Wie mache ich aus meinem Rüpel einen Gentleman??

  • Hallo ihr Lieben,
    ich habe ein kleines Problemchen, naja so klein ist es nicht, hat ne Schulterhöhe von 70cm :lachtot: nein im Ernst, unser Nanouck ist ja nun 10 Monate alt und für sein Alter typisch natürlich noch sehr verspielt, aber durch seine Größe ist das nicht so einfach.....leider ist er sehr ungestüm anderen Hunden gegenüber und manchmal habe ich das Gefühl das er auch ein bisschen "aufdringlich" wird. Er checkt einfach nicht wenn er langsamer machen soll.

    1. Wenn wir einen unbekannten Hund beim Gassi gehen treffen muss ich ihn anleinen, er lässt sich sobald er den anderen Hund gesehen hat nicht mehr oder eben nur sehr sehr selten abrufen, deshalb spielen wir hauptsächlich auf geraden Strecken oder aufm Feld wo ich den Überblick habe.
    2. Egal ob er den Hund kennt oder nicht, er stürzt sofort darauf los.
    3. Die meisten Hunde sind ja kleiner als er und bekommen bei seiner stürmischen Art schnell "Angst" aber er hört nicht auf, er findet das lustig, dann schnuffelt er erst recht am Hintern und läuft hinterher.
    4. An der Leine funktioniert die Begegnung meist ohne irgendwelche Zwischenfälle(ich rede von in die Leine hüpfen etc.)

    Er hat noch nie einem Hund, Menschen oder sonstigen Tier etwas getan und er ist auch im Spiel mit Hunden oder Mensch in keinster Weise dominant, also ich habe auch keine Sorge das er etwas tut, nur sind halt die anderen Hundehalter recht schnell schockiert wegen seiner stürmischen Art.
    Ich hab mir jetzt eine Schleppleine bestellt damit ich ihn besser kontrollieren kann in "brenzlichen" Situationen, aber das löst mein Problem nicht.
    Auf unserer Gassi-Runde kann er mit kaum einem Hund mehr spielen weil er einfach so aufdringlich ist. :hilfe: Wie kann ich diesen Rüpel etwas sensibilisieren???
    Wäre für Ratschläge echt dankbar!!

  • Genau an dem Punkt bin ich auch gerade x3 Mein 10 Monate alter Akita liebt es, mit anderen Hunden zu spielen und würde zu jedem hin wollen. Zu kleinen Hunden ist sie zwar sehr sanft und zu großen respektvoll, dennoch muss auch sie lernen, dass Hunde nicht gleich spielen bedeuten. Und deiner auch ^^

    Hier ist einfach Geduld gefragt. Ich mache es bei ihr genau wie bei meinen anderen Hunden, die an passierenden Hunden vorbeigehen können, ohne zwingend Kontakt aufnehmen zu müssen, bzw. erst auf ein Kommando hin (wie okay oder frei).

    Er darf nie für dieses Verhalten belohnt werden. Das heißt, drängt er zu dem anderen Hund, hängt er sich in die Leinde, ist aufgeregt usw. darf er eben nicht zum anderen Hund. Bringe ihn ins Sitz und warte, bis er sich beruhigt, fordere Blickkontakt ein und dann gib ihn mit dem Kommando (z.b. okay) frei und er darf spielen. Das Sitz ist vor allem für den Anfang, später ist es eher nervig und kann weggelassen werden. Es hilft zu Beginn nur dabei, dass dein Hund versteht, was du von ihm willst. Nämlich, sobald er ruhig ist, kriegt er, was er will (Spielen). Setzt er sich nicht, darf er eben nicht spielen und du gehst weiter. Beruhigt er sich nicht, ebenso. Gut ist es, wenn du andere HH kennst, mit denen du trainieren kannst, oder eben vorher kurz absprechen.

    Tutnixe sind natürlich schlecht fürs Training, gehören aber auch dazu. Kommt also ein Hund auf dich zugerannt, kannst du ihn entweder blocken, oder aber einfach deinem Hund das "okay" geben und ihn spielen lassen. Somit ist es kein Rückschlag, denn du wolltest ja, dass er spielt (zumindest denkt das dein Hund ^^). Gut wäre es auch, wenn du vor dem okay Blickkontakt aufbauen könntest (indem du seinen Namen sagst, oder "schau mal" o.ä.), wenn auch nur ganz kurz.

    Um andere Hunde zu passieren, ohne Kontakt aufzunehmen, musst du viel trainieren, vor allem an der Konzentration deines Hundes. Blickkontakt auf Kommando ist sehr wichtig und auch ein beiFuß gehen (es muss kein perfektes BeiFuß sein, dein Hund sollte einfach nur an deiner Seite gehen, bei lockerer Leine). Verwende hier auch das Superleckerli. Anfangs wird er immer noch zum anderen Hund hinschauen/ziehen, wenn ihr vorbeigeht, aber versuche, kurz Blickkontakt aufzubauen (das ganz intensiv zu Hause, ohne Ablenkung üben!) und sofort mächtig loben. Auch wenn er danach sofort wieder zum anderen Hund schaut, war es schon einmal ein kleiner Schritt, der nun gesteigert werden muss. Du kannst natürlich auch versuchen, ihn ins Sitz oder Platz zu bringen und den anderen Hund passieren zu lassen, aber auch dabei Blickkontakt herstellen. Mir persönlich ist das erste lieber, da es das ist, was man erreichen will. Ruhig an allem vorbeigehen zu können.

