Stubenreinheit, Knabbern etc.

  • Hallo :)
    Ich und mein Freund haben uns vor einigen Tagen einen Zwergspitz von einer Dame geholt die ihn nicht mehr in ihrer Wohnung halten durfte. Der kleine ist 5 Monate alt und wirklich wunderschön! =)
    Das Problem mit ihm ist eigentlich: Wir müssen bei 0 anfangen!
    Er hat sich schon an uns gewöhnt und ist zutraulich.

    Aber!: Die Vorhalterin hat ihn nur auf Welpenpads machen lassen, auch sonsitge Komandos (außer Sitz) hat sie ihm noch nicht begebracht. Also Problem Nr. 1: er macht circa jede Stunde in die Wohnung.
    Wir gehen circa alle 2 Stunden mit ihm raus (auch nachts), loben ihn wenn er draußen sein Geschäft macht, die Spaziergänge variiern zwischen 5-45 min (je nach Tageszeit ;) ) Aber er macht trotzdem jede Stunde irgendwohin Pipi. Sollen wir das dann einfach so weiter machen oder ihn wirklich jede Stunde raustragen? Er macht auch kaum Anstalten uns zu zeigen wenn er muss.. ich denke weil er es vorher einfach nicht musste..
    Sollten wir ihm Welpenpads noch zu Verfüfung stellen oder nicht ? (Das wenn er in die Wohnung macht, er zum. auf die Welpenpdas macht.)

    Dann Problem Nr. 2: Er hatte vorher kein Spielzeug und benutzt jetzt Möbel aber vorallem Füße und Hände liebend gern als Knabberzeug. Sobald man mit ihm spielt und das Spielzeug nicht genau vor ihn hält beißt er in die Hände, genauso wenn man das Spiel beendet und davon läuft beißt er in die Füße. Wir machen es zur zeit so: Wir sagen wenn er das tut laut und deutlich NEIN, und gehen weg. Ist das so richtig ?

    Problem Nr. 3: Er kann wie gesagt noch keine Kommandos außer Sitz, und da bleibt er auch circa nur 2-3 Sekunden sitzen. Von Platz, bei Fuß, anschauen, zu jemanden auf Ruf kommen: Fehlanzeige.
    Denkt ihr wir sollten einfach wie mit einem jungen Welpen verfahern und einfach ganz von vorne mit allem anfangen ? Oder sollte man bei einem Junghund schon anders verfahren ?
    Wie bringt man einem Hund Bei Fuß bei ?

    Ich hoffe auf schnelle Antworten :)
    Mit freundlichen Grüßen
    Michelle, Jan und Purzel!

  • Zitat

    Sollen wir das dann einfach so weiter machen oder ihn wirklich jede Stunde raustragen? Er macht auch kaum Anstalten uns zu zeigen wenn er muss.. ich denke weil er es vorher einfach nicht musste..
    Sollten wir ihm Welpenpads noch zu Verfüfung stellen oder nicht ? (Das wenn er in die Wohnung macht, er zum. auf die Welpenpdas macht.)


    Ich würde ihn so oft raus tragen, wie er es braucht. Bei einem Welpen sagt man ja auch nicht "Ich gehe alle 2 Stunden raus, weil es so in diesem und jenem Buch steht, auch wenn mein Hund jede Stunde muss". Es geht darum, dass er lernt, dass das nur draußen erwünscht ist, nicht im Haus. Das lernt er aber nur, wenn er auch wirklich jedes Mal draußen macht (bis auf Ausnahmeunfälle vielleicht). Auch Welpen haben alle einen unterschiedlichen Rythmus, manche müssen jede Stunde, viele alle 2, andere nur alle 3 Stunden. 2 Stunden sind nur ein Richtwert, aber wenn der eigene Hund andere Bedürfnisse hat, muss man sich eben umorientieren in der Hinsicht, bis es klappt. Euer Hund hat sich das eben durch die Vorbesitzerin so angewöhnt, das müsst ihr jetzt leider ausbaden.
    Die Pads würde ich ihm nicht mehr zur Verfügung stellen aus dem gleichen Grund: Gemacht wird draußen, nicht in der Wohnung, egal ob mit Pads oder ohne. Es sei denn, ihr wollt das mit den Pads beibehalten, andernfalls würde ich konsequent rausgehen, so oft er muss. Die Zeiten werden von selbst länger, er muss es jetzt eben erst lernen.

    Zitat

    Dann Problem Nr. 2: Er hatte vorher kein Spielzeug und benutzt jetzt Möbel aber vorallem Füße und Hände liebend gern als Knabberzeug. Sobald man mit ihm spielt und das Spielzeug nicht genau vor ihn hält beißt er in die Hände, genauso wenn man das Spiel beendet und davon läuft beißt er in die Füße. Wir machen es zur zeit so: Wir sagen wenn er das tut laut und deutlich NEIN, und gehen weg. Ist das so richtig ?


