Junghund extrem wachsam/bellfreudig

  • eine Runde mit 3h
    die Abendrunde 20 min + 30 min toben, also nochmal fast ne Stunde
    + die 15 min Runden
    + die Zeit drumherum die er dann in der Wohnung auch noch wach ist

    ihr seit also 4,5-5h draußen.
    Das ist mehr, als ich mit meiner 3,5 jährigen Hündin täglich draußen bin. Klar gibt es Ausnahmen und Tage wo man mehr macht, aber im Alltag 5h wäre hier unmöglich. Allein schon weil sie dann komplett aufdrehen würde und immer mehr verlangen würde.
    Sie ist auch erst seit 3 Monaten hier und ich dachte anfangs ich müsse mehr machen mit ihr - war falsch. Manchmal waren schon 10 Minuten in der Hundezone genug, um sie zu stressen - obwohl wir alleine dort waren! Hundekontakt gabs hier anfangs nicht. Die neue Umgebung, die Gerüche, die anderen Hunde.
    Bei Junghunden kann ich nicht mitreden, aber wenn er so viel Beschäftigung hat, kann ich mir gut vorstellen, dass der Stresspegel auch weiter oben ist und das zum Dauergebell beiträgt. Er wird total überfordert sein mit allem. Wenn du da allgemein mehr Ruhe rein bringst, hilft es ihm vllt auch allgemein ruhiger zu werden.

  • Ich schreibe mal mit, wir haben eine ähnliche Situation zu Hause (unsere einzige große Baustelle leider), es ist mittlerweile gut unter Kontrolle aber noch nicht 100%.

    Unser Hund kommt nicht aus dem TS, er ist seit Welpenzeit bei uns und war immer von vielen Geräuschen umgeben und konnte sich an alles gewöhnen, trotzdem meldet er seit er neun Monate ist alles leidenschaftlich (er ist ansonsten sehr entspannt sowohl draußen als auch zu Hause)...ich denke schon auch dass es einfach ein Rasseding ist, das mit dazukommt - bei euch sicherlich zusätzlich zu der Verunsicherung, alles neu usw. und Überforderung durch zu viel Programm.

    Wir können mittlerweile seine Reaktionen gut managen, meistens knurrt oder wufft er nur noch leise vor sich hin, kaum hörbar. Früher (wie gesagt ab ca 9 Monate) hat er im viertelstundentakt einen Bellanfall nach dem anderen bekommen - nichts konnte ihn beruhigen, er war wie in Trance und konnte/kann da bis heute auch teilweise keine Leckerlis annehmen!

    Uns hat geholfen ihm zu bestätigen dass "alles ok" ist, also ähnlich wie @Dackelbenny schon gut beschrieben hat. Dazu sind wir je nach Situation gemütlich aufgestanden haben aus dem Fenster geblickt, oder die Tür zum Flur geschlossen, oder oder oder und entspannt gesagt "da ist nix, das sind nur die Nachbarn - alles ok". Es bleibt aber das Thema, dass er nach wie vor vieles meldenswert findet, also wir betreiben nur Management.

    Schraubt das Programm gehörig runter auf entspannte kurze Gassigänge dafür lieber öfter am Tag und es wird sicherlich schnell Besserung geben! Wenn junge Hunde zu reizüberflutet sind durch zu viel Programm und Action kann die Bellerei schnell zum Ventil werden. Weniger ist mehr!
    Aber trotzdem denke ich, dass es einfach "gesprächigere" Rassevertreter gibt die lieber kommentieren und man muss das einfach in seine Überlegungen und Training miteinbeziehen.

    Unser Hund nimmt übrigens auch keine Höhlen, Rückzugsorte oder ähnliches an - so wie bei euch. Sein Platz ist bei uns am Sofa mit Körperkontakt...jede Versuche ihn zum "sich zurückziehen" zu animieren sind bisher gescheitert, ich müsste ihn in seiner Höhle anleinen und sein Gemotze von dort aus erstmal aussitzen, da war ich bisher inkonsequent.

    Wie gesagt, bei uns ist es unter Kontrolle aber noch weit entfernt davon gelöst zu sein - ich hoffe auf weitere gute Vorschläge hier!

  • Stress durch Juckreiz, Stress durch den Umzug zu unbekannten Menschen, in eine unbekannte Umgebung, Stress durch viel zu viele Spaziergänge ... im Grunde ist es logisch, dass er da hochschießt.

    Es dauert gut drei Monate bis ein Hund in diesem Alter in seinem neuen Heim angekommen ist. Mit einem Hund "ohne Vorgechichte" würde ich in dem Alter zwei Spaziergänge von etwa 20 Minuten machen. Dazwischen Pipi machen nach Bedarf.

    Ich würde die ersten Wochen bloß normal Spazierengehen, das aufteilen auf Routinestrecken und drei Mal die Woche neue, die dann auch von den Reizen was bieten dürfen sollten (wenn ihr das nicht eh schon habt) und etwa drei Mal die Woche eine Strecke mit anderen Hunden zusammen gehen (sobald die Milben im Griff sind), sonst nix.

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