Hund will jeden begrüßen
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Hallo,
also zuerst mal, ja mir ist klar ich habe einen Goldie und der findet alles und jeden toll. Nun Folgendes Problem. Wir wohnen sehr ländlich, viele Leute kennen Riley und begrüßen ihn oft freudig oder locken ihn zu sich (beim Spazierengehen). Außerdem gehe ich mit ihm auf Ausstellungen, sodass es mir eigentlich recht ist, wenn andere Leute ihn anfassen, damit er auch keine Angst vorm Richter hat. Auch für den Wesenstest braucht er das ja auch noch.
Nun ist es so: Pubertät gerade in vollem Gange, Rückruf funktioniert ohne Ablenkung durch Hund und Mensch super, auch aus dem Spiel mit Hunden einigermaßen. Wir arbeiten dran. Bei belebten Wegen lass ich ihn an der Leine oder an der Schlepp. Nun waren wir gestern spazieren und er hat gerade mit einer bekannten jungen Hündin gespielt. Da kam eine Frau (die ich leider zu spät gesehen habe) und Riley natürlich freudig zu ihr hin (aber nicht angesprungen oder bedrängt). Auf mein Rufen hat er null reagiert. Die Frau war leider sogar nicht begeistert und hat mir Vorträge über Leinenpflicht etc. gehalten. Ich hab ihn natürlich sofort abgeholt und angeleint. Nun zur Frage: Wie kann ich ihm beibringen, dass er nicht zu jedem geht bzw. sich dann auch abrufen lässt? Mit unbekannten kann man ja schlecht trainieren und alle anderen kennt er ja?
Wie baue ich das am besten auf? - Vor einem Moment
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Hi,
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Hallo Annika
Auch gleich vorweg: wir haben mit unserem Chow Chow genau das gegenteilige "Problem" ( oder auch nicht, denn uns gefällt es so, wie er ist ). Aber, ich hatte auch schon andere Hunde, vor allem eine Hündin, die auf Fremde FAST so reagierte(n) wie deiner ( war ein Mischling, kein Goldie ).
Ich habe damals so geübt: Ich habe Bekannte in der Nachbarschaft gebeten, mit zu üben. Und zwar Folgendes: zuerst AN der Leine, und NUR Sichtkontakt zu einem Menschen. Sobald mein Hund dort hin wollte, habe ich ein Wort gesagt ( z.B. "Warte" ), ein Leckerlie genommen, die Aufmerksamkeit darauf, bzw. auch auf mich ( Leckerlie vor meinem Gesicht ) gelenkt... Dann erst - nach anfangs 5 Sekunden, später länger - kam das nächste Wort ( z.B. "Nun geh" ) und der Hund durfte den Menschen begrüßen. Aber nur KURZ ( deshalb die Bitte um Mitarbeit bei meinen Nachbarn ). Nach wenigen Sekunden drehte sich der Mensch dann wortlos weg, und ich bot statt dessen das zweite Leckerlie an. Dazu musste er aber wieder zu MIR kommen, und auch dort bleiben. Ein drittes Leckerlie winkte als Lohn dafür, wenn der Hund anschließend mit mir an diesem Menschen vorbei ging !
Die Leckerlies, die ich für diese Übung benutzte, waren ETWAS GANZ BESONDERES > im Falle meiner Hündin damals wares es kleine Frikadellenstücke. Die "Steigerung" des Ganzen war dann, dass meine Hündin ein großes Stück bekam, wenn ich ihr NICHT erlaubte, zu diesem Menschen zu laufen, sondern sie mit "Nein"... an ihm vorbei führte
...
Etwas später ( ich glaube, wir hatten etwa drei Wochen geübt ) funktionierte es fast auf Anhieb auch ohne Leine. Mir schien, dass sie bereits beim Anblick eines Menschen ( es waren natürlich verschiedene, aber natürlich nie gänzlich unbekannte ) auf ihre Belohnung wartete, zuerst mich anschaute, etc....