    Ich weiß nicht, wie es andere Hundebesitzer machen, aber ich habe das anders gehalten. Der Hund zeigt ja durch das Beißen eine unerwünschte Reaktion und die will ich nicht mit Aufmerksamkeit belohnen. Daher habe ich nicht "Nein" gesagt (das war eher ein Wort für ganz andere Geschichten), sondern einen Schmerzlaut von mir gegeben (damit der Hund merkt, dass das anderen Lebewesen weh tut - Beißhemmung) und dann wortlos aufgestanden und alltägliche Dinge gemacht. Ob es für den Hund jetzt so ein mega Unterschied ist, ob er ein Nein hört oder einen Schmerzlaut, weiß ich nicht. Ein Nein ist bei uns aber schon eine echte Bestrafung (der Hund geht sehr auf Stimme und das "Strafwort" ist wirklich miesen Aktionen vorbehalten) und ich möchte meinen Hund ja nicht bestrafen für ein Verhalten, das er eben schlicht und ergreifend noch lernen muss. Für Hunde ist es ein Lernprozess, die Beißhemmung. Ähnlich wie beim Pipimachen. Das würde ich ja auch nicht mit einem Nein bestrafen. Ich bin für Schmerzlaut oder alternativ einfach ein Aufstehen und Ignorieren.

    Zitat

    Problem Nr. 3: Er kann wie gesagt noch keine Kommandos außer Sitz, und da bleibt er auch circa nur 2-3 Sekunden sitzen. Von Platz, bei Fuß, anschauen, zu jemanden auf Ruf kommen: Fehlanzeige.
    Denkt ihr wir sollten einfach wie mit einem jungen Welpen verfahern und einfach ganz von vorne mit allem anfangen ? Oder sollte man bei einem Junghund schon anders verfahren ?
    Wie bringt man einem Hund Bei Fuß bei ?


    Ich würde genauso vorgehen wie bei einem Welpen. Evtl. noch mehr Wert legen auf Bindungsarbeit und Sozialisierung, weil ich Sozialisierung für sehr wichtig halte und Bindungsarbeit erst recht, da er noch nicht so lang bei euch sein wird, wenn er eigenständiger wird aufgrund der Entwicklung. Ansonsten bringe ich meinem Senior neues nicht anders bei, als ich es einem Welpen, einem Junghund oder einem erwachsenen Hund beibringen würde.
    Bei Fuß: Es gibt verschiedene Möglichkeiten, wie du deinem Hund beibringen kannst, bei Fuß zu laufen. Trainiert ihr mit Clicker?
    Grundsätzlich bringt man einem Hund bei, nicht an der Leine zu ziehen, indem man immer eine andere Richtung einschlägt, sobald der Hund die Leine spannt (also ein paar Schritte in die andere Richtung machen, bis der Hund wieder zu einem kommt, dann gewohnt weitergehen). Du wirst am Anfang kaum voran kommen, weil man sich andauernd umdrehen muss, aber die Hunde verstehen idR recht schnell, dass sie nur dahin kommen, wo sie hinwollen, wenn sie eben nicht ziehen, sondern beim Halter bleiben. Das ganze kann man natürlich noch mit Lob verstärken, was ich am Clickertraining bzgl. Leinenführigkeit schön finde. Dadurch, dass der Hund beclickt (oder einfach belohnt/belobt) wird, wenn tut, was man von ihm möchte, lernt er automatisch, dass es sich auch echt lohnen kann, in der Nähe des Herrchens zu bleiben ("wenn ich in ihrer Nähe bleibe, gibts Lob/Click/Leckerlie...").
    Zum Thema Fuß findet sich aber sehr viel im Internet. Clicker kann ich euch empfehlen, es geht aber natürlich auch ohne!

    LG

  • Versteht er denn was "nein" heißt, wenn er auch andere Kommandos nicht kann? Ich vermute mal nicht. Also baut ihr das erstmal auf, bevor ihr es unnötig nutzt und "abschleift".

    An sich ist das Beißen ja normal. Ich würde in deinem Fall NUR noch mit Spielzeugen spielen. Er ist erst seit wenigen Tagen bei euch, das muss er also erstmal lernen ;) Da würde ich echt konsequent sein. Auch Gäste werden instruiert, dass mit den Fingern und Füßen NICHT gespielt wird. (das fällt manchen sehr schwer)

    Und was die Füße-Jagen angeht, die sind wir in 2 Phasen angegangen. Erst stehenbleiben, ignorieren und Langweilig machen. Und erst wieder weitergehen, wenn der Hund die Aufmerksamkeit etwas anderem zugewendet hat.
    Zweite Stufe war dann erst stehenbleiben - schimpfen - Auftrag geben (Sitz oder "geh weiter"). Aber die Kommandos konnte sie zu dem Zeitpunkt dann schon. Und damit war die Sache dann eigentlich nach wenigen Malen auch schon erledigt .... eigentlich ... Rückschläge gibts immer (zB neue Schuhe, mit interessanten Schnallen dran, die klickern :headbash: )

    Und: Sucht euch nen guten Hundetrainer!

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