Alleinsein üben -- auch wenn er nicht alleine ist

  • Hallo liebes Forum,

    wie man meinen bisherigen Threads entnehmen kann, bin ich Besitzerin eines nun fast 8 Monate alten Doggenrüden "Oskar". Zudem lebt noch eine 8jährige Boxerhündin bei uns und die beiden sind ein Herz und eine Seele. Zu unserer Familie gehört noch meine Tochter (20) und mein Sohn (17) sowie mein Mann und natürlich ich.

    Als "Hausfrau" kümmer ich mich um die Hunde, heißt: füttern, spazieren gehen, Hundeschule, spielen etc. etc. Mein Oskar ist auf mich fixiert, was aber nicht heißt, dass er mir von Zimmer zu Zimmer nachläuft (kann aber schon mal passieren, wenn ich die Küche betrete, könnte ja was abfallen :smile: ).

    Da ich wissen wollte, wie meine beiden Hunde sich verhalten, wenn ich das Haus verlasse, habe ich eine kleine Minikamera in dem Raum, in dem sie sich aufhalten, wenn ich nicht da bin, einbauen lassen.

    Die Aufnahmen der Kamera sind fantastisch: Meine Boxerin zusammen mit Oskar sind bei meiner Abwesenheit sehr friedlich. Sie legen sich zusammen auf Körbchen und warten im wahrsten Sinne auf meine Rückkehr ohne Bellen oder Winseln.

    Wenn jedoch z. B. meine Tochter zusammen mit meinem Sohn und Mann zu Hause sind und ich verlasse das Haus, dann kommt das große Winseln und warten vor der Haustüre von meinem Oskar. Da nützt auch die Anwesenheit von seiner Boxerfreundin nichts mehr. Jegliche Ablenkungsversuche meiner Familie mit Spiel und Spaß dauert nicht lange an, so dass er nach ca. 10 Minuten wieder zur Tür rennt und winselt und wartet.

    Warum macht er das nicht, wenn er allein mit der Zweithündin ist? Ich finde das ziemlich strange und werde nach dem Urlaub meines Trainers dies auch ansprechen. Wollte nur mal kurz das Thema hier ansprechen, ob ihr so ein Verhalten schon mal selbst erlebt habt.

    Liebe Grüße
    Kusch

  • Die Erklärung ist eigentlich recht einfach. Hunde lernen situativ und umgebungsorientiert. Wenn nur Du diejenige bist, die das übt, ist das Verhalten nur für diesen Bereich erlernt, aber noch lange nicht generalisiert, d.h. auf andere Situationen und auf andere Umgebungen übertragbar.

    Manchen Hunden reicht es, wenn trotzdem noch ein Familienmitglied im Haus ist, bei manchen bricht die Welt zusammen, wenn der wichtigste Mensch die Familie verlässt. Und wer weiß, ob Deine Familie durch gutes Zureden und Aufmerksamkeit auf das Verhalten nicht noch unbewusst negativ Einfluss genommen hat.

    Ich würde Dir raten, das Alleinebleiben in allen möglichen Konstellationen und Situationen weiter zu festigen, Deine Familie evtl. mit einzubinden und ganz wichtig: jeder Hund sollte auch getrennt von dem anderen Hund alleine bleiben können.

    Der junge Hund sollte die Möglichkeit bekommen, auch zu lernen, ohne den Boxer alleine zu bleiben. Also genauso aufbauen, als wenn man nur den einen Hund hätte.

    Denn es kann sein, dass die Dogge NUR mit dem Ersthund alleine bleiben lernt, es aber dann, wenn es mal anders ist, nicht mehr kann. Und da sich Lebenssituationen immer mal ändern können (ein Hund stirbt, man muss/will/kann nur einen Hund mitnehmen), würde ich dringend darauf achten, das mit dem Jungrüden alleine auch zu üben, ebenso wie ich ganz viele Sachen mit ihm alleine machen würde, damit er nicht nur ein Schattenhund wird. Das führt später in den meisten Fällen zwangsläufig zu Problemen.

  • Lieber Gorgeous2000, vielen Dank für Deine Antwort, verstehe was Du meinst und werde daran arbeiten. Er muss also auch ohne der Ersthündin alleine bleiben können. Hab ich mir schon gedacht...

    liebe Grüße
    Kusch

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