in die Hände beißen, anspringen usw.

  • Hallo!!! Wir gehören auch dazu. Basko ist knapp 7 Monate alt und hat die Beißhemmung nicht im Griff.
    Was wir alles versucht haben geht auf keine Kuhhaut. Will ich auch gar nicht aufzählen.
    Was aber inzwischen gut klappt, er nimmt sich ein Spielzeug oder wir geben ihm eins wenn es an der Tür klingelt oder wir Kinderspielbesuch kriegen. Dann ist er zwar auch total überdreht, kann aber mit dem Ding im Maul nicht beißen und begnügt sich damit um die Kids oder Erwachsenen rumzuschlawenzeln. Versucht er zu springen kommt sofort ein kräftiges " runter ".
    Leider klappt das nur bei uns. Fahren wir mit ihm irgendwo zu Besuch nimmt er kein Spielzeug. Den Leuten raten wir dann ihn absolut zu ignorieren.
    Aber aufgeben wird er es wohl nie ganz, auch wenn es schon besser geworden ist.
    Liebe Grüße Marion :/

  • Hallo Marion,

    ist er, wenn Ihr irgendwo zu Besuch seid, "freilaufend"? Ich rate dann gerne mal zur Hausleine und leckerem Kong oder Knochen.
    Hausleine bewirkt, dass er den Leuten nicht zwischen die Füße laufen kann, Kauen entspannt (deshalb klappt das mit Eurem Spielzeug gut!) - vielleicht ist ihm "auf Besuch" das Spielzeug nicht "lecker" genug...


    Was bei meiner Welpette noch ganz toll wirkt (sie zahnt gerade...) sind sanfteste TTouchs rund ums Maul - später dann direkt auf dem Zahnfleisch. Aus dem "Ich hack Dir Löcher überallrein" (mit Zwölf Wochen keinerlei Beißhemmung :/ ) ist in der Zwischenzeit (22 Wochen) ein "Ich benutz Dich als Schnuller" geworden. Der TTouch soll bewirken, dass der Hund sich bewußter wird, was er da mit seinem Kauwerkzeug anstellt - es schein zu funktionieren... =)

  • Hi Martina, nein er läuft nicht frei. So gut hört er noch nicht. Jedenfalls nicht in so einer Situation. Allein schon. Und selbst den Kong oder gefüllte Kauknochen die er total liebt lässt er sofort fallen wenn er jemanden woanders begrüßen will.
    Unsere Hundetrainerin sagte allerdings mal, es gibt wohl tatsächlich Rassen die zur Begrüßung über den Unterarm fassen, aber nicht zu beißen. Hat Baskos Vater auch gemacht. Aber es tat eben nicht weh, er hat einem nur Guten Tag damit gesagt.
    Also hoffen wir, das Basko irgendwann auch ein wenig sanfter wird. Obwohl ich diese Eigenart trotzdem blöd finde.
    Schönen Gruß Marion

  • Sie ist ein bißchen unhöflich, jedenfalls für Menschen. :p

    Meine Gastwelpette (22 Wochen) ist ein begeisterter Anspringer/in Angesprungenen reinbeißer. Allerdings ist sie auch Lernsüchtig.

    Was sich richtig gerne macht ist "Sitzen", weil ich das belohne wir blöde! Ob ich nun sitz gesagt habe, oder sie sich von alleine gesetzt hat - Das Signal "Smilla sitzt", löst bei mir das Verhalten "Shoppy gibt Smilla Essen" aus.
    Das beiwrkt, dass jetzt auch Angesprungene "sitzen" sagen können und sich das Fröilein prompt setzt! Supi --> Leckerchen!
    Es ist das Perfekte Alternativ-Verhalten zu Anspringen und Anbeißen. Und außerdem bewirkt es ein "oh, die gehorcht aber schon gut" vom "Fast beinahe angesprungenen"!
    Das Problem ist of, dass sich die "angesprungenen" leich nach vorne beugen, oder gar anfangen irgendwas mit den Armen zu machen. Armebzw. Hände scheinen Hunde aber als menschliche Varianten zum hundlichen Maul zu betrachten - und Hunde spielen nun mal mit dem Maul.
    Beides zusammen (nach Vorne beugen, bewegliche "Mäuler" ist ganz offenbar für Hunde oftmals eine "Spielverbeugung". Und dann schimpfen wir sie dafür aus, dass sie entsprechend nett darauf mit zurückspielen reagieren.

