Bellen in geregelte Bahnen lenken - Abbruchsignal oder Gegenkonditionierung oder ganz was anderes

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  • Hallo zusammen,

    ich hoffe, ich nerve nicht allzu sehr mit meiner Fragerei in der letzten Zeit.:see_no_evil_monkey:

    JaNeinVielleicht hat ja neulich schon die Frage gestellt (bellen in geregelte Bahnen lenken) und ich würde hierzu auch gerne noch was wissen.

    Mein Zwergpudel ist sieben Jahre alt aber erst seit ca. 5 Monaten bei uns. Er bellt halt auch sehr oft. Gerade auch nachts, wenn z.B. unser Sohn mal spät nach Hause kommt oder auch nur wenn er nochmal aus seinem Zimmer runter in die Küche geht oder so. Der Hund schläft bei uns mit im Schlafzimmer. Es ist halt nicht lustig wenn man so aus dem Tiefschlaf geweckt wird und dann schier nicht mehr einschlafen kann. :hear_no_evil_monkey:

    :face_with_monocle:Ich hätte gerne einen Rat wie ich ihm beibringen kann, entweder gar nicht mehr zu bellen in solchen Situationen, auch wenn wer ins Haus kommt, oder wenigstens damit aufzuhören, sobald ich ihm ein entsprechendes Signal gebe. Für mich ist das einfach auch deshalb sehr wichtig weil wir ja Camper sind. Da kann ich es echt nicht brauchen, wenn er ständig irgendwelche Leute oder Hunde anbellt, geschweige denn, wenn nachts mal wer am Wohnmobil vorbei geht. Ich würde das gerne vorweg hier zuhause trainieren.

    Nun hatte ja Märchen schon bei der Frage von JaNeinVielleicht Gegenkonditionierung erwähnt und Abbruchsignal hab ich auch schon mal wo gelesen. Ist eine dieser Methoden für uns geeignet? Wenn ja, wie wende ich sie in unserem Fall an oder soll ich ganz anders vorgehen?:thinking_face:

    Vielen Dank schon mal für's lesen und für den hoffentlich ein oder anderen Rat.

    Schön, dass es euch gibt!!!!

  • ich mache es anders, ich rufe den Hund zu mir

    Er muss sich nicht drum kümmern, was da draussen abgeht, dafür bin ich zuständig. Ich rufe ihn nett zu mir, meistens mit einem ruhigen "alles okay", und sage ihm, er soll sich wieder hinlegen. Viele Hunde bellen in solchen Situationen aus Unsicherheit, komisches Geräusch, komische Bewegungen, die sie nicht einschätzen können. So haben es hier alle gelernt. Und sie verknüpfen sehr schnell, dass wenn was ist, sie direkt zu. mir kommen. Sie wuffen vielleicht, aber kommen selbstständig schon zu mir.

  • Das funktioniert bei meinem 7jährigen Schäferhundmix Sam, den ich erst seit 6 Wochen habe, auch.

    Anfangs bellte er bei jedem Geräusch im Haus ( Mehrfamilienhaus), bei jedem,der an unserer Wohungstür vorbeiging, bei jedem Gespräch von Nachbarn im Treppenhaus, kurz, er bellte sehr, sehr oft.

    Ich habe ihm dann 1. den Flur verboten, (die Tür zum Flur ist immer angelehnt und er darf nur in den Flur, wenn wir rausgehen), damit er nicht vor der Wohnungstür liegt und bei jedem Geräusch anschlägt, und 2. immer "alles ok" gesagt, wenn er bellte, teilweise bin ich auch zur Tür und habe es " überprüft", manchmal war dann auch etwas bestimmter "ruhig jetzt" nötig. Das hat sein Bellen deutlich reduziert und verkürzt.

    Seit ich ihn bei jedem Bellen zu mir rufe und "alles ok" sage, bellt er nur noch laut, wenn jemand klingelt. DHL, Besuch oder sonstwer. Dann schicke ich ihn ins Nebenzimmer, mache die Tür zu, er ist dann sofort ruhig, und wenn er wieder raus darf, kriegt er jedesmal ein Leckerlie und ein Lob fürs Ruhigsein.

    Er wufft immer noch, wenn ihm was komisch oder ungewohnt erscheint, hört aber mit dem Wuffen auf, wenn er merkt, ich habe es gehört und es ist alles in Ordnung. Dieses Anzeigen will ich ihm auch gar nicht verbieten, sondern lobe ihn auch dafür, wenn er kurz wufft, also meldet, und die Sache dann mir überlässt. Er ist nun mal auch ein Wachhund, das gehört zu ihm dazu und zu seinen Instinkten, und so gesehen macht er seinen Job gut, wenn er was meldet.

  • Super. Vielen Dank euch.

    Ich hab bisher Deckentraining gemacht, wenn wer reinkommt - also auch Familienmitglieder. Vielleicht ist zu mir rufen tatsächlich besser zumal er auf der Decke weiterbellt.

    Ich bin gespannt.

  • Zu dir rufen, aber verbunden mit einem "alles gut" oder "alles ok". Nicht das Bellen verbieten, kein Abbruchkommando, sondern dem Hund klarmachen, dass es gut ist und du dich darum kümmerst. Er bellt ja nicht, weil es ihm gerade Spass macht, sondern weil er etwas anzeigt, meldet, weil ihn etwas irritiert oder auch verunsichert und ängstlich macht. Wenn du ihm vermittelst, dass du ihn gehört hast und er sich nicht kümmern muss bzw. alles in Ordnung ist, wird er lernen, ok, ich habe es mitgeteilt, der Rest ist das Problem vom Frauchen.

