Plötzlich hat mein Hund Angst rauszugehen
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Seitdem ich umgezogen bin hat mein Hund totale Panik die Wohnung zu verlassen, was kann man da tun???
Erstmal ein paar Details zu ihr: Seit knapp 5 Jahren wohnt sie bei mir, sie ist eine Straßenhunddame aus Griechenland welche ich mit 7 Monaten adoptiert habe

Von Anfang an war sie sehr sensibel, haben die Bäume vom Wind geraschelt hat sie sich sofort versteckt, ein Mann fiel aus dem Rollstuhl und ganze 2 Tage konnte ich überhaupt nicht mit ihr vor die Türe gehen denn sie bekam sofort Panik. Das alles hatte sich dann ein bisschen mit der Zeit gegeben als sie das Vertrauen zu mir aufgebaut hatte, doch immer wieder hat sie Phasen wo sie (scheinbar ohne Grund) totale Angstzustände hat.
Am 15.05. sind wir dann umgezogen und die neue Umgebung scheint ihr nicht so geheuer zu sein. Als wir das erste mal spazieren waren, guckte sie sich skeptisch die Umgebung an. Da wir in der Nähe eines Bahndepots wohnen sind oft Geräusche der Züge zu hören und als sie das gehört hat bekam sie sofort Panik und wollte nach Hause.
Von Tag zu Tag hat sie sich immer mehr da hineingesteigert sodass sie sich jetzt schon versteckt wenn sie die Leine sieht und gar nicht mehr vor die Türe will.
Sonst, wenn sie draußen Panik bekam, habe ich entweder versucht sie immer weiter zu schubsen ganz in Ruhe oder erstmal einige Minuten abgewartet aber ich wollte sie nie bestätigen damit dass wir sofort nach Hause gehen.
In dem Moment der Panik nimmt sie gar nichts mehr wahr, nicht einmal ihren heiß geliebten Ball.
Ich hatte schon überlegt ob vielleicht mit ein Grund sein kann dass sie zu Hause nicht mehr auf die Couch und das Bett darf und sie sich dadurch irgendwie alleingelassen fühlt oder Vertrauen verloren hat?
Ich wäre über jeden Ratschlag dankbar wie ich dieses Problem wieder in den Griff bekomme :|Wir haben nie mit Leckerchen trainiert oder etwas derartigem (in der Situation würde es sowieso nicht helfen) deswegen bitte ich euch mir nicht zu raten sie mit Leckerchen zu locken oder so etwas

