Bissigkeit nimmt Überhand...

  • Zitat

    Tschuldigung, aber das ist (jugendlich) dumm. Du hast Dich in diesem Fall falsch verhalten und nicht der Hund. Warum strafst Du ihn dafür?

    Ich bin weder jugendlich-schwierig noch dumm. Dem Hund tut es gut, wenn er mal nicht so viel betätschelt wird, ich hab den halben Tag im Krankenhaus verbracht und hab den Hund zu Hause erst einmal nicht beachtet - nicht nur aus Arroganz, sondern auch aus Vorsicht.


    Zitat

    Und dann kommst Du einem ehemaligen Straßenhund, kaum dass er bei Euch eingezogen ist, damit, ihm das Futter abnehmen zu wollen. Das kann einfach - noch - nicht gut gehen!

    Der Hund hat nur wenige Monate seines Lebens auf der Straße verbracht und sehr schnell zu uns Vertrauen gefasst. Das "Gib" hat mit seinem Spielzeug hervorragend funktioniert, den Kauknochen hat er sich zweimal abnehmen lassen bevor er fünf Minuten später beim dritten Mal gebissen hat. Ich denke, beim ersten Hund ist jeder verunsichert, hinzu kommt, dass es so viele verschiedene Meinungen zu jedem noch so kleinen Aspekt der Hundeerziehung gibt, die einen noch mehr verwirren.

    Es ist gut, dass du mich kritisierst, aber versuch bitte, mich dabei nicht zu verunsichern.

  • Ich meinte nicht, dass Du dumm bist, sondern ich empfinde in diesem Fall Dein Verhalten falsch=dumm. Das war nicht böse gemeint, sorry, wenn es so rüber kam!

    Der Hund hat doch keine Ahnung, warum Du ihm nach der Rückkehr aus dem Krankenhaus ignorierst? Das kann er doch gar nicht mehr mit dem Vorfall verknüpfen.

    Ein Spielzeug ist etwas anderes als Futter.

    Das Verhalten des Hundes zeigt, dass der Lernerfolg des Kommandos "gib" und/oder das Vertrauen noch nicht genügend gefestigt ist. Sonst hätte er nicht gebissen.

    Du schreibst, dass Du ihn nach dem Krankenhaus aus Vorsicht ignoriert hast. Und siehst Du, das wird künftig ein ganz neues Problem sein. Deine Vorsicht, Deine Angst, dass so etwas wieder passieren könnte. Mir zumindest ging es nach dem Biss meines Terriermixes (Fingerkuppe halb ab) viele Monate so. Es hat ziemlich lange gedauert, bis wir gegenseitig wieder Vertrauen aufbauen konnten. Und das meinte ich: Lieber etwas langsamer und nichts überstürzen, als durch zu viel Enthusiasmus solch einen Vorfall provozieren, der Euch mehr oder weniger schlimm zurückwirft.

    Viel Erfolg.

    Doris

  • Zitat

    Zunächst hat er kurz die Zähne gezeigt

    Aber das war doch ein eindeutiges Warnzeichen vom Hund, das Du nicht beachtet hast.

    Ihm wurde es schlichtweg zuviel sich gleich 3 x in relativ kurzen Zeitabständen seinen Knochen abnehmen zu lassen. Er ist noch nicht soweit.

    Wie soll er denn seine Decke mit etwas Positivem verbinden - er soll ja bei Besuch dorthin, wenn ich mich recht erinnere - wenn er nicht mal dort Ruhe hat seinen Knochen zu fressen sondern damit rechnen muß das Du ihm den Knochen wieder abnimmst?

    Auf seiner Decke darf er seinen Knochen behalten, meiner Meinung nach. Üb das hergeben doch wenn er woanders damit liegt und vielleicht nur 1 x am Tag. Freu Dich das er draußen seinen Ball so toll hergibt.

    Wenn er erstmal länger bei Euch ist und vertrauen hat und vor allem mehr Zeit für alles dann kannst Du ihm mit Sicherheit auch den Knochen abnehmen egal wo und wenn's unbedingt auf seiner Decke sein muß.