    Trainiert ein Alternativverhalten unter langsam steigenden Ablenkungen. Versucht die Besuchten zu instruhieren, gerade stehen zu bleiben, die Arme am Körper zu lassen und hochnäsig wegzuschauen und (wichtig) erhöt die Wertigkeit der Belohnung entsprechend der Stärke der Ablenkung!

  • Im Prinzip sehe ich das alles so wie du. Und deine Erklährung mit dem nach vorn beugen und so ist absolut richtig.
    Aber ich stehe in einer Zwickmühle: Immer soll ich allen anderen sagen wie sie sich zu verhalten haben dem Hund gegenüber. Aber der Hund muss doch auch lernen was er darf und was nicht.
    In unserem Freundeskreis sind Männer die gern mal den starken Mann raushängen lassen und Basko überschwenglich begrüßen. Nach dem Motto: Ach lass ihn doch, das pack ich schon.
    Sage ich denen in einer ruhigen Minute das dürft ihr nicht und versuche zu erklären, dann ernte ich nur Kopfschütteln.
    Ein Bekannter mit 3 großen Hundis sieht das auch so. Schließlich würden seine das ja auch nicht machen.
    Bei Außenstehenden hab ich kein Problem die Meinung zu sagen, aber ich will nicht das Freunde weg bleiben.
    Also stehe ich wieder am Anfang. Aber wir versuchen es weiter.
    Liebe Grüße Marion

  • :-)
    Anspringen - da verzweifeln meine Zweibeiner auch mit bei mir!

    Ist aber auch zu lustig:

    Ankommen: Frauchen und die beiden kleinen Zweibeiner. Die versuchen sich schon gegenseitig wegzudrängeln - wer ist der erste bei mir? Und dann kommt sofort (egal, wer von beiden erster ist): "Mein liebster Pandabär - ich hab dich heute so vermisst!", dabei werden die Ärmchen hoch gerissen. Die großen Zweibeiner meckern, erst mit mir, dann mit den Kleinen: RunterPanda!, IhrsolltdochdieArmeuntenlassen!
    Und dann kommt Frauchen. Und - wirklich, das ist schwierig, lauter Taschen, Schulranzen, meist noch irgendwas Leckeres - sie kann mich nicht begrüßen, also versuch ich ihr ein Küsschen mitten auf die Schnute zu geben - und manchmal:

    Schaffe ich es!!!!!!! :lachtot:

    (PS: bei Besuch halten die mich doch glatt am Halsband fest und schimpfen, denn Futter interessiert mich nicht, wenn jemand kommt, der gut schnüffelt! :irre: )

  • Zitat


    Im Prinzip sehe ich das alles so wie du. Und deine Erklährung mit dem nach vorn beugen und so ist absolut richtig.
    Aber ich stehe in einer Zwickmühle: Immer soll ich allen anderen sagen wie sie sich zu verhalten haben dem Hund gegenüber. Aber der Hund muss doch auch lernen was er darf und was nicht.

    Wenn genügend Leute sich darauf einlassen, wird sie es irgendwann automatisch tun - man nennt es "antizipieren". Frei nach dem Motto: "Oh, da kommen Leute. Leute muß ich begrüßen. Und immer wenn ich das machen will, sagen die 'sitz'. Dann setz ich mic h und dann gibts Belohnung. Na, dann setz ich mich doch gleich! Gibts das Leckerchen schneller!"
    Such Dir ein paar Freunde, mit denen Du das gezielt üben kannst. Diese sollten dafür aber wirklich Deinen Anweisungen folgen.
    Alternativ kannst Du es an der Leine üben. (Schön geht das z.B. an Bushaltestellen, weil da Leute warten, aber nicht unbedingt von Hunden angsprungen werden wollen...) Du gehst auf die Leute zu und bevor ihr die "Anspring-Nähe" erreicht, sagst Du "Sitz". Lob Leckerchen, wenns klappt.


