Läufigkeit oder doch krank?

  • Ich will dir keine Angst machen, aber ich würde sie gut im Auge behalten und im Zweifelsfall einen Ultraschall beim TA machen lassen. Ich habe hier eine mittlerweile not-kastrierte Hündin, die bei ihrer letzten Läufigkeit eine (geschlossene) eitrige Gebärmutterentzündung entwickelt hat, die jeglichen Lehrbuchsymptomen getrotzt hätte: kein Fieber, kein übermäßiger Durst, Auftreten im letzten Drittel der Läufigkeit... Was ich damit sagen will: es KANN alles geben, auch wenn ich dir und deiner Hündin natürlich ganz fest die Daumen drücke, dass Madame nur ein wenig Bauchschmerzen hatte...

  • Oh man das klingt ja schrecklich. Woran habt ihr es denn dann letztendlich bemerkt?
    Heute ist sie auf jeden Fall schon wieder ganz gut drauf und hat auch heute keine weiteren Schmerzanzeichen gezeigt.

  • Wie ich sagte, ich will dich keinesfalls beunruhigen. Mir geht es nur bei solchen Dingen immer darum aufzuzeigen, dass die gewöhnlichen Anzeichen einer Gebärmutterentzündung in vielen Fällen zutreffen können, aber nicht zwangsläufig zutreffen müssen. Da dein Hund heute keine Schmerzen mehr zeigt, sondern sich ihr Zustand verbessert hat, klingt das für mich auch nicht weiter besorgniserregend.

    Meine Hündin war während ihrer Läufigkeiten immer extrem schlapp und müde. Sie wollte sich nicht bewegen und hat sehr viel geschlafen. Insofern war es bei ihrer letzten Läufigkeit auch nicht außergewöhnlich, dass sie extrem ruhebedürftig war. Abnormal war, dass sie plötzlich zu humpeln begonnen hat und ich fand, ihr Bauch hätte eine "ungewöhnliche" Form. Im Liegen sah es irgendwie so aus, wie wenn sie einen Ball verschluckt hätte.
    Deshalb bin ich mit ihr zum Tierarzt, der ihren Bauch ganz normal fand, der Sicherheit halber aber einen Ultraschall machte. Dabei kam heraus, dass die Gebärmutter bereits gut mit Eiter gefüllt war. Er hat ihr dann (Samstag Mittag) Alizin gespritzt, um die Gebärmutter zu öffnen, sodass das Eiter hätte abfließen sollen. Das Wochenende über habe ich einige Male mit dem TA telefoniert, da nichts passierte. Der Hund war leidlich beisammen, aber es floß nichts ab. Montag in der Früh dann eine rapide Verschlechterung. Sie wollte nicht aufstehen (kann bei ihr vorkommen ;) und nichts fressen (ist definitiv noch nie vorgekommen und ein absolutes Alarmsignal). Beim TA wurde dann sofort eine Not-OP durchgeführt. Die Gebärmutter war prall mit Eiter gefüllt (wog 2,7 kg auf 50 kg Hund) und auf beiden Eierstöcken fanden sich Zysten. Trotz dieser unglücklichen Umstände erholte sich meine Hündin Gott sei Dank extrem rasch von der Operation und ist heute quietschfidel. Ich habe daraus gelernt, auf die Beobachtungsgabe der Halter zu vertrauen (die ihre Hündin definitiv am besten kennen) und die lehrbuchmäßigen Anzeichen nur als Indikation zu werten, da diese nicht unbedingt zutreffen müssen. Diese Alizin-Spritze würde ich defintiv nicht mehr geben lassen, sondern im Fall des Falles sofort operieren. Ich bin kein Freund von übereilten Kastrationen, aber in dem Fall würde ich nicht länger zögern.

    Aber, wie bereits eingangs erwähnt, bitte mach dir auch nicht zu viele Sorgen. Ich halte eine krankhafte Veränderung bei deiner Hündin für unwahrscheinlich, wenn es ihr jetzt schon wieder so viel besser geht. Wie oben beschrieben würde sich die Situation sonst verschlechtern und nicht verbessern. Dennoch drücke ich euch beiden die Daumen, dass bald alles wieder ganz in Ordnung ist! :gut:

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