  • Zitat

    Aber das war doch ein eindeutiges Warnzeichen vom Hund, das Du nicht beachtet hast.

    Ich habe das auch als Warnzeichen gesehen, wollte weggucken und langsam zurückgehen, aber der Hund hat mir nicht mal eine Sekunde Zeit gelassen und wollt mich wolhl wegbeißen.
    Ich hätte mir vorher Gedanken machen müssen, an welcher Stelle im Rudel sich der Hund sieht oder ob er sich unsicher fühlt und noch gar nicht einordnen kann. Ich erlebe das Verhalten meiner Familie dem Hund gegenüber nicht oft und konnte so gar nicht einordnen, was für starke Auswirkungen das auf sein Verhalten hat.

    Ich gehe jetzt gaaaaanz langsam vor :roll:

    Bei seinem Verhalten ist sicher zunächst Einzeltraining besser, oder?
    Meint ihr, ich sollte jetzt die nächsten Wochen nur an der 2m-Leine mit ihm gehen? Das kommt mir so barbarisch vor, denn das Herumtoben gehört doch zu einem richtigen Hundeleben dazu, oder?
    Was haltet ihr davon, ihn trotzdem für fünf Minuten auf der Wiese an die 15m-Schleppleine zu nehmen, um ihm ein wenig Spaß mit dem Ball zu gönnen?

    Vielleicht habt ihr dazu noch einen lieben Rat.

  • "Gib" üben, Schleppleinentraining, 15 m oder 5 m Leine.

    All das ist vollkommen unwichtig, wenn Ihr Euch nicht alle klar seid, wie die Erziehung des Hundes ablaufen soll und Euch daran auch permanent (!) haltet.

    Nur, wenn wirklich alle, Eltern und Kinder, an einem Strang ziehen, hat der Hund eine Chance, sich bei Euch in den Familienverbund zu integrieren. Dazu gehört aber permanente Konsequenz.

    Ein Terrier ist schlau, der weiß schnell, wen er "ausnutzen" kann. Das kann extrem gefährlich werden! Das ist kein Spaß. Du hast es ja schon erfahren müssen, wie es ist. Was meinst Du, wie das ist, wenn er Deine 9 Jahre alte richtig Schwester beißt. Da ist - kein Scherz - schnell der Finger ab.

    Wenn Deine Eltern das nicht verstehen, dann wird all Dein Üben mit dem Hund nichts bringen, weil er dann bei nächster Gelegenheit, wo Du nicht dabei bist, wieder seine Zähne zeigen wird.

    Warum willst Du den Hund in der nächsten Zeit nicht an der langen Schleppleine laufen lassen. Wenn er, wovon ich ausgehe, noch nicht frei laufen kann, ist eine Schleppleine hervorragend geeignet, dem Hund den nötigen Auslauf zu verschaffen. Ohne genügend Auslauf wird der Hund nicht ausgeglichen sein und somit gibt es keine gute Basis fürs Lernen.

    Ich verstehe ehrlich gesagt auch nicht, wieso solch ein Hund in Anfängerhände gegeben wird. Das geht nicht gegen Dich, denn Du bemühst Dich ja wirklich sehr. Deswegen wünsche ich mir für den Hund auch, dass Ihr schnell einen fähigen Hundetrainer findet, der den Hund tunlichst vorerst mit Einzeltraining unterstützt und Euch (Deinen Eltern, aber auch Dir) aufzeigt, was Ihr falsch macht. Keine Sorge, es ist noch kein Meister vom Himmel gefallen. Ich habe seit 20 Jahren Hunde, aber es gibt auch heute noch Dinge, die ich bislang falsch machte, weil ich es einfach nicht besser wusste.