Als wir dann das erste Mal ohne Leine übten ( zuvor ließ ich sie nicht laufen - einfach, um keinen "Rückschlag" erleben zu müssen ), schien sie eher "irritiert" (?) Aber: die "Verknüpfung": Da kommt ein Mensch; Herrchen spricht mich an; ich gucke, warte; und bekomme was Leckeres... saß bereits sehr gut
Ein, zwei Mal konnte sie dann aber doch nicht widerstehen. Tja, Pech. Dann drehte sich dieser Mensch plötzlich weg ( War so abgesprochen: kein Blick, gar nix mehr ), und ich ging zeitgleich zügig fort :| Hmmm, der Mensch wurde bald langweilig ( der drehte sich immer wieder weg, reagierte auf kein "Lieb-Gucken", Stupsen, Wedeln = auf NIX. Er drehte sich bloß...
Sie dann irgendwann hinter mir her. Und ich bin dann umgedreht = wieder auf diesen Menschen zu ! VORHER gab es kein Leckerchen. Erst wenige Meter vor der "Versuchung" = "Warte".... Und dann wartete sie, bekam ihren Lohn...
ABER: dann haben wir noch "einen draufgelegt" = ich habe zuerst nur eine Nachbarin gebeten, meine Maus bei der nächsten Begegnung ( war natürlich abgesprochen, wann und wo ) freundlich anzusprechen und ETWAS zu locken...
Und, als sie das dann tat, sagte ich fast gleichzeitig "Warte". > Hundekopf ging hin und her, hin und her... Im Hundehirn "arbeitete" es sichtlich. Ich hielt ein RIESIGES Stück Frikadelle in der Hand. Und: Hund hat entschieden, dass man Leckerlie doch lieber möchte. GEWONNEN !
SCHWIERIG fand ich damals nur, dass ich ja nur mit einer begrenzten Anzahl von ( meinem Hund bekannten ) Menschen üben konnte. Und, dass Fremde ja nicht wissen können, dass wir gerade üben ( oder es ihnen schlicht egal ist )... Das war dann also die nächste Stufe *Puhhh*!
Ich dachte mir damals, dass Frikadellen auf Dauer ( in in solchen Mengen ) ja auch nicht wirklich "die Lösung sein" können... Tja, bei meiner Maus waren sie aber ein starkes Argument (?)
Ich weiß nicht genau, wann, aber ich weiß, dass ich selbst verblüfft war, als sie sich "entschied", dass sie lieber ein Stück Frikadelle ( und mein LOB!!!) will, als nur zu Irgendwem hinzurennen... (??)
.... Sie ist IMMER ein Hund geblieben, der absolut unkompliziert mit Menschen... ist. Sie ist mit den Jahren ruhiger geworden. Stets FREUNDLICH. Aber eben nicht so, wie in ihrer Jugend: "Hechel-hechel, ich muss der/dem Hallo sagen, ih(n)m zeigen, wie "lieb ich bin"....
NEIN. Sie war immer liebenswert freundlich, tollerant.... Aber, was wir geübt haben ( auch SPÄTER noch hin und wieder ) blieb irgendwie "hängen".
Sorry ! Das war fast ein Roman
Ich hoffe, ich konnte dir mit meinen Erlebnissen helfen !? ( Wenn nicht - oder Fragen - schreib mich an )
LG: Manuel -
Super dann muss ich nur schauen ob ich jemanden finde, der das mit mir übt. An der Leine passieren wir Menschen schon ganz gut, wenn er ansetzt zu ihnen zu springen sage ich nein gehe mit ihm weiter, aber ohne Leine hat er echt Bohnen in den Ohren. Aber vielleicht muss ich einfach Geduld haben....
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Das mit dem "Mit-Üben" klappt meist, wenn du den Leuten kurz erklärst, was dein Ziel ist, wozu das nützt ( bzw. was es für Folgen hat/haben kann, wenn... ) und ihnen quasi "Leckerlies" gibst, indem du sie schon vorher für ihr umsichtiges, kluges... Helfen lobst
!
Ansonsten: Geduld, und Leckerlie ( Anreiz ) für alternatives Verhalten ( "Nicht-tun", was ja SPASS macht, muss der dem Hund ja irgendwie "schmackhaft" gemacht werden )...
VIEL ERFOLG
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Korrektur: Ich meinte im letzten Satz "Nicht-tun", was ja SPASS macht, muss der dem Hund ja irgendwie "schmackhaft" gemacht werden..." Natürlich, dass das TUN ( also das unerwünschte Hin-Rennen... ) dem Hund Spaß macht... Nicht das Nicht-Tun ! DAS ( also das Alternativ-Verhalten ) muss ihm schmackhaft gemacht werden...
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