Eifersucht/Ressourcenvertreidigung - Besserung in Sicht?

  • Hallihallo,

    zu dem Thema gibt es natürlich schon ganz viele Beiträge, trotzdem würde ich gerne noch speziell zu meiner Sissi etwas hören.

    Sissi ist ein Tierschutzhund aus Rumänien und seit drei Jahren bei mir. Sie ist 4 Jahre alt. Es war unglaublich schwierig anfangs mit ihr, sie war extrem ängstlich.
    Mit ganz viel Training - weiterhin trainieren wir täglich - haben wir es nun hinbekommen, einen relativ normalen Alltag zu haben. Sie kann zB mit wenig Problemen Bahn fahren, Auto ist auch okay und fremde Menschen sind "halt da", auf dieser Welt.
    Ich bin ihre Bezugsperson.
    Meine erste Hündin hatte furchtbare Trennungsangst und ist mir nie von der Seite gewichen. Das ist bei meiner Sissi nicht so - sie würde weglaufen, wenn es arg kritisch wird und ich wäre dann egal. Auch beim Spazierengehen haben wir lange gebraucht, bis WIR miteinander spazieren gegangen sind und nicht sie alleine und ich hinterher. Damit möchte ich sagen, sie ist zwar ängstlich aber klebt nicht an mir.

    Gestern hatten wir zum ersten Mal einen fremden Hund in der Wohnung. Ich bat die Dame des Hundes, dass wir uns vor dem Haus begrüßen, dass es für die Hunde neutraler ist.
    Es klingelte und der fremde Hund stand schon vor der Wohnungstür. Sissi ängstlich und furchtbar entsetzt am Bellen.
    Die Gäste kamen dann in die Wohnung, die Dame ist wieder gegangen und ich hatte das fremde Hündchen für ein paar Stunden. Habe mir gleich beide geschnappt und sind lange Gassi gegangen. Dachte, so können sie sich draußen noch ein wenig kennen lernen.

    Situation in der Wohnung: Sissi muss alles kontrollieren. Jeden Schritt des fremden Hundes. Sissi maßregelt den Hund sehr oft - dieser beschwichtigt, schaut weg, legt sich auf den Rücken, leckt sich am Maul, etc.
    Ich habe nur eingegriffen, wenn es mir zu viel von Sissi wurde - der Hund durfte sich garnicht in der Wohnung bewegen. Das finde ich nicht okay, dann habe ich Sissi auf ihren Platz gebracht - immer wieder. Wenn der Hund aus einem extra Napf trinken wollte, wurde er sofort böse gemaßregelt. Auch da habe ich eingegriffen.
    Wenn der Hund nicht an Sissis Futternapf oder Schlafplatz soll, ist das okay, oder? Aber ich finde, der Hund sollte sich frei in der Wohnung bewegen dürfen und natürlich trinken dürfen. Da "maßregele" ich Sissi - bzw. ich schicke sie weg, greife ein. Ist das so richtig? Auch habe ich mal die Tür zu dem Zimmer zu gemacht, wo Sissi war. Damit der andere Hund sich etwas besser bewegen konnte.
    Mir fiel nichts anderes ein, als Sissi auf ihren Platz zu bringen und als sie dort lag, habe ich sie gelobt.
    Es war furchtbar anstrengend und der fremde Hund, der sich immer wieder unterworfen hat, tat mir ab und an wirklich leid. Sissi hat sie in paar mal richtig "attackiert".
    Habe ich den fremden Hund gestreichelt, kam Sissi heulend und fiepsend zu mir und hat gepfötelt. Dies habe ich ignoriert. Es soll okay sein, dass ich mal einem anderen Hund etwas Aufmerksamkeit schenke.

    Dieser Hund kommt morgen wieder. Ob es dann besser sein wird? Wie soll ich mich nur verhalten?

    Ich habe noch von zwei Bekannten, die leider nicht hier wohnen, eine Anfrage zwecks Betreuung für ein paar Tage. Leider traue ich mir garnicht mehr, dies zu tun, wenn Sissi so übel reagiert. Ich konnte mich gestern keine Minute hinsetzen, musste immer eingreifen oder beide Hunde irgendwie anders beschäftigen.

    Ich lieeebe Hunde und wenn ich aktuell mehr Zeit habe, helfe ich gerne mal anderen mit der Betreuung aus. Kann ich mir das abschminken?

    Wäre so froh, wenn Ihr ein paar helfende Worte für mich habt.

    Danke!

    Laura mit Sissi

  • Hallo Laura,

    bei uns ist das nicht anders. Lilly mag andere Hunde so garnicht. Sie pöbelt an der Leine ohne Ende sie würde wenn sie könnte direkt drauf los gehen. Bekannte Hunde sind ok, solange sie ihr nicht zu nah kommen, nicht an ihr riechen oder sie anschauen - draußen zumindest.
    Wenn's uns essen oder Spielzeug geht ist auch alles ihr. Wenn dann ein anderer Hund doch noch Leberwurst am Mund kleben hat, will sie es aber haben und leckt es ab.
    Sobald ein Hund zu uns rein kommt, ist es wie bei euch. Lilly kontrolliert jeden Schritt, der Hund darf nicht zu mir und sie nicht anschauen.
    Es gibt Tage (Sylvester hatten wir Besuch mit Hund da) da "versteht" sie sich mit dem anderen Hund. Klar wurde er ein paar mal zurechtgewiesen aber das lies ich zu.
    Schade, da wir viele Freunde mit Hunden haben und Lilly ein echt tolles Leben führen könnte. Spielt dein Hund? Also ich meine mit Artgenossen. Und wie ist es draußen? Lilly kann nicht spielen, nur mit uns Menschen. Da hat sie mal ihre 5 Minuten und rennt und macht wie doof ;-)