    Zitat


    In unserem Freundeskreis sind Männer die gern mal den starken Mann raushängen lassen und Basko überschwenglich begrüßen. Nach dem Motto: Ach lass ihn doch, das pack ich schon.

    Für dafür ein Signal ein. Wenn Du einen der starken Herren sichtest, rufst Du, "hau ihn um", "Hau den Lukas", oder "Touch down!" oder so was albernes und dann lobst Du ein ordentliches Anspringen. Ideal ist das nicht, aber immerhin besser als gar nichts. In dem Fall trainierst Du eine Unterscheidung: bei "Hau den Lukas" "verlangst" Du ordentliches Anspringen. Sagst Du das Signal NICHT, möchtest Du eine gesittet "Sitz-Begrüßung". Wichtig ist in dem Fall, dass Du auch tatsächlich immer das "Hau den Lukas!"-Signal sagst, wenn Du ein anspringen nicht verhindern kannst.

    Zitat


    Sage ich denen in einer ruhigen Minute das dürft ihr nicht und versuche zu erklären, dann ernte ich nur Kopfschütteln.
    Ein Bekannter mit 3 großen Hundis sieht das auch so. Schließlich würden seine das ja auch nicht machen.

    Was nicht machen? Anspringen? Ja jetzt vielleicht nicht mehr! Und wie haben die das gelernt?


    [/quote]
    Bei Außenstehenden hab ich kein Problem die Meinung zu sagen, aber ich will nicht das Freunde weg bleiben.
    Also stehe ich wieder am Anfang. Aber wir versuchen es weiter.
    Liebe Grüße Marion[/quote]

    Ich habe gerade, glaube ich ein Verständnisproblem. Beleiben die Freunde weg, weil Dein Hund sie anspringt, oder weil Du ihnen sagst, dass Du nicht möchtest, dass sie das Anspringen belohnen?


    Im Fall eins hilft: Üben, üben, üben (vielleicht findest Du auf Spatziergängen aufgeschlossene Leute, Dir Dir eine Minute ihrer Zeit schenken ("Entschuldigen Sie, dürfte ich Sie um einen Gefallen bitten? Ich möchte meinem Hund beibringen zur Begrüßung zu sitzn statt anzuspringen, würden Sie mir dabei ungefähr für eine Minute helfen??!"). Wenn sie zustimmen, kannst Du sie bitten, einfach ruhig stehen zu bleiben. Du gehest dann auf sie zu, läßt den Hund sitzen. Lob, Leckerchen wenns klappt. Dann gehst Du wieder einige Schritte weg, und wiederholst den ganzen Ablauf. Das ganze machst Du noch 3-4 Mal.

    Wenn Du diesen Ablauf auf jedem Spaziergang 2-3 Mal mit verschiedenen Leuten machen kannst, sollte der Hund schnell verallgemeinern, dass er sitzen soll, wenn er eigentlich andere Menschen begrüßen möchte.
    WEnn Du merkst, dass das sehr gut klappt, kannst Du näher an die Trainingshelfer ran gehen.
    Das nächste Level ist, dass die Trainingshelfer dann den Hund ansprechen/streicheln. ACHTUNG: hier brauchst Du unbedingt Helfer die genau Deinen Anweisungen folgen und sehr reaktionsschnell sind, denn wenn der Hund angesprochen wird, wird er vermutlich aufspringen und wieder anspringen wollen. Darauf müssen die Leute dann entsprechend mit Ignorieren/wegdrehen reagieren....

  • Hallo,

    ich halte nichts von Gewalt, sondern versuche mit dem Hund in seiner Sprache zu kommunizieren, hast Du es schon mal mit unterwerfen probiert?

    Du stehst seitlich vom Hund, der Kopf zeigt nach links, dann greifst Du ihm an den rechten Vorderlauf mit der linken Hand und drückst ihn mit der rechten Hand im Genick nach unten auf den Rücken, dann die Hand auf seine Brust drücken, bis er ruhig liegen bleibt (ca. 2 - 3 Sekunden).