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Nun bin ich kein Experte auf dem Thema, aber, rein intuitiv, würde ich bei der Leine in der Wohnung anfangen... Evtl. die Leine, ohne deine Hündin zu beachten, nehmen, auf die Couch setzen und die Leine neben Dir ablegen. Nach ein paar Minuten wieder aufstehen und die Leine an ihren ursprünglichen Platz hängen/legen. So passiert es vielleicht, dass Deine Hündin schonmal wieder lernt, dass die Leine kein Stress ist, sondern ein ganz normales Objekt, das ihr "nichts tun" möchte. Wenn sie zu Dir kommt und interessiert ist, was Du da machst, dann bestätige sie sanft (hinterm Ohr kraulen o. Ä., falls sie es zulässt, falls nicht, sei wohlgesonnen, sie wird Deine Freude über den Erfolg nach und nach auch ohne Aktion erkennen und Vertrauen aufbauen). Schwer ist nur, dass ihr ja raus müsst..... und ohne Leine wird das wahrscheinlich nicht möglich sein, oder?..... Auf jeden Fall würde ich ihr erstmal die Leine wieder attraktiv machen..... sie verbindet sie ja jetzt anscheinend mit etwas Negativen.
In unserer Umgebung gibt es einige "Angsthunde", aus dem TH, oder Ausland. Manche kommen/kamen mit neuen Situationen absolut nicht klar...ein Umzug war der Zusammenbruch. Eine Dame, die ich fast täglich beim Gassigehen treffe, hat eine ca. dreijährige Mix Hündin aus Ungarn adoptiert. Die Dame hat viel Hundeerfahrung und geht meines Erachtens vorbildlich mit ihren Hunden um (hat noch zwei weitere ebenfalls aus dem TS). Sie trennte sich von ihrem Partner, bezog eine neue Wohnung und das passierte ca ein halbes Jahr nachdem die Hündin bei ihr einzog...... Sie meinte, dass sich die Hündin selbst innerhalb der Wohnung total unsicher gab, sich im Bad verkroch, rausgehen war fast unmöglich. Für sie brach eine harte Zeit an, so erzählte sie, weil die anderen beiden Hunde natürlich auch total perplex waren und die Hündin ausgrenzten :/ Die Dame konnte vermitteln, irgendwann stand die Gemeinschaft auch wieder, aber Rausgehen, war immer noch ein absolutes Problem.
Vielleicht war ihr Vorgehen nicht gerade "üblich", aber sie fing an, die Hündin (ca 15 kg) auf den Arm zu nehmen und nach draußen zu tragen. Sie suchte ein stilles Plätzchen und setzte sie ab. Hündin legte sich erstmal flach auf den Boden und bewegte sich kein Stück. DAnn setzte sich die Dame neben ihre Hündin, ohne sie anzusehen oder zu beachten. Legte nur die Hand auf den Rücken der Hündin und wartete........sie meinte fast ne Stunde.....irgendwann stand die Hündin auf und legte sich um, roch am Gras. Und ne weitere Stunde später stand die Hündin auf und bewegte sich in einem Radius von 5 Metern um die Dame. Sie meinte, dass dies schon ein großer Erfolg war und sie war zufrieden, nahm die Hündin wieder auf den Arm und ging Heim. So tat sie es ein paar Tage....der Radius der Hündin wurde immer größer, Vertrauen entstand. Wieder ein paar Tage später trug die Dame die Hündin nur noch runter, aber rauf zur Wohung, musste die Hündin alleine gehen. Step by step...... irgendwann, nach Wochen, ging die Dame auch mal an andere Orte, 100 Meter weiter weg, step by step.... andere Reize, Kinder, Fahrräder etc kamen hinzu.....Ich kannte die Hündin, als sie herzogen.....war krass mitanzusehen, wirklich. Aber, die Dame hat anscheinend alles richtig gemacht, denn heute ist die Hündin in der Lage nach draußen zu gehen, ohne einen hystherischen Anfall zu bekommen. Sie ist natürlich immer noch ängstlich, mag außer den beiden Hunden, die noch mit im Haushalt leben, andere Hunde nicht an sie ranlassen, erschreckt bei lauten Geräuschen, oder apprupten Bewegungen....... denke aber, dass die Halterin auch weiter mit ihr arbeiten wird, sie ist echt ein toller MEnsch, mit viel Ruhe und Geduld und einer extrem positiven Ausstrahlung....meinte aber, dass sie das erst lernte, nachdem sie den ersten Hund aus dem TS aufgenommen hatte......der war anfangs auch ein Sensibelchen....jetzt sieht man nichts mehr davon

Ich weiß nicht, ob Dir das irgendwie weiterhilft...... aber, ich finde die Geschichte einfach klasse und evtl. eine Möglichkeit. Bin sehr gespannt, was für Ratschläge noch kommen, interessiert mich nämlich auch

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Schade dass sich die Ratschläge hier sehr zurück halten..

Ich danke dir Frollein für deine Antwort :-)
Wir haben das jetzt ausprobiert, haben die Leine immer wieder genommen, dann wieder weggebracht und ihr auch beim rumtoben einfach mal das Halsband angezogen und weitergespielt ohne dass wir rausgehen und letztlich versucht in der Euphorie des Spielens einfach mit ihr rauszurennen damit sie gar nicht drüber nachdenkt, doch das hat immer nur funktioniert bis wir auf die Straße kamen.
Die meiste Zeit sind wir mit ihr jetzt ins Auto gestiegen und weggefahren (an den See oder an den Rhein) denn komischerweise verliert sie die Angst sobald sie hört dass das Auto aufgeschlossen wurde.
Einen Abend hat es auch funktioniert dass wir ohne Leine und Halsband mit ihr gegangen sind, erst wollte sie zwar nicht doch mein Freund und ich sind einfach weiter gelaufen als sie umdrehte und haben sie nur einmal gerufen. Ergebnis war dass sie immer stehenblieb und guckte ob wir wirklich weiter gehen und als wir uns hinter parkenden Autos versteckten kam sie dann angerannt. So konnten wir die ganze Runde mit ihr gehen und nach der hälfte in etwa hatte sie sich so beruhigt dass sie normal mit uns mit lief. Jedoch war das nachts um 2 Uhr als kein Auto und auch kein Geräusch auf der Straße waren und das können wir leider tagsüber nicht machen
Mittlerweile macht sie auch nicht mehr den eindruck als wäre sie panisch sondern eher als wäre ihr unwohl dabei da lang zu gehen und deswegen ist sie einfach bockig und stur weil sie weiß dass sie vorher damit auch durch kam..
Naja jedenfalls werden wir weiter ruhig und gelassen mit der Situation umgehen und einfach hoffen dass die "Phase" bald ein Ende hat... ;-) -
Ist doch super, wenns voran geht....klar, dauert
Weiterhin viel Erfolg!!!!!
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