    Ich bin gespannt was hier geantwortet wird :)

  • Hallihallo,

    draußen ist alles super, sie kommt mit jedem Hund zurecht, möchte auch meistens zu den anderen Hin. Ob mit oder ohne Leine kann ich Sissi super kontrollieren/abrufen. Sie kann bei Fuß gehen, bis ich gefragt habe, ob sich die Hunde begrüßen dürfen und dann kann ich sie losschicken. Sie ist immer freundlich und neugierig.
    Was wir beide nur nicht leiden können: große Hunde, die nicht auf die Besitzer hören und auf uns zustürmen. Sie wehrt sich nur wenig, schreit dann eher, bis ich eingreife - falls die Besitzer zu weit weg sind. Es gibt wirklich ganz ganz rüpelige Hunde bzw. Besitzer.

    Mit Hunden spielt sie kaum - mal schnell eine runde fetzen oder quietschend umher rennen und ein paar Mal zum Spielen auffordern, das wars. Ansonsten spielt sie gerne mit quietschenden Kuscheltieren.

    Ich bin auch sehr gespannt, was hier noch geschrieben wird. Muss mir nun die nächsten Tage Gedanken mache, ob ich diese Hundebesuche nun weiter führe oder lieber aufgebe.

    Viele Grüße,
    Laura

  • Hallo Laura
    Ich finde, was die Begegnung dieser beiden Hunde betrifft, ist schon einiges schief gegangen: "Ich bat die Dame des Hundes, dass wir uns vor dem Haus begrüßen, dass es für die Hunde neutraler ist. Es klingelte und der fremde Hund stand schon vor der Wohnungstür. Sissi ängstlich und furchtbar entsetzt am Bellen. Die Gäste kamen dann in die Wohnung, die Dame ist wieder gegangen und ich hatte das fremde Hündchen für ein paar Stunden...."
    Das war für Sissi ein "Überfall"...
    Jeder Hund reagiert darauf anders - je nach Temperament, Erfahrung !
    Ja, natürlich hättest du es gerne, wenn sie sich dem "Gast" gegenüber halbwegs "anständig" verhalten würde...
    Aber: woher soll Sissi das wissen ? IHR Verhalten ist ( nach ihrer Erfahrung etc. ) völlig korrekt ! Egal, ob der FREMDE EINDRINGLICH IN IHR REICH ! nun aus einem "anderen Napf" trinken will, oder... Er IST und BLEIBT einen ein Eindringling. Sie selbst hatte ja keine Gelegenheit, ihn "einzuladen" oder zumindest zu akzeptieren ( siehe oben ! ) :|
    NATÜRLICH "maßregelt" sie diesen Fremden ständig. Sie würde ihn am liebsten eindeutig vertreiben...
    Warum sollte sie sich denn mit ihm anfreunden ???
    SIE mag diesen Hund (noch) nicht. SIE wurde ja nicht mal "gefragt"...
    WENN du es noch mal mit einem weiteren "Gast" versuchen willst: triff dich mit ihm NICHT vor der Haustür. Sondern an einem netten Platz, wo die beiden sich miteinander bekannt machen können. Achte darauf, wie Sissi sich verhält. Mag sie den anderen ?
    Wenn ja, dann geht in Richtung Zuhause... Mag sie ihn auch noch VOR der Wohnungstür ?
    USW.....
    "Überfall-Kommandos" würde ich ABBRECHEN. Sie richten letztlich viel mehr Schaden an, als an Zeit gewonnen werden könnte !
    Und, wenn deine Maus wirklich keine anderen "Gäste" im Haus haben möchte, solltest du das akzeptieren ( es sei denn, du willst dauernd "unter Strom" stehen, oder die "Dame des Hauses" maßregeln und/oder wegsperren :xface: ). = Alternativ sollte eher der Gast in einem anderen Raum gefüttert/mit Wasser versorgt werden.
    Wünsche euch für demnächst GUTE Erlebnisse: Manuel :smile:

  • Was hast du denn für einen Hund?
    Die quietsch Dinger findet Lilly auch toll. Aber nur wenn Flausch dran ist ;-)

    Ich versuche es auch immer so, dass ich vorher mit dem anderen Hund ne große runde Gassi gehe und den Hund vor ihr zuerst ins Haus lasse. Ob das gut ist weiß ich aber leider nicht...

  • Sie ist ein 8kg Mischling. Etwas braun, etwas schwarz, ein bisschen wie ein Fuchs oder ein Pinscher mit Vorbiss ;).


    Habe es gestern meist so gemacht, dass Sissi zB zuerst ins Haus darf, zuerst durch die Wohnungstür, zuerst Essen, usw.. ich weiß auch nicht, ob mein Verhalten so richtig war, habe einfach nach Gefühl gehandelt.

  • Du sagst es!

    Heute ist es schon besser. Die zwei dürfen sich näher kommen, liegen in einem Raum. Vorher haben sie sogar kurz zusammen in der Wohnung gespielt, spitze. Trotzdem bin ich froh, wenn der anstrengende Tag rum ist und werde in Zukunft besser über so etwas nachdenken.

  • Ist doch super, sei aber nicht enttäuscht wenn nächstes mal der gleiche Hund wieder nur zurechtgewiesen wird. Ist bei Lilly auch so - und ja, ich atme auch immer auf, wenn der andere Hund weg ist, noch lebt und keine Macken hat.

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