schwere HD

  • Hallo,
    meine Junghündin hatte vor kurzem sehr schwere HD diagnostiziert bekommen. Nun war ich bei 2 verschiedenen Ärzten, die mir eine Op (Oberschenkelkopfhalsresektion) vorschlug. Hat jemand damit Erfahrungen gemacht? Ich bin ein wenig skeptisch, da mir von meinem Tierarzt gesagt wurde, das die Gefahr besteht das ihr Körper nicht umbaut, also das Bindegewebe, und sie dann nicht mehr laufen kann. Das könnte das Ende bedeuten. :verzweifelt:
    Bitte antworten und nicht auf andere Themen hinweisen..

    Liebe Grüße!!!

  • Hallo,
    wie alt ist denn deine Junghündin und wie schwer ist sie? Denn solange das Gelenk noch nicht arthritisch ist und der Hund jung genug ist (etwa bis 1,5/2 Jahre) käme eine Dreifache Beckenosteotomie infrage. Meines Wissens ist das der Goldstandard für junge Hunde mit HD, oft haben die Hunde dann später fast keine Probleme mehr. Oberschenkelhalsresektionen und künstliche Hüftgelenke sind sowieso erst angeraten, wenn der Hund ausgewachsen ist.

    Bei meiner erwachsenen Hündin wurde mir von einer Oberschenkelkopfhalsresektion abgeraten, da sie knapp über der Gewichtsgrenze lag (20kg). Je schwerer der Hund ist, desto mehr muss das Gewebe später ohne Knochen halten können. Nach der Operation müsste intensivst und lange Physiotherapie betrieben werden, außerdem müssten du und dein Hund aushalten, dass er eine Weile fast nicht laufen kann. Bei leichteren Hunden funktioniert die Methode aber offenbar (nach der Genesungsphase) gut.

    Ich würde dir raten, dich von einem Fachtierarzt in einer größeren Klinik eingehend beraten zu lassen. Je nachdem, wo du wohnst, kann ich dir etwas in München und Hannover empfehlen.

    Meine Hündin lebt seit 11 Monaten übrigens mit einem künstlichen Hüftgelenk und es geht ihr sehr gut.

  • Meine Hündin ist 11 Monate und wiegt knapp 28 kg. Sie hat schon sehr schwere Arthrose.
    Ja davon hatte mir mein Tierarzt auch erzählt, sagte jedoch das das nur bei Junghunden bis 9 Monate in Frage kommen würde.
    Weißt du ob es auch einen Fachtierarzt in der Nähe von Berlin gibt?

    Danke für die schnelle Antwort
    Ein künstliches Gelenk kann ich mir vorerst leider nicht leisten

  • Das verstehe ich sehr gut, so ein Hüftgelenk ist auch einfach unfassbar teuer. Vielleicht holst du dir am besten noch eine Meinung ein, ob das wirklich nicht mehr geht mit der Osteotomie und auch über die Gewichtsfrage. In Berlin habe ich keine persönlichen Erfahrungen, aber guck doch mal hier: Tierärzte für Orthopädie - [dogs Magazin]

    Offenbar gibt es einen Orthopädischen Chirurgen in der FU Berlin. Ansonsten weiß ich noch, dass man in den USA häufiger auch bei sehr schweren Hunden eine Femurkopfresektion durchführt - und es geht. Also vielleicht ist diese Gewichtsgrenze gar nicht so wahnsinnig wichtig.

    Falls es dir Mut macht: Ich habe eine Bekannte, deren Hund (18 Kilo) wirklich wieder toll laufen konnte nach einer Resektion.

    Ich wünsche dir und deiner Hündin alles Gute!

  • Danke für deine Hilfe! Ich werde mich noch ein drittes Mal beraten lassen und werde dann entscheiden.