    Abbrechen würde heissen, dass du ihm das Bellen verbietest. In meinen Augen ist das so, als würde man ihm in bestimmten Situationen das Atmen verbieten. Bellen, melden, kundtun, wenn man etwas komisch oder bedrohlich findet oder etwas den Hund verunsichert, gehört zum Hundsein mit dazu. Nicht das Bellen ist mM das eigentliche Problem, obwohl man das als Mensch immer so wahrnimmt, sonder was den Hund zum Bellen veranlasst. Das sollte man primär als Mensch in den Blick nehmen.

    Ich könnte mir vorstellen, dass ein Zwergpudel wie eurer keinen Wachhund-Instinkt hat, sondern es ihn irritiert und verunsichert, wenn er was Ungewohntes hört, zumal er ja noch nicht lange bei euch ist.

  • oh ich breche bellen durchaus ab, das sollte man nicht einfach verallgemeinern.

    Aber ich unterscheide, ob der Hund eine Strategie hat (in dem Fall zu mir kommen) und diese ersucht umzusetzen, oder ob er mich ignoriert und sich ins bellen reinsteigern will. Das verbiete ich, biete in diesem Falle er sofort die Alternative zu mir zu kommen.

    Ich arbeite aber nicht immer mit Alternative, da dies sehr genau abgewägt werden muss, ob dadurch der Hund eine Verhaltenskette bastelt, oder die Erregung wegen dem Alternativverhalten hochfährt.

  • Vielen Dank, dass du nochmal so ausführlich geschrieben hast. Ich weiß, Monty bellt weil er unsicher ist. Er macht das ja auch wenn wir draußen unterwegs sind. Ich weiß von der Vorbesitzerin, dass er nicht viel kennengelernt hat. Wir waren vor zwei Wochen auch schon einmal beim Hundetraining, da habe ich nächste Woche wieder einen Termin. Der Trainer hat die Unsicherheit bestätigt. Da üben wir aber erst mal das Verhalten bei Hundebegegnungen draußen.

    Wegen seiner Unsicherheit schreibe ich ja hier im Forum - ich möchte da nichts falsch machen oder diese verstärken, deshalb vielen Dank für die Ratschläge. Ich hab das heute Mittag gleich mal umgesetzt. Es hat super geklappt.

    Ich hoffe, sehr, dass der kleine Wicht das schnell versteht.

    Und ja, er ist wirklich kein Wachhund sondern einfach ein Schisser.

  • Merrie

    wichtig ist, dass du entspannt bleibst wenn er bellt. Egal ob drinnen oder draussen. Sobald das Gebell uns nervt, haben wir Anspannung und das merkt der Hund. Darauf kann ein Sensibelchen mit allem möglichen reagieren. Daher: Hund bellt, easy. Das geht vorbei. 😉

    Draussen auch. Er bellt? Janu. Ist ein Hund, die bellen manchmal. Bellen ist so ein „tut man nicht“ geworden. Das stresst ungemein. Aber unsichere Hunde bellen als erste Reaktion gerne was an. Um dann erst richtig hinzuschauen und „ah, muss ich gar nicht bellen“ wieder ruhig zu werden. Und falls nicht, dann Abstand zum Gruselobjekt vergrössern, aber hinschauen lassen. Reiz verarbeiten in der Situation.

  • wildsurf

    ja, genau das ist mein Schwachpunkt. Ich bin je nachdem angespannt wenn wer entgegen kommt und das merkt er natürlich. Ich bin dann schnell mal aufgebracht und sage sowas wie "meine Fresse - die haben nicht mal einen Hund dabei..." wenn er Leute anbellt, was ab und zu mal noch vorkommt. Oder "nimm dir mal ein Beispiel an Irmi, die bleibt doch auch ruhig". Natürlich versteht er mich nicht, aber das rutscht mir dann schon als mal raus und bestimmt merkt er an meinem Ton, dass ich dann gerade alles andere als cool bin.

    Er ist halt so unberechenbar. Mal beachtet er nicht mal einen Jogger, der im Dunkeln mit Kopflampe aus dem Nichts entgegen kommt, bellt aber am Tag Leute an, die er schon aus weiter Ferne kommen sieht... Aber - ich arbeite an mir - und versuche entspannt zu bleiben und Souveränität zu vermitteln!!!! Jedenfalls wird er umgekehrt fett gelobt, wenn er ruhig bleibt, ganz klar!

  • Hier wohnt ein Großpudel, der anfangs im neuen Haus auch wegen jedem Geräusch, das er nicht eindeutig zuordnen konnte, gebellt hat.

    Wir haben dann immer benannt, was es ist. Also z.B. "Alles gut. Das ist die Oma." (Die im Flur läuft)

    "Alles gut. Das ist die Post."

    Das hat bei uns sehr gut geklappt. Wir haben einfach zusätzlich zu dem "Wir haben es gehört und es ist alles in Ordnung" das Geräusch noch kurz (keine langen Erklärungen) benannt. Das klappt sehr gut und Kenai erkennt mittlerweile sogar einiger Fahrzeuge und Personen, die öfter hier sind.

    Es gibt aber auch Personen, da steigert er sich ins Bellen rein. Dann ist es aus Überdrehtheit.

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