    Mit der Zeit wirst du feststellen, dass es immer besser wird und er versteht, dass er nur spielen darf, sobald er ruhig wird. Dann geht er auch auf einem niedrigeren Erregungszustand ins Spiel und ist nicht so aufgedreht und somit meist auch nicht so stürmisch. Du musst einfach sehr geduldig sein und darfst nicht aufgeben. Du erreichst dein Ziel.

    Ich hoffe, ich hab es jetzt einigermaßen rübergebracht, ist nämlich gar nicht leicht, das kurz zu fassen.

  • Danke Hütehundi für die schnelle Antwort :D Zuhause ohne Ablenkung habe ich ein "kleines" Lämmchen, aber diese anderen Hunde immer ;) Menschen, Kinder etc interessieren ihn überhaupt nicht, aber diese vierbeinigen Gefährten :lol:
    Aber ich werde dran bleiben!

  • Geht der Hund mit Dir auch grob um?

    Und wie sieht es insgesamt mit seiner Frustrationstoleranz aus?

    IM Konflikt, also in der Begegnung mit Hunden, würde ich noch gar nichts üben.

    Außer, dass er NICHT hin darf und sich hemmen soll.

    Kennt Dein Hund ein Abbruchsignal? Kannst Du dieses sicher umsetzen, also den Hund auch abbrechen in dem Gedanken, zum anderen Hund hin laufen zu wollen?

  • Wie bist du denn in den ersten Monaten spazieren gegangen?
    Wie waren die Hundekontakte?
    Durfte er mit jedem spielen?

    LG

  • Nein mit mir geht er überhaupt nicht grob um, ich habe manchmal das Gefühl das er seine Größe unterschätzt, also wenn er beim kuscheln versucht auf den schoß zu klettern oder sich umdreht und mir den halben Wohnzimmertisch abräumt, aber ich denke dafür ist er ja noch ein Baby ;) Und ja er hat viel Kontakt mit anderen Hunden, aber nicht nur beim Gassi gehen, denn eine gute Freundin hat zwei kleine Hunde, und ansonsten treffen wir uns halt regelmäßig mit seinen Geschwistern und der Mama, da die eben in meiner Familie leben :smile: er kennt das toben und spielen und er ist wie gesagt noch nie aggressiv o.ä. geworden, auch wenn er bei den anderen oft den kürzeren zieht.
    Und nein er durfte nicht mit jedem spielen und das wollte er auch gar nicht, denn wie auch immernoch bei Hunden die größer sind als er ist er eher "schüchtern", es geht ja hauptsächlich um alles was kleiner ist als er :???:

  • Wie aus einem Rüpel ein Gentleman? Mit viel Geduld, guter Erziehung, viele Beruhigungstees, Schleppleine, gute Nerven und Zeit.

    Denn so jeder Rüpel kommt irgendwann in die Rüpelphase und auch wieder heraus. In der Regel wird es ab zwei Jahren besser, mit drei bis vier sind dann auch die großen Hunde fertig.

    Es ist schlichtweg eine Lebensphase, die für manche HFs viel Tee und Baldrian bedeutet. :dead:

  • Zitat

    Wie aus einem Rüpel ein Gentleman? Mit viel Geduld, guter Erziehung, viele Beruhigungstees, Schleppleine, gute Nerven und Zeit.

    Denn so jeder Rüpel kommt irgendwann in die Rüpelphase und auch wieder heraus. In der Regel wird es ab zwei Jahren besser, mit drei bis vier sind dann auch die großen Hunde fertig.

    Es ist schlichtweg eine Lebensphase, die für manche HFs viel Tee und Baldrian bedeutet. :dead:

    3 -4? Dann sind wir überfällig. :lol:

  • Ich würde den Akita in ihm nicht ganz auf die leichte Schulter nehmen. Sobald der Hund geschlechtsreif ist, kann es ganz schnell vorbei sein mit der Verträglichkeit bezüglich männlichen Geschlechtsgenossen. Akita neigen dann gerne dazu, anderen Hunden ein paar japanische Höflichkeitsfloskeln einzutrichtern. Aber bei ihm kommt es entscheidend darauf an, was man draus macht. Nun ist er aber ja ein Mischling, vielleicht entwickelt er sich diesbezüglich auch anders. Aber für den Aki gilt: je mehr man vor Beginn der Geschlechtsreife arbeitet und Zeit investiert, desto weniger Arbeit hat man dann in der Erwachsenenphase. Lass den Hund ganz klar wissen, was erlaubt ist und was nicht. Du hast hier schon einige Tipps bekommen. Sorge auch zu Hause für klare Verhältnisse, auch wenn er noch ein halbes Baby ist. Je mehr Grenzen und Regeln er kennenlernt, desto besser kann er sich orientieren. Lass ihn Futter erarbeiten, lass ihn nicht mehr in andere Hunde reinstürmen, erarbeite dir Bindung und Respekt etc.

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