  • Die Obergrenze von 20kg bei einer FKR für das Gewicht gilt schon recht lange nicht mehr. Meine große Hündin ist im Alter von 6 Monaten beidseitig einer FKR unterzogen worden. Sie hatte bereits einen einseitigen Nervenschaden. Die OP ist am 6. Januar 7 Jahre her und ihr geht es sehr gut - sie ist schmerzfrei, voll belastbar (hilft auch bei der Hütearbeit) und läuft sicher. Wer weiß, dass sie keine Hüftgelenke mehr hat, erkennt das typische Gangbild, das sie unter längerer Belastung zeigt, aber dass ist auch schon alles.

    Aber:

    Wir haben viel Wert darauf gelegt, dass die OP zu einem vollen Erfolg werden kann und daher sehr auf die Physio geachtet. D.h. wir haben aktiv mit ihr Schritttraining, Slalom, Schwimmen, Koordinationsübungen gemacht und zusätzlich die Physio mit Unterwasserlaufband etc. besucht. Die Physio besuchen wir immer noch, weil ich den positiven Effekt nicht missen möchte.

  • Unser Schäferhundmix hatte schon vor Jahren eine Femurkopfresektion.Er war damals ca 2 Jahre alt und hatte einen Unfall bei dem der Femurkopf gebrochen war.Er wog ca 36 KG und ist nach der OP normal alt geworden.Die Physiotherapie habe ich nach Anleitung selbst übernommen.

  • Danke für eure schnellen Antworten. Und was ist an der Sache dran; dass es passieren kann das meine Hündin nicht mehr laufen könnte wenn das Gewebe sich nicht ordentlich formt? bzw sich umbaut.

    Was hat deine Physiotherapie ca nach der Op gekostet? Ist sie pflicht oder kann ich das auch alleine machen?

  • Danke für eure schnellen Antworten. Und was ist an der Sache dran; dass es passieren kann das meine Hündin nicht mehr laufen könnte wenn das Gewebe sich nicht ordentlich formt? bzw sich umbaut.

    Was hat deine Physiotherapie ca nach der Op gekostet? Ist sie pflicht oder kann ich das auch alleine machen?

    Die Physiotherapie ist keine Pflicht. Man kann es selbst machen. Ich habe diese Möglichkeit - neben dem eigenen Training - genutzt, da die Physiotherapeuten in der operierenden Klinik sehr gut sind und wir die Hündin noch nicht lange hatten. Es war nicht so einfach, sie damals anzufassen und da war das Wasserlaufband eine sichere und angenehme Variante für alle Beteiligten.

    Eben, weil ich Angst hatte, dass das Scheingelenk nicht ordentlich gebildet wird, weil ich sie evtl. nicht richtig bewege, habe ich die Physio in Anspruch genommen. Ich habe mir aber einen viel zu großen Kopf drum gemacht - aus der Nachschau betrachtet.

    Wenn man darauf achtet, dass das Gelenk bewegt wird und auch "durchbewegt" wird, dann formt sich das Scheingelenk auch vernünftig. Man muss eben auch wirklich im Schritt unterwegs sein. Das heißt nicht, dass der Hund nicht schneller laufen darf, aber das Schritttraining sollte trotzdem erfolgen. Unsere Hündin wurde beidseitig auf einmal operiert. Ich denke, das war nicht schlecht, denn sie hatte keine Möglichkeit ein Bein zu entlasten.

    Wir haben unterstützend zu der OP und Behandlung 2 x Anabolika spritzen lassen. Die Spritze hatte eine Depotwirkung und ermöglichte in Kombination mit der Bewegung einen recht schnellen Muskelaufbau. Unsere Hündin hatte aber auch nahezu keine Bemuskelung auf der Hinterhand. Man muss das individuell entscheiden.

    Die Anabolika haben je 60€ gekostet.
    Die Physiositzung rund 26€ für 15 Minuten (reine Trainingszeit - der Termin umfasst etwa 30 Minuten und neben dem Wasserlaufband wird auch massiert, das Wackelbrett benutzt (kann man bauen, hab ich daheim), Handgriffe genau gezeigt, Trainingsmöglichkeiten für genau diesen Hund erörtert (z.B. mit Teraband oder Schuhen) u.s.w.

    Also zusammenfassend:

    Die Physio ist keine Pflicht.
    Die richtige Bewegung nach der OP ist Pflicht.

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