspannungssignalen habe ich übrigens hier (http://www.cumcane.de) "gestohlen"... :roll:

  • Huhu,

    leider kenn ich das Büchlein nicht, was Martina Dir empfohlen hat. Nur das andere von Patricia McConnell - Das andere Ende der Leine. Und das ist einfach nur super!

    Was mir noch eingefallen ist: ich würde mal den Bruder mit ins Training einbeziehen - sprich, ihn mal in Deine Wohnung einladen und ordentlich mit Superleckerlis ausstatten. So lernt Dein Hund das auch laute Menschen nett sein können :^^: - naja, jedenfalls nicht automatisch gefährlich sind. Außerdem erkennt er ihn dann zukünftig schon an Stimme und Geruch und verknüpft dies mit positiven Erinnerungen.

    lg
    susa

  • Ich danke Euch ganz ganz herzlich für Eure Tips. Ich kenne alle Bücher, auch die neue Erziehungskiste habe ich schon durchgewälzt, weil ich macConnell - Fan bin...
    Meinen Bruder einbinden wird nicht klappen, weil er ja so selten zu Hause ist. Außerdem kennt Bluey ihn ja und freut sich sehr mit ihm. Es geht also nicht um die Person, sondern um Geräusche, die er nicht zuordnen kann, weil er die Ursache nicht sieht, oder eben aus der Ruhe erschrickt...
    Als Entspannungssignal hatten wir immer Radio anmachen, weil ich das sonst in Ruhephasen anhatte... Klappt aber jetzt auch nicht mehr. Das hat er wohl auch falsch verknüpft... Klar, ich kann ein neues Signal einführen... Werde ich dann auch mal tun... Gute Idee, Danke...

    Es war ja alles wirklich richtig gut... Ich meine, ich weiß schon, daß ich noch mal von vorne anfangen muß und so, obwohl das gerade zur Zeit fast unmöglich ist, aber da ich ihn ja mitnehmen kann, eilt es ja nicht...

    Ich habe halt nur so Angst, daß in Zukunft schon viel weniger als Ursache für einen erneuten Rückfall ausreicht... Weil halt dieser Sturm damals auch in der Pubertät war, wo er eh besonders sensibel war...Und wenn ich mir dann vorstelle, wie es ihm geht, wenn er da alleine zu Hause so ne Attacke kriegt....Furchtbar... Ich denke schon, daß er da ein Trauma von hat...
    DAP, Bachblüten, TTouch usw. setze ich zur Zeit eh ein, weil wir noch ein anderes Problem haben, an dem wir arbeiten... Auch Relaxan bekommt er und ne extra Kohlenhydratmahlzeit...

    Aber wie gesagt, zur Zeit ist es kein normaler Streß, es sind regelrechte Panikattacken...

    Ich werde versuchen meinen Tagesablauf so zu ändern, daß ich diese Angstauslöser so nicht mehr habe und eben daß er nicht mehr alleine bleibt... Dann anfangen, die Angstauslöser positiv zu besetzen...

    Wie gesagt: Hat jemand Erfahrungen, wie es ist, wenn dann wieder was passiert??? Also, ob es wieder richtig gut wird, wenn der Hund schon mal so stark traumatisiert war???

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