    Diese Geste zeigt deinem Hund, dass Du der Chef bist, ohne Gewalt anzuwenden, Du tust ihm damit nicht weh, sondern machst klar, das Du der Ranghöhere bist. Und gerade "Welpen" neigen zu Übertreibungen! Der Hund wird, wenn er gut sozialisiert ist, sofort begreifen, was Du von ihm willst. Strampelt er und versucht freizukommen, weist Du, das er sich einbildet, das er der Chef ist und Du must weiterarbeiten, an deiner Rangposition! Die Beißatacken werden nachlassen, bis sie ganz verschwunden sind.

    Unser Goldie (vielleicht ein blöder Vergleich, aber Goldies können auch beißen), war als Welpe auch so - aber nicht lange, er hat schnell kapiert, wer der Chef ist.

  • Zitat

    Hallo,

    ich halte nichts von Gewalt, sondern versuche mit dem Hund in seiner Sprache zu kommunizieren, hast Du es schon mal mit unterwerfen probiert?

    Du stehst seitlich vom Hund, der Kopf zeigt nach links, dann greifst Du ihm an den rechten Vorderlauf mit der linken Hand und drückst ihn mit der rechten Hand im Genick nach unten auf den Rücken, dann die Hand auf seine Brust drücken, bis er ruhig liegen bleibt (ca. 2 - 3 Sekunden).

    Diese Geste zeigt deinem Hund, dass Du der Chef bist, ohne Gewalt anzuwenden, Du tust ihm damit nicht weh, sondern machst klar, das Du der Ranghöhere bist. Und gerade "Welpen" neigen zu Übertreibungen! Der Hund wird, wenn er gut sozialisiert ist, sofort begreifen, was Du von ihm willst. Strampelt er und versucht freizukommen, weist Du, das er sich einbildet, das er der Chef ist und Du must weiterarbeiten, an deiner Rangposition! Die Beißatacken werden nachlassen, bis sie ganz verschwunden sind.

    Unser Goldie (vielleicht ein blöder Vergleich, aber Goldies können auch beißen), war als Welpe auch so - aber nicht lange, er hat schnell kapiert, wer der Chef ist.

    :kopfwand: Bitte schlag doch mal in irgend einem Lexikon nach, was Unterwerfen bedeutet.
    Und dann denkst Du bitte auch noch über die Bedeutung des Wortes Gewalt nach.
    Wenn DU einen Hund UNTERWIRFST hast Du per Definition Gewalt angewendet.


    Hunde sind keine Wölfe.
    Menschen sind keine Wölfe
    Wölfe "unterwerfen" keine anderen Wölfe.
    Die "Dominanztheorie" die Du offenbar kennst ist erst seid zirka 40 Jahren wiederlegt, die wurde nämlich dummerweise an einem "Rudel" Gehegewölfe "erforscht", die nicht einem natürlich gewachsenen Rudel entsprach, sondern einem willkürlich zusammengesetzten Haufen. Der Rest der sogenannten Theorie beruht auf Übertragung von dem Hyrachie-Konstrukt von HÜHNERN. Die sind ja bekanntlich mit Hunden sehr eng verwandt! Brüder, könnte man sagen.

    Ich empfehle folgende Lektüre:
    Barry Eaton "Dominanz - Tatsache oder fixe Idee"
    James O'Heare "Die Dominanztheorie bei Hunden"
    Anders Hallgren " Das Alpha-Syndrom"

    Und ein paar ganz hervoragende Bücher zum Thema hundliche Kommunikation:
    Desmond Morris "Dogwatching"
    Alderton "Sprich mit Deinem Hund"
    Brenda Aloff "Canine body language - a photographic guide"
    Stanley Coren "How to speak dog" (gibts auch auf Deutsch)
    Anders Hallgren "Lehrbuch der Hundesprache"
    Turid Rugaas "Calming Signals"
    um nur einige zu nennen...

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