    Doris

  • Hai

    also NUR üben beim spazieren gehen ist nicht gut.
    Zwischendurch muss immer eine Spielpause eingebaut werden und rumtoben und mal abspannen.
    Und auch wenn du übst, ist ein kurzes Spiel als Belohnung immer sinnvoll! ;)
    außerdem tut Dir eine Pause auch dann mal gut, Spazieren gehn mit dem Hund soll ja auch Spaß machen :D
    aber wie Doris auch schon schreibt, alle müssen an einem Strang ziehen, sonst hilft Dir bei deinem ursprünglichen Problem das beste Trainig nicht weiter.... :/

    Grüße
    Nadine

  • Zitat


    Meine Mutter hat zwei Bücher über das Hundeverhalten (vor allem Körpersprache) gelesen und ein Buch von Martin Rütter zur Hundeerziehung. Scheint nichts gebracht zu haben.


    Das überrascht mich sehr. Hat sie nur so getan, als wenn sie reinguckt? Gerade über Martin Rütter ist doch ganz lustig geschrieben, so dass man wirklich animiert wird, alles mögliche auszuprobieren, und richtig machen zu wollen.

    Zitat


    Sie hält sich aus der Hundeerziehung ganz raus und tut ganz überrascht, wenn der Hund mal so reagiert, wie er es nicht sollt.


    Ich kenne das. Weiß ganz genau, was du meinst! :fluch:

    Zitat


    Ich bin ja immer dafür, sich zu dem Buch Stichpunkte aufzuschreiben, vor allem bei einer so wichtigen Sache.


    Aufschreiben muss nicht unbedingt sein, nur das ein oder andere Buch sollte immer griffbereit daliegen. Man kann ja immer wieder reinschauen, und bestimmte Seiten merkt man sich auch.

    Zitat


    Ich werde meinen Eltern heute sagen, dass es zwei Möglichkeien gibt:
    - entweder sie verhalten sich dem Hund gegenüber richtig (dazu hab ich mir die Methoden bei beta-dog mal ausgedruckt, sind ja allerlei Punkte)
    - oder der Hund kommt sofort weg, wenn sie dazu nicht bereit sind. Wenn sie es trotzdem versuchen wollen und sich herrausstellt, dass die "Gehirnwäsche" nichts geholfen hat, kommt er in einem Monat weg.


    Finde auch, dass bei den eigenen Eltern nur die radikale Methode hilft. Wenn überhaupt. Denn selbst diese fruchtet nicht immer.

    Toben lassen solltest du ihn auf alle Fälle, damit er bei den Übungen entspannter und konzentrierter ist.

  • Zitat

    Hai
    also NUR üben beim spazieren gehen ist nicht gut.
    Zwischendurch muss immer eine Spielpause eingebaut werden und rumtoben und mal abspannen.

    Ich habe beim Spazierengehen noch keine Grundkommandos geübt, weil er immer sehr hektisch war (überall schnüffeln wollte usw.). "Sitz" beherrscht er perfekt und auch das "voran" klappen draußen an der Schleppleine.
    Uuuuund ich konzentriere mich draußen jetzt vor allem darauf, dass der Hund die Leinenführigkeit lernt und seitlich hinter mir geht. Und wenn er merkt, dass ich ihn führe, interessiert er sich kaum noch für vorbeilaufende Menschen oder Tiere im Gebüsch. Wir haben Tips von beta-dog jetzt einen Tag lang strikt und ohne Ausnahme beachtet, und er schaut uns schon vielmehr an, kontrolliert die Küchentür nicht mehr ganz so oft und muss auf seine Decke, wenn jemand isst - IMMER! :D

    Vielen Dank für die vielen gut gemeinten Tips!

    Und @Baffo: Du hast Recht, ein Straßenhund gehört nicht zu Anfängern. Allerdings war er im Tierheim in der Regel sehr ruhig und unkompliziert. Wir waren von gerade diesem Tierheim auch überzeugt, weil die Betreuer Vor- und Nachbesuche machen und sich wirklich darum kümmern, dass jedes Tier die passende Familie findet. Vielleicht hätten wir den Hund vor der Abgabe mal öfter für einen Tag nach Hause holen sollen, um zu wissen, wie er sich dann verhält.....die Frau, die ihn aus Malta mitgebracht hat, hat uns aber an einem Besuchstag darum gebeten, ihn doch schon mitzunehmen - etwas unvermittelt. Ich denke, wir hätten da noch warten